Das Leben lieben!

Schreibkunst Texter Schriftsteller

Im Rahmen meiner Videosprechstunde treffe ich regelmäßig einen Patienten, der seit Jahren unter wiederkehrenden Depressionen leidet. Nun hat er mich zum dritten Mal mit den Worten begrüßt: „Frau Weiß, Sie strahlen immer so.“ Und in der Tat, wenn ich mein Bild auf dem Video sehe, strahle ich wie der Broadway bei Nacht.

Warum ist das so?

Verkenne ich die Situation, die für den Patienten wirklich ernst ist? Nein, mir ist sehr bewusst, was er gerade durchmacht. Ich bin voller Mitgefühl und Verständnis. Das Wesen einer Depression ist mir durchaus vertraut. Auch ich habe solche Zeiten in meinem Leben gehabt.

Bin ich aus therapeutischer Überheblichkeit in Vorfreude auf den Triumph, weil ich diejenige sein werde, die dank meiner außergewöhnlichen Fähigkeiten diesen Menschen retten wird? Keineswegs. Die Fragilität der Situation ist mir klar. Wir arbeiten seit mehreren Jahren zusammen, die Hintergründe sind komplex, einfache Lösungen nicht zu erwarten.

Wie komme ich also dazu, mit strahlenden Augen in die Kamera zu lächeln?

Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich meine Arbeit liebe, erleichtert bin, dass ich mit der Technik unerwartet gut zurecht komme, und dass ich den Mann auf der Herzebene von Mensch zu Mensch wirklich mag.

Zum anderen ist diese Lebensfreude einfach in mir. Sie war immer da. Auch und gerade in besonders anspruchsvollen Lebensphasen bin ich tanzen gegangen – lange nachdem ich dem Disko-Alter eigentlich entwachsen war. Die einstudierten Schrittfolgen lagen mir nicht. Lieber zappelte ich stundenlang im „Freestyle“ über die Tanzfläche. Mein Körper bewegte sich ganz von allein zu den fetzigen Rhythmen und beschwingten Melodien.

Ich wurde gefragt, wo ich diesen Tanzstil erlernt hätte. Gar nicht. Ich habe ihn entwickelt. Oder besser: Er hat sich aus mir heraus von selbst entwickelt. Genauer: Aus meinem Selbst heraus hat er sich entwickelt. Diese Art des Tanzens ist also eine kreative Form des Selbst-Ausdrucks.

Im Auto lag immer ein Handtuch bereit, damit ich mich nicht verkühle, wenn ich schweißüberströmt und glücklich die Rückfahrt antrat. An diese Erinnerungen kann ich heute anknüpfen, wenn ich Gefahr laufe, dass mir die Lebensfreude abhanden kommt.

Der Beitrag des Einzelnen

Auch ich nehme wahr, dass die Welt sich in einem katastrophalen Zustand befindet. Wird sie dadurch besser, dass ich in einem Depressionsloch verschwinde? Glauben Sie mir: Meine Gemütsverfassung ist den dunklen Mächten in Politik, Wirtschaft und Hochfinanz herzlich egal. Dabei liegt in ihr ein kostbares Potenzial.

Im Sinne einer Schwingungserhöhung ist es eher dienlich, wenn ich gut für mich sorge. Wir speisen alle unsere Stimmungen und Gedanken in das Morphische Feld der Erde ein. Über das kollektive Bewusstsein wirkt jeder daran mit, wie sich die Menschheit entwickelt. Setzen wir den lebensfeindlichen Bestrebungen skrupelloser Geschäftemacher und Machtmenschen etwas entgegen: unsere Liebe zum Leben. Und verleihen wir ihr Ausdruck. Was wir dann versprühen ist Lebensfreude. Sie ist ansteckend.

Selbstausdruck ist immer individuell

Finden Sie einen Ausdruck, der Ihnen entspricht. Tanzen ist nicht jedermanns Sache. Wobei es nützlich sein kann, den lebendigen Leib zu spüren, um wieder mit der Lebensfreude in Kontakt zu kommen. Gerade bei depressiven Verstimmungen ist dieser Zusammenhang bekannt und gut belegt.

Weniger bewegungsfreudige Menschen spüren sich beim sinnlichen Genuss. Das kann ein Stück Kuchen sein oder ein heißes Bad, die Berührung eines lieben Menschen oder das Hören einer erbaulichen Musik.

Den Genuss genießen

Hören wir endlich auf, unsere schönsten Momente durch konventionelle Bewertungen zu zerstören. Solange Sie sich über die Kalorien oder den Fettanteil Gedanken machen, während Sie eine Donauwelle kosten, wird das nichts. Kaum hat man sich versehen, ist der Bissen am Gaumen vorbei, ohne dass man ihn wirklich bemerkt hat.

Lenken Sie stattdessen Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf den Geschmack, auf das Verändern der Beschaffenheit des Häppchens in Ihrem Mund, während Sie kauen. Kauen Sie ausgiebig bevor Sie schlucken. Freuen Sie sich an der Handwerkskunst des Bäckers, an der Tradition des Rezepts, an der Schönheit der Gestaltung, oder was auch immer für Sie ein wichtiger Wert ist, den der Kuchen erfüllt.

Lassen Sie sich das Erlebnis eines Wannenbads nicht vermiesen, indem Sie sich damit grämen, wie viele Liter Wasser Sie gerade „verschwenden“. Auf das SCH können Sie getrost verzichten. Kein Tropfen ist verschwendet, wenn Sie das Bad genießen und es Ihrem Wohlgefühl dient. Wir sind viel zu sehr in schlechtem Gewissen gebadet durch all die Ideologien, mit denen man uns Schuldgefühle einflößt von früh bis spät.

Ein neue Haltung einnehmen

Gebieten Sie solche Gedanken Einhalt, z.B. mit einem großen roten STOP-Schild vor Ihrem geistigen Auge. Eine abwehrende Handgeste kann die Wirkung unterstützen.

Machen Sie sich die Konditionierung bewusst, die Sie durchlaufen haben: Wehe, wenn wir einfach nur etwas für unser Wohlbefinden tun, statt nützlich zu sein! „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Mit solchen selbstschädigenden Glaubenssätzen sind die meisten von uns aufgewachsen. Dabei liegt im baren Sein ohne nutzbringende Absicht ein großer Schatz.

Die grundlegenden Einfälle zu wichtigen Erfindungen kamen den Forschern nicht im Labor oder in der Werkstatt, sondern unter der Dusche oder in der Hängematte. Manchmal auch bei gedankenverlorenen Alltagstätigkeiten, z.B. beim Bügeln oder bei der Gartenarbeit.

In diesen Augenblicken bricht das Selbst sich Bahn und dringt mit seiner Schöpferkraft in unser Bewusstsein vor. Was dann als Erfindung in die Welt findet, entstammt den Tiefen unseres Seins.

Ergänzen Sie das STOP-Schild und die Handgeste um einen neuen Glaubenssatz, durch den Sie den alten ersetzen. Allgemein: „Wohlbefinden ist mein Geburtsrecht.“ oder „Auch im großen Schweren kann ich etwas kleines Leichtes finden.“ Oder konkret: „Ich übe mich in der Kunst des Nichtstuns.“

Darf ich das?

In der Psychotherapie hat es sich bewährt, wenn Menschen eine Erlaubnis erhalten, gut für sich zu sorgen. Im fortgeschrittenen Zustand erteilen sie sich die Erlaubnis selbst.

Sie können sich zu diesem Zweck eine Urkunde ausstellen, z.B. mit dem Text „Ich, (Name), erlaube mir hiermit feierlich, mich auszuruhen, wann immer mein Körper, meine Seele oder mein Geist eine Pause benötigt. Und auch wenn es gar nicht nötig ist, sondern einfach nur mein Wunsch, darf ich ruhen.“

Malen sie ein amtliches Siegel auf das Papier, spannen Sie es in einen schönen Rahmen und hängen Sie es auf – ganz praktisch oder als Visualisierungsübung.

Knifflige Probleme löse ich – ohne angestrengt darüber nachzudenken – häufig beim Spazierengehen bzw. auf dem Laufband. Verborgene Zusammenhänge werden mir beim Hören von Audio- und Videobeiträgen bewusst, die ich mir „faul im Bett oder auf der Couch liegend“ zu Gemüte führe.

Und woher stammt mein Strahlen während der Sprechstunde?

Das Geheimnis will ich hier gerne lüften: Ich habe mir angewöhnt, bei Bedarf ein paar Minuten fetzige Musik aufzulegen, bevor ich mich mit ganzem Herzen und aller Aufmerksamkeit dem nächsten Patienten widme. Und manchmal zapple ich dabei durch die Praxis – so wie es meinem ganz persönlichen Ausdruck der Lebensfreude entspricht.

Text: Petra Weiß
Foto: knipseline / PIXELIO

Danke schön

Herzlichen Dank an alle Leser, die meine freiberufliche Tätigkeit durch einen Energieausgleich würdigen. Ich liebe die Arbeit an Texten. Mir macht es Freude, mein psychologisches Wissen, meine Praxis-Erfahrungen und meine Überlegungen mit Ihnen zu teilen. Gleichzeitig habe auch ich alltägliche Bedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf und etwas Sojasahne im Kühlschrank. Daher bitte ich Sie, freiwillig einen angemessenen Energieausgleich zu leisten:

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Zur Autorin

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr neues Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen.

Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.

 

 

 

 

 

Push-up oder Minimizer?

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1994 kam eine neue Art Büstenhalter auf den Markt. Unter dem Namen „Wonderbra“ machten die gepolsterten Dessous Furore. Angeblich wurde damals alle 15 Sekunden ein solches Kleidungsstück verkauft. Als habe die Welt auf nichts dringender gewartet. Damen mit kleinen Brüsten konnten sich dank der Polter in den Körbchen ein fülligeres Dekolletee zaubern. Heutzutage bekommt man kaum mehr Modelle ohne Polstereinlagen.

Nachdem mich das Phänomen seit einigen Jahren verwundert, stelle ich jetzt einen ähnlichen Trend in gegenteiliger Richtung fest. Ich frage mich aus psychologischer Sicht, was das mit den Menschen macht. An meinen Gedanken dazu möchte ich Sie gerne Teil haben lassen.

Wer meine Beiträge kennt weiß, dass „schaut-so-aus-als-ob“ bei mir keinen Anklang findet, und zwar aus zweierlei Gründen: Zum einen steht eine optischen Täuschung meinem Bedürfnis nach Aufrichtigkeit entgegen. Männer haben mir übrigens bestätigt, dass sie das gar nicht witzig finden, wenn sie beim Kennenlernen einer Frau über die tatsächlichen Ausmaße genarrt werden. Zum anderen halte ich es aus psychologischer Sicht für bedenklich, Menschen bei der Vorstellung zu unterstützen, an ihnen sei grundsätzlich etwas nicht in Ordnung, das verbessert werden müsste. In diesem Fall meinen die Frauen (oder sind es die Männer? Oder denken die Frauen nur, die Männer meinten…) ihre Brüste seien von Natur aus zu klein und müssten durch das Anheben aufgewertet werden.

Ist das so?

Wer legt fest, wie groß eine Brust zu sein hat? Schaut man sich im richtigen Leben um, wird man schnell feststellen, dass Brüste – wie übrigens auch andere Körperteile – in allen Größen und vielen Formen vorkommen. Na, und? Das ist nur dann ein Problem, wenn ich es zulasse, dass an meinen wunderbaren Leib irgendein äußerer Maßstab angelegt wird. Wer sollte so etwas wagen? Die Anmaßung begegnet uns überall: in der Mode, im Fernsehen und im Kino, in der Werbung, in der Öffentlichkeit, in Aussagen von Männern, aber auch von Frauen. Und natürlich in der Schönheitschirurgie.

Von dort hörte ich eine bemerkenswerte Argumentation: Durch den Eingriff (übrigens an einer bildhübschen jungen Frau!) erhalte ihre Brust eine „natürliche Form“. Ja, sie haben richtig gelesen. Die Bedeutung des Begriffs „natürlich“ wird umgekehrt. Was Frauen alles glauben, wenn ein Mann in Weiß es Ihnen erzählt, erstaunt mich immer wieder.

Über die Epochen der Menschheitsgeschichte hat sich das ästhetische Empfinden gegenüber Körperproportionen immer wieder gewandelt. Was nutzt es also, einem vergänglichen Ideal hinterher zu hecheln?

Persönliche Sicht

Vielleicht habe ich nur Glück gehabt, vom Ideal meiner Zeit so weit entfernt zu sein, dass ich gar nicht erst auf die Idee kam, danach zu streben. Ganz ehrlich: Ich hatte andere Probleme als an meinem Leib herumzumäkeln. Mit 18 wäre ich fast gestorben, mit 33 stand mein Leben noch einmal auf der Kippe. Die einzige Laufsteg-Erfahrung, die ich mir wünschte, war meinen eigenen Lebensweg zu finden und noch ein paar Jahre lang zu gehen.

Zurück zur weiblichen Attraktivität. Mir fällt dazu eine Passage aus dem Buch „Eat, Pray, Love“ ein, die ich sinngemäß wiedergeben will: Eine Frau fühlt sich etwas zu propper und hat bedenken, dass ein neuer Mann in Ihrem Liebesleben sie deshalb nicht attraktiv fände, wenn die Hüllen zum ersten Mal fallen. Und jetzt kommt die wunderbare Retoure von ihrer Freundin: Der Kerl hat EINE NACKTE FRAU im Bett!!! Er hat den Hauptgewinn gezogen! EINE NACKTE FRAU! IM BETT!!! Meinst du, er wird sich in dieser Situation über ein paar Pfund mehr oder weniger Gedanken machen?

Mädels, entspannt Euch. Wir machen uns viel zu viele Sorgen über unseren Körper und seinen Mangel an Perfektion.

Dasselbe in Grün

Auslöser für diesen Beitrag war ein Katalog für Unterwäsche von einem durchaus seriösen und alteingesessenen Unternehmen. „Minimizer“ – wohin man auch schaut! Rund 25 Jahre nach dem Push-up Hype kann sich eine Frau mit größeren Brüsten kaum mehr einen BH kaufen, ohne dass dabei ihre Oberweite optisch verkleinert werden soll.

Die peinlich platte Werbung zeigt zur Verdeutlichung eine fast gesprengte Bluse, bei der die Knöpfe zu bersten drohen und – sozusagen als „Nachher-Bild“ – dieselbe Bluse mit perfekter Passform für die Dame, die in ihr steckt. Als würden Frauen mit großen Brüsten sich grundsätzlich zu kleine Blusen kaufen, um darin umherzulaufen wie eine Presswurst. So ein Blödsinn!

Ein BH soll das zarte Gewebe durch angemessenen Halt schonen und dabei die natürliche Form unterstreichen, nicht quetschen bis zur Unkenntlichkeit. Ihre Maße müssen keine Vorgaben erfüllen, die sich irgendwer ausgedacht hat.

Jede nach ihrer Façon

Frauen in den Wechseljahren will ich zurufen: Der Körper verändert sich. Das ist vollkommen normal und im Wortsinne „natürlich“. Sie werden Blusen finden, die an Ihnen wunderschön ausschauen. Machen Sie sich kundig, welche Schnitte Ihren Figurtyp am Vorteilhaftesten kleiden. Statt Unliebsames mit Macht verstecken zu wollen, lohnt es sich, die besonders schönen Stellen zu betonen. Das gilt für alle gleichermaßen. Ich will hier beispielhaft zwei Grundtypen ausführlicher darstellen:

Frauen mit X-Figur (Schultern und Hüfte gleich breit, Taille schmaler) brauchen eine Taillierung, auch wenn sie etwas üppiger geworden sind. Ärmel auf halber Länge oder ¾ betonen die Taille zusätzlich. Brustabnäher sind nur dann vorteilhaft, wenn sie exakt auf der richtigen Position sitzen. Die Passform schaut kleidsam aus, wenn sie figurumspielend ist, also keine Wurstpelle und auch kein Leinensack. Blusen werden in einen mittleren oder hohen Bund eingesteckt oder enden auf den vorderen Hüftknochen.

Frauen mit O-Figur (stattlicher Rumpf, schlanke Beine und Arme) bevorzugen enge Hosen oder Röcke zu weiten Blusen. Tunika oder Langbluse sind Oberteile der Wahl. Eine „Taillierung“ schaut bei ihnen im Unterbrustbereich am besten aus. Weite lange Ärmel, im Extremfall Trompetenärmel, unterstreichen die zarten Handgelenke. Ausgestellte Hosen können denselben Effekt an den Knöcheln hervorzaubern. Armschmuck oder auffällige Schuhe lenken den Blick in die gewünschte Richtung. Man kann so viel machen, wenn man nur weiß wie.

Es gibt noch weitere Körperformen (A, H, Y), die durch ihre eigene Art des Bekleidens verschönert werden können – ganz ohne Quetschungen oder chirurgische Eingriffe.

Damen mit schmalen Schultern und breiten Hüften betonen die Zartheit Ihrer Schlüsselbeine mit einem weiten Rundhals (Ballett-Ausschnitt) oder bringen mit Puffärmeln, Schulternklappen oder Querstreifen eine Verbreiterung an den Oberkörper. Im Umgekehrten Fall (breite Schultern, schmale Hüften) dienen Reglan-Ärmel als Weichzeichner für die Schulterpartie und Bundfaltenhosen oder weite aufgebauschte Röcke als Gegengewicht am Unterkörper. Mädels mit H-Figur haben 60-60-60 oder 110-110-110. Sie können genau diese Statur hervorheben oder eine Sanduhrfigur andeuten, während sie einen schönen Gürtel mit etwas Stoffvolumen oberhalb und unterhalb einsetzen. Dabei nutzen sie die weiter oben beschriebenen Kniffe für die A- und Y-Figur. An ihnen schauen auch trapezartig geschnittene Oberteile und die modernen Oversize-Formate gut aus.

Körperbewusstsein und Selbstwertschätzung

Das sind hilfreiche Empfehlungen. Warum wir solche Tipps nicht schon in jungen Jahren erfahren, ist mir schleierhaft. Die Pubertät wäre aus meiner Sicht der richtige Zeitpunkt. In dieser Lebensphase formt sich die Grundstatur aus und man kann anfangen, diese bestmöglich ins Bild zu rücken. Stattdessen lässt man uns in dem Glauben, mit ein paar Kilo mehr oder weniger auf den Rippen könne man nicht anziehend wirken und müsse deshalb die Brüste zerquetschen. Machen Sie das nicht. Ihrem weiblichen Selbst-Bewusstsein zuliebe. Ihre Brüste sind Wunder der Natur, genau so wie sie sind. Finden Sie eine schöne Verpackung, die Ihrer Haut schmeichelt und Ihr Gewebe bei Bedarf unterstützt, nicht malträtiert.

Um Ihr Körperbewusstsein und die Selbstwertschätzung zu stärken rate ich zum Einsatz hochwertiger (das muss nicht unbedingt heißen hochpreisiger) Pflegeprodukte. Nehmen Sie nicht den billigsten Ramsch für Ihre kostbarsten Hautbereiche. Bringen Sie an dieser Stelle keine Gifte in den Körper. Das betrifft auch die benachbarte Region der Achselhöhlen, wo Deo aufgebracht wird, das bitte nur den höchsten Ansprüchen an Schadstofffreiheit genügt.

Probieren Sie aus, ob Ihnen ein Körperöl oder eine fettfreie Lotion angenehmer ist. Versuchen Sie verschiedene Düfte bis Sie wirklich zufrieden sind. Nehmen Sie sich nach dem Duschen ein paar Minuten Zeit, diese achtsam aufzutragen. Verbinden Sie sich dabei innerlich mit dem Körperteil, spüren Sie die Berührung und freuen Sie sich darüber, dass Sie Ihre Brüste durchs Leben begleiten.

Ganzheitlich betrachtet

Falls Sie mit der Gewebestruktur unglücklich sind, kann das übrigens an der hormonellen Verhütung liegen. Viele Patientinnen haben darüber berichtet, dass ihr Brustgewebe sich nach Absetzen der Pille deutlich straffer und fester anfühlt. So viel aus der Rubrik „Was der Gynäkologe meist verschweigt…“

Und wenn wir schon bei medizinischen Fragen sind: Muttermilch gibt es als homöopathisches Mittel. Es dient zum Ausbilden von gesundem Bindungsverhalten und hat schon Menschen aus völliger Empathielosigkeit wieder ins Mitgefühl gebracht. Lac humanum reguliert – Überraschung! – den Appetit und unterstützt die Verdauung.

Aus psychosomatischer Sicht ist die Brust ebenfalls ein spannendes Organ: Sie steht für das nährende Prinzip der Mutter. Wir nähren uns auf allen Ebenen, wenn wir mit unserer Brust in Einklang leben. Das betrifft nicht nur den Appetit und die individuell passende Auswahl beim Essen und bei den Getränken, sondern auch geistige, seelische und energetische Nahrung.

Wohl genährt können wir der Welt geben, was wir ihr zu bieten haben. Wir schöpfen aus dem Vollen. Gleichsam kommt Nährendes zurück zu uns. Die Fülle anzunehmen, dient uns und den Gebenden im selben Maß. Das Nähren ist ein Kreislauf – wie der Energiefluss im Generationenwechsel oder das Wachsen und Vergehen und Wiederwachsen in der Natur.

Wenden Sie sich Ihren Brüsten wie Ihrem Körper im Allgemeinen mit Respekt, Liebe und Selbstfürsorge zu. Sie haben es verdient. Wenn wir unseren weiblichen Körper liebevoll betrachten und sorgsam pflegen, dient das unserem Selbst-Verständnis als Frau.

Leider haben die meisten Menschen kaum Kontakt zu ihrem Körper. Genauer gesagt, ihr Bewusstsein ist wenig im physischen Leib verankert. Das hat in vielen Fällen Gründe. Oft herrschten in der Vergangenheit Umstände, die ein Entkoppeln von Empfindung und Körper notwendig machten. Das geschieht nicht bewusst, sondern als Folge bestimmter Erlebnisse. Gewalterfahrungen und andere Grenzüberschreitungen, Vernachlässigung oder einfach das alltägliche Wegignorieren von Bedürfnissen mögen Anlässe gewesen sein, die das „Dissoziieren“ auf den Plan gerufen hatten. Als Bewältigungsstrategie in Krisenzeiten dient es uns zum Überleben. Eine gute Dauerlösung ist das nicht.

Und die Folgen…

Das Abspalten der Körperempfindung vom Bewusstsein verhindert, dass wir unsere Intuition nutzen können, die sich in feinen Körperwahrnehmungen zeigt. Ohne Zugang zum „Bauchgefühl“ wird jede Entscheidung zur Tortur. Viel von der oft beschworenen Selbst-Sicherheit hängt mit der Wahrnehmung unseres Körpers zusammen. Sich nur in den Geist zurückzuziehen, führt zu seelenlosen Entscheidungen, die nur aus der technischen Vernunft heraus getroffen werden. Wir machen dann alles, was machbar ist, ohne nach dem Warum und Wozu zu fragen, was der praktischen Vernunft zugeschrieben ist. Auf diese Weise sind wir in die aktuelle Misere hineingeraten. Es wird höchste Zeit, dass wir uns alle wieder viel mehr spüren.

Im Jin Shin Jyutsu gibt es eine Übung, die das Körperbewusstsein stärkt. Halten Sie die Daumenwurzel mit einem oder mehreren Fingern der anderen Hand so lange Sie wollen und wie es Ihnen wohltut. Dieser Griff dient Ihnen, sich besser zu spüren und Ihren Körper wahrzunehmen. Sie dürfen die Stelle dabei drücken, aber das müssen Sie nicht. Vielleicht können Sie so die sanfte Berührung üben, die Sie auch Ihren Brüsten gönnen dürfen.

Text: Petra Weiß
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Danke schön

Herzlichen Dank an alle Leser, die meine freiberufliche Tätigkeit durch einen Energieausgleich würdigen. Ich liebe die Arbeit an Texten. Mir macht es Freude, mein psychologisches Wissen, meine Praxis-Erfahrungen und meine Überlegungen mit Ihnen zu teilen. Gleichzeitig habe auch ich alltägliche Bedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf und etwas Sojasahne im Kühlschrank. Daher bitte ich Sie, freiwillig einen angemessenen Energieausgleich zu leisten:

Konto: IBAN DE48 4306 0967 6022 2369 03
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Zur Autorin

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin und psychologische Beraterin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Sie hat zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht. Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus.