Tomorrow: Die Welt ist voller Lösungen

Schreibkunst, Konstruktiver Journalismus, Presse, PR, Text, Online, Content, Bericht, Rezension

120 Minuten als DVD oder Blueray

Filmtipp Tomorrow: Die Welt ist voller Lösungen (Frankreich 2015)
Dokumentation von Mélanie Laurent und Cyril Dion

„Wir sind brillant darin, uns unser eigenes Aussterben vorzustellen. Darüber machen wir Filme. Aber wo sind die Filme über Trendwenden und Problemlösungen?“ fragt Rob Hopkins, Interview-Partner in dem Film Tomorrow.  Die Anzeichen verdichten sich, dass die Menschheit auf ernstzunehmende Krisen zuläuft: politische, wirtschaftliche, soziale und ökologische. Seriöse Wissenschaftler legen erschütternde Prognosen vor, wie zum Beispiel der US-amerikanische Klimaforscher und Universitätsprofessor Anthony D. Barnosky. Er geht davon aus, dass wir noch etwa zwanzig Jahre Zeit haben, um Dinge in die richtige Richtung zu lenken.

„Wir mussten etwas tun. Also machten wir uns auf den Weg, um auf der ganzen Welt nach Leuten suchen, die kreative Lösungen anbieten.“ erklärt die Regisseurin Mélanie Laurent ihre Filmidee. Sie und Cyril Dion haben mit einem kleinen Team einen bewegenden Dokumentarfilm gedreht. Im Sinne des Konstruktiven Journalismus wollen die jungen Filmemacher es nicht darauf bewenden lassen, Probleme aufzuzeigen. Sie berichten im selben Atemzug über Lösungsansätze. Nicht theoretische Ideen, sondern bereits umgesetzte Maßnahmen mit praktischem Nutzen stehen im Mittelpunkt des Films: unkonventionelle Konzepte, die modellhaft für die Lösung des konkrete Problems ebenso stehen dürfen wie für die prinzipielle Möglichkeit, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Schreibkunst, konstruktiver Journalismus, PR-Text, Redaktion, Online-Content, Presse

Lokale Währung einer englischen Stadt

Die einzelnen Themenfelder wie Nahrung, Energie, Wirtschaft, Umwelt, Bildung und Politik werden kapitelweise beleuchtet. Es geht um Basisdemokratie, um Städteplanung, um Abfallwirtschaft, um lokale Währungen, um integrative Bildungssysteme und weitere Ideen, die eingefahrene Denkweisen verlassen. Gemeinsam mit dem Filmteam reisen wir als Zuschauer*in rund um den Globus und besuchen zehn Länder.

Wir besichtigen beispielsweise einen Betrieb, der Briefumschläge herstellt. Dort treffen wir auf eine erstaunliche Strategie: Nicht der Gewinn muss stetig maximiert werden, sondern die Rohstoffe sollen möglichst effektiv genutzt werden. Ein schlaues Produktmanagment mit pfiffigen Verpackungsideen spart Papier und Karton, innovative Heizkonzepte senken den Energieverbrauch, begrünte Dächer dienen der CO2-Bilanz ebenso wie der Wassergewinnung für den Herstellungsprozess und die umweltfreundliche Reinigung der Maschinen.

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Permakultur in Frankreich

Ein kleinbäuerliches Agrarexperiment erwirtschaftet mit innovativen Werkzeugen durch Permakultur 10 Mal mehr Ertrag je Quadratmeter als herkömmliche Landwirtschaft – mit minimalem Energieaufwand und ohne chemische Keule. Wie das geht? Basilikum schützt mit seinem kräftigen Aroma die mit ihm vergesellschafteten Tomatenpflanzen vor Schädlingsbefall. Als Dach dienen Traubenreben. Sie nehmen die Sonne für sich in Anspruch und beschatten die lichtempfindlichen Nachtschattengewächse.

Zwei Stunden prall voll mit Beispielen für unkonventionelle und zukunftsweisende Lösungen sagen vor allem eins: Wir können etwas tun. Der Film erzeugt ein gutes Gefühl von Selbstwirksamkeit und Zuversicht. Man möchte sogleich die Ärmel hochkrempeln und – alleine oder zusammen mit anderen – ein hoffnungsfrohes Zukunftsprojekt in Angriff nehmen.

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Integratives Bildungssystem in Finnland

Durch die Reiseszenen und die lebendige Kameraführung hat der Streifen die Anmutung eines Roadmovies. Zwischen den Interviews und Berichten ist Musik eingestreut. Sie dienen nicht der Erholung von der Informationsflut, sondern unterstreichen mit ihren Texten den Inhalt des Gesprochenen.

Langweilig ist das Inspirationsfeuerwerk trotz der Länge von 120 Minuten nicht.  Ganz im Gegenteil: Stellenweise ist die Erzählgeschwindigkeit für die Fülle an Informationen sehr hoch. Und vermutlich ist das so gewollt: Die Zuschauer*innen sollen sich nicht gemütlich in den Fernsehsessel zurücklehnen. Tempo ist angesagt. Jetzt müssen wir handeln. Das ist die Botschaft.

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Basisdemokratie in Indien

Und wer beim ersten Kinoabend nicht alle Informationen mitgekommen hat, schaut sich die Dokumentation einfach noch einmal an – vielleicht mit Freund*innen, die es ebenfalls satt haben, sich angesichts der globalen Entwicklungen ohnmächtig zu fühlen, die Anregungen suchen, wie sie selbst einen sinnvollen Beitrag leisten können, damit unsere Welt auch für die Kinder unserer Kinder noch lebenswert ist.

Prädikat: unbedingt weitersagen!

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Kleinbäuerliche Agrarwirtschaft in England

19. Februar 2019 von Petra Weiß
Kategorien: Umdenken | Kommentare deaktiviert für Tomorrow: Die Welt ist voller Lösungen