Fruchten und Reifen dank stabiler Nerven

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Lesedauer ~14 Minuten

In einem gesunden Organismus laufen Nerven und Energiebahnen parallel. Wenn wir einen Schock erleiden, lösen sich die beiden Systeme (vorübergehend) voneinander. Dadurch ist man im Wortsinne„außer sich“.

Der Energiefluss verliert seine physischen Gleise und versorgt das Nervensystem nicht mehr wie gewohnt. Da der Organismus auf funktionale Nerven angewiesen ist, beeinträchtigt das Erleben eines Traumas uns auf sämtlichen Ebenen des Seins. Durch Probleme mit dem Nervensystem – egal welcher Ursache – kann es zu allerlei körperlichen, mentalen und seelischen Beschwerden kommen. 

Was Sie in den vergangenen Monaten erlebt haben und möglicherweise in den kommenden Tagen erfahren werden, kann zu Schreckmomenten führen oder die Reaktivierung von kleinen, mittleren und größeren Traumata auslösen. Bitte seien Sie sich dessen bewusst. Sorgen Sie jetzt besonders gut für sich – und für Ihr Nervensystem.

Wir werden unsere Zukunft schon bald neu gestalten dürfen. Um dafür bereit zu sein, brauchen wir stabile Nerven. So lange wir mit Stresshormonen überflutet sind, können wir nicht klar denken. Wir bleiben in unfruchtbaren Zuständen von Angst, Wut oder Ohnmachtsgefühlen stecken. Um unsere naturgegebene Schöpferkraft und Schaffensfreude zurückzugewinnen und zu einer klaren Ausrichtung zu finden, kümmern wir uns im ersten Schritt um unser Nervensystem.

Die meisten von uns haben ihr gesundes Körpergefühl verloren oder nie entwickelt und spüren sich nicht (mehr) in ihrem Körper. Sonst könnten wir sensorisch entscheiden, welchen Einflüssen wir uns aussetzen wollen. Wir müssen erst wieder lernen, was uns dient und was uns gar nicht nützt. Es gibt ein paar Basics, die Sie über Ihre Nerven wissen sollten.

Bevor Sie sich darüber sorgen, wie Sie die Nerven unterstützen, lenken wir Ihren Fokus auf Störfaktoren und betrachten, was ihren Nerven schadet. Alkohol, Nikotin und Coffein sind Nervengifte. Die drei Substanzen haben Suchtpotenzial. Daher kann man sie nach einer gewissen Gewöhnung nicht einfach weglassen. Sie füllen uns ein Element, das fehlt. Dieses muss dann anderweitig gefüllt werden.

Alkohol dient dem Wasser-Element. Viele nutzen ein Glas Rotwein beim Essen oder das Feierabendbier zur Entspannung, für den sinnlichen Genuss oder als Gemeinschaftsritual. Finden Sie heraus, wozu Sie es einsetzen und verschaffen Sie sich genau diesen Effekt ohne Alkohol. Entspannen Sie sich beispielsweise in der Badewanne oder in der Hängematte. Genießen Sie bewusst eine besonders leckere Vorspeise, ein schönes Klavierstück oder den Duft von Rosen. Erleben Sie Gemeinschaft, indem Sie eine Freundin anrufen oder Ihren Kater streicheln oder sich Familienfotos ansehen. All das unterstützt Ihr Wasser-Element genauso gut.

Nikotin fördert das Luft-Element. Ohne es zu wissen, lindern Raucher ihre Ängste durch Zigaretten, verschaffen sich die Illusion von Freiheit mit einer Zigarre oder unterstreichen den Eindruck von Besonnenheit mit einer Pfeife. Ja, man kann auch aus anderen Gründen rauchen. Tatsächlich ist jede Sucht eine Abhängigkeit und damit sehr unluftig. Wie man Ängsten konstruktiv begegnen kann, darüber habe ich in dem Beitrag „Angstfrei durch die Lüfte schweben“ ausführlich geschrieben. Freiheit ist prinzipiell jede Form der Entscheidung nach dem eigenen Willen, und sei sie noch so nebensächlich. Suchen Sie immer nach verschiedenen Optionen. Vergleichen Sie die vorteilhaften mit den weniger erquicklichen und fällen Sie dann Ihren Beschluss. Lassen Sie sich nicht erzählen, Sie hätten keine Wahl. Wirklich alternativlos ist nur der Tod.

Coffein stimuliert das Feuer-Element. Kaffee und Schwarztee wirken deutlich feurig auf das Herz-Kreislauf-System, grüner Tee durch die sanftere Entfaltung des Coffeins in etwas geringerem Maß. Menschen mit niedrigem Blutdruck können manchmal besser schlafen, wenn sie abends einen Espresso trinken. Leuten, die konstitutionell zu viel Feuer haben, ist von diesem Betthupferl abzuraten. Wer meint, Kaffee zu brauchen, um mehr leisten zu können, sollte nach seinen Schilddrüsen-Werten schauen lassen. Wenn das Organ schwächelt, treten parallel oft schleichend und daher unbemerkt eine niedergedrückte Stimmung, Hautmalheur und/oder eine verlangsamte Verdauung auf. Man kann sich auch überlegen, ob man in Sachen Performance nicht viel zu viel von sich verlangt und warum. Nervenschonender als den Kaffeekonsum zu steigern, ist es, das Feuer-Element durch warme Kleidung, heiße Getränke, vielleicht mit Ingwer oder Zimt und – bei entsprechender Verträglichkeit – durch scharfe Speisen anzuheizen.

Wie immer rate ich Ihnen dringend, nicht fanatisch zu werden. Wenn Sie z.B. jeden Tag 4 große Tassen Kaffee getrunken haben, und das Heißgetränk von einem Tag auf den anderen weglassen, können Entzugssymptome auftreten wie Kopfschmerzen und gereizte Unleidlichkeit. Reduzieren Sie die Dosis lieber schrittweise. Falls Sie Kaffee und Alkohol zu sich nehmen, verringern Sie die Mengen parallel. Damit bleibt Ihre Wasser-Feuer-Achse in Balance. Dann fällt die Umgewöhnung Ihnen vielleicht gar nicht so schwer.

Die Nikotinsucht zu stoppen ist eine Übung für Fortgeschrittene, weil die Sucht an sich einen Mangel an Luft-Element darstellt und der Griff zur Zigarette etwas Ausgleichendes hat. Man muss zuerst das Luft-Element entlasten, damit das Ansinnen eine realistische Chance auf eine erfolgreiche Umsetzung hat. Holen Sie sich bei Bedarf professionelle Unterstützung. Eine kleine Reduktion ist allemal besser als gar keine Veränderung. Veränderung ist nämlich ebenfalls Luft-spendend.

Halten Sie die Augen offen, was Sie persönlich stresst. Der eine leidet unter Termindruck und tut gut daran, mehr Pufferzeiten einzuplanen oder zeitiger mit Vorbereitungen zu starten. Der andere ignoriert seine Grundbedürfnisse wie Wärme, Durst, Hunger, Pipi und Erholung. Bestimmte Informationen oder Kontakte können einem ebenfalls den Energiestöpsel ziehen. Selbst wenn Sie sich nicht (mehr) gut spüren – Ihr Nervensystem registriert sehr wohl, wenn Sie gegen Ihre Natur arbeiten. Es muss dann ständig gegenregulieren und verbrät unnötig Energie, die Ihnen anderswo besser dienen könnte.

Sinneseindrücke können uns unter Stress setzen, wenn sie individuell unpassend sind. Prüfen Sie, ob Ihre Umgebung für Sie zu laut oder die Beleuchtung zu hell (oder blaustichig durch LED) ist, oder ob es unangenehme Gerüche gibt.

Ist Ihre Kleidung bequem, drückt irgendwas? Haben Sie kalte Füße? Nervt eine Haarsträhne, die ständig ins Gesicht fällt? Kleinigkeiten summieren sich. Stellen Sie alles Belastende ab, was nicht sein muss.

Wir leben in einem Ausnahmezustand. Nutzen Sie die Zeit mit sich selbst, um in sich hineinzulauschen, was Sie wirklich brauchen. Beginnen Sie damit, was Ihr Körper gerade will. Reagieren Sie auf Ihre Bedürfnisse. Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie gut für sich sorgen. Aber machen Sie es notfalls auch mit schlechtem Gewissen. Besser als gar nicht. Um das Gewissen kümmern wir uns in einem der nächsten Schritte. Jetzt ist erst mal das Nervensystem dran.

Ein Griff aus der japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu unterstützt das Nervensystem und seine gesunde Verbindung zu den Meridianen. Auch und gerade in Notlagen ist SES17 von unschätzbarem Wert. Das Sicherheitsenergieschloss SES17 liegt außen an den Handgelenken auf der Kleinfingerseite. Umfassen Sie ein Handgelenk einfach mit der anderen Hand oder berühren Sie den Punkt mit einem oder mehreren Fingern.

Referenten standen früher in dieser Pose vor ihrem Publikum und haben damit automatisch ihr Lampenfieber gelindert – bevor neunmalkluge Rhetoriktrainer es ihnen ausgeredet haben.

SES17 unterstützt uns in Situationen, in denen wir uns, wie Rüdiger Dahlke sagen würde, „mutig ins Dunkle hineinbegeben“. Wenn wir also mit völlig unbekannten Umständen klarkommen müssen, ist dieser Griff genau richtig. Er hilft beim Aufbruch ins Neue.

Auf der körperlichen Ebene beruhigt SES17 in erster Linie die Nerven. Nervosität und Zittern lassen nach. Das Gehirn wird besser mit Energie versorgt. Wir können wieder klar denken und haben einen leichteren Zugriff auf unsere Intuition.

SES17 harmonisiert die Funktion des Herzens, reguliert den Blutdruck und öffnet den Brustkorb.

Parallel dazu wird der Dünndarm entspannt, was die Verdauung erleichtert und Blähungen abbaut.

Interessanterweise dient SES17 allen Fortpflanzungsprojekten – sowohl physisch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft als auch im übertragenen Sinne: Unsere geistigen Kinder finden besser ins Leben dank SES17. Gedeihen und gesundes Wachstum bis zu Reife werden mit SES17 assoziiert.

Wir müssen uns also beruhigen und zur Stabilität unserer Nerven zurückfinden, um etwas Zukunftsträchtiges zu erschaffen – egal, ob es ein Baby ist, eine neue Gesellschaftsform oder ein anderes Wirtschaftssystem.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren dieses in unserer Zeit so hilfreichen Energiepunktes. Und wenn Ihre Nerven gar nicht belastet sind? Glückwunsch! Dann nutzen Sie den Griff bei Bedarf einfach als Energizer.




Zur Serie

Die Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint im Online-Magazin „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und Februar 2021 wird jede Woche ein Beitrag gepostet. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt harmonisieren können. Ein gut balanciertes Energiesystem fördert Ihre Gesundheit, dient der emotionalen Regulation und unterstützt Ihren Bewusstseinsprozess. Grundlegende Informationen zur Methode und zur Anwendung der Griffe erhalten Sie aus dem…

Pilot-Artikel:

Jin Shin Jyutsu: japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

28.08.2020 Pilot-Artikel zur Serie. Lesedauer ~ 10 Minuten.
Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

In unserem kollektiven Entwicklungsprozess kommen wir Menschen immer stärker in unsere Kraft. Wir werden uns darüber bewusst, dass wir sehr viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser ganzes Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer versuchten Eingriffe in unsere persönlichen Entscheidungen der Lebensführung, sondern durch unsere Selbstermächtigung in medizinischen Angelegenheiten.

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SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: günther gumhold / pixelio

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur
Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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SES4 Weise Entscheidungen treffen

23.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Die Kunst dabei ist, das Unwesentliche zu ignorieren.

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SES 5 Bereit für den Wandel

01.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Bild zum Beitrag Bereit für den Wandel
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Unsere Welt ist in einem weiträumigen Veränderungsprozess. Wie erleben Sie diese Bewegung? Freuen Sie sich auf den bevorstehenden Wandel? Oder machen Sie sich Sorgen, wie es dann weitergehen wird? Möchten Sie gar, dass alles so bleibt wie es immer war?

Menschen sind konstitutionell unterschiedlich gut dafür gewappnet, mit Veränderungen umzugehen. Was für den einen ein Bedürfnis ist, bereitet dem anderen großes Ungemach. Doch Leben ist Entwicklung, ist Veränderung. Wir Menschen können das prinzipiell, wir haben uns immer den Umständen angepasst, sonst wäre unsere Spezies längst ausgestorben.

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SES 6 Einen ausgewogenen Standpunkt finden

Video von Petra Weiß. Spieldauer ~10 Minuten

Zum Sicherheitsenergieschloss 6 habe ich ein Video für Sie erstellt. Sie finden es auf BitChute:

In diesem Video erfahren Sie, wie Sie einen ausgewogenen Standpunkt finden und andere Standpunkte besser tolerieren können. Dabei unterstützt Sie ein einfacher Griff aus der Japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu.

SES7 Entwicklung in Zyklen

20.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~12 MinutenBild zum Beitrag Entwicklung in Zyklen

Foto: Walter Eberl / pixelio.deIn der Biographie-Arbeit gibt es das Konzept der Jahrsiebte. Alle sieben Jahre treten wir in einen neuen Entwicklungszyklus ein. In jedem Lebensjahrsiebt haben wir ein spezielles Thema in unserer Entwicklung zu bewältigen. Es kann sehr nützlich sein, sich über diese Themen zu informieren.

Vielleicht lässt sich das Konzept der Jahrsiebte auch auf Beziehungen, Unternehmen, Vereine oder Staaten anwenden…

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SES8 Rhythmus ist Leben

26. Oktober 2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~8 Minuten

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir begegnen von Anbeginn unseres Lebens verschiedenen Rhythmen in uns und um uns herum. Die rhythmischen Prozesse in unserem Körper stehen in Verbindung miteinander und mit den Vorgängen in unserer Umwelt.

Vielleicht erahnen Sie, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten eines Jin Shin Jyutsu Griffs sind, der uns dabei unterstützt, uns den inneren und äußeren Rhythmen des Lebens harmonisch anzupassen.

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SES9 Vom toten Gaul absteigen

28.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~6 Minuten

Bild zum Beitrag Vom toten Gaul absteigen
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Es gibt Situationen, in denen ist es ratsam, eine Investition an Geld, Zeit, Emotion oder Energie abzuschreiben, um nicht noch weitere Verluste zu riskieren. Aber das fällt schwer. Lieber zerren und reißen wir an einer Lösung, die keine Chance mehr hat, richtig gut zu werden, nur damit nicht alles umsonst gewesen ist. Vielleicht auch, um das Gesicht nicht zu verlieren. Oder um uns nicht der Schmach auszusetzen, einen gravierenden Fehler begangen zu haben.

Wie kommt man dann aus der Nummer bloß wieder raus?

SES10 Das Erleben von Fülle statt Mangelgefühle

04.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Bild zum Beitrag Fülle statt Mangel
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Wir haben alles, was wir brauchen. Um uns herum ist genügend Luft, wir können so viel davon einatmen, wie wir wollen. Die Erde schenkt uns Wasser und Nahrung. Unser Körper ist perfekt. Er funktioniert als Wunderwerk der Natur: Tausende biochemischer Prozesse greifen geschmeidig ineinander, wenn man sie nicht stört. Wir verfügen von Geburt an über ein wirksames Abwehrsystem, dass sich mit jeder neuen Herausforderung noch weiterentwickelt. Wir haben viele verschiedene Menschen um uns herum, mit denen wir uns verbinden können. Es ist alles da.

Wieso glauben wir, dass es uns an irgendetwas mangelt?

Heute wird mein Beitrag ein bisschen weniger spirituell und etwas mehr faktenbasiert. Ich möchte Ihr Bewusstsein dafür wecken, wie kostbar Ihre Lebensleistung ist.

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SES11 Loslassen und leichter leben

16.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~13 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Es ist nicht immer leicht, präsent zu sein. Häufig weilen unsere Gedanken bekümmert in der Vergangenheit oder sorgenvoll in der Zukunft. Das hält uns davon ab, mit unserem Bewusstsein im Hier und Jetzt zu sein – da wo das Leben stattfindet.

Das Loslassen richtet sich zeitlich in zwei Richtungen: Vergebung – auch für sich selbst – ist eine Form des Loslassens, welche die Vergangenheit betrifft. Sorgen loszulassen, betrifft hingegen die Zukunft. Der Beitrag gibt Ihnen Anregungen zu beiden Seiten.

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SES12 Die Sache mit dem freien Willen

19.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~14 Minuten

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Foto: pixplosion / pixelio.de

Wir leben in einer infantilen Gesellschaft. Wie wir heute deutlicher denn je sehen, ist bei vielen Menschen ein psychischer Anteil im Kleinkindalter abgespalten worden. Als Traumatherapeutin kann ich das gut verstehen. Unsere Standard-Abläufe lassen kaum eine Gelegenheit aus, schon die Kleinsten zu überfordern.

Die Willensbildung ist ein komplexer Vorgang. Ein Wille, der auf falschen Informationen, kritiklos übernommenen Meinungen und kindlichen Entscheidungsmustern beruht, ist kein freier Wille im eigentlichen Sinne.

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SES 14 Integrieren oder loslassen?

11.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~12 Minuten

Bild zum Beitrag Integrieren oder Loslassen?
Foto: Petra Weiß

Viele von uns müssen im Moment mit ihren Kapazitäten klug haushalten. Achten Sie also darauf, was Ihre Bedürfnisse stillt. Manchmal ist eine halbe Stunde in der Hängematte oder die Umarmung einer guten Freundin oder ein mit Liebe gebackener Kuchen nahrhafter als das beste bio-vegane Fairtrade-Menü.

Den Verdauungsprozess unterstützen wir auf der energetischen Ebene mit dem Sicherheitsschloss SES14. Es liegt auf dem vorderen unteren Rippenbogen, rechts also direkt über der Leber und ihrer Gallenblase. Die anatomische Nähe zu Magen, Bauchspeicheldrüse und Milz ist sinnig.

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SES15 Heitere Gelassenheit

17.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~8 Minuten

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Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ein ausgeglichenes Luft-Element zeigt sich im Gemüt als heitere Gelassenheit. Doch wer erlebt diese gerade? Unser Gelassenheits-Element wird durch eine behinderte Atmung, durch Ausgangssperren, durch Beschränkungen in der Reisefreiheit und in der freien Gestaltung unseres Alltags sowie durch die Furcht vor realen und eingebildeten Gefahren reduziert. Um so wichtiger ist es, dass wir jetzt gut für unser Luft-Element sorgen.

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Die große Metamorphose

23.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Michael Otterbach / pixelio.de

Was ist der Unterschied zwischen einer Veränderung und einer Transformation? Die Transformation verändert uns elementar und fundamental. Jedes Lebewesen wächst und entwickelt sich. Schmetterlinge allerdings durchleben eine Metamorphose. Sie beginnen ihren Weg als kriechende Raupe und verwandeln sich später in ein Tier der Lüfte! Ihr wundersamer Wandel ist das Paradebeispiel einer Transformation.

Wir durchlaufen im Moment alle eine Metamorphose. Der aktuelle Stillstand ist notwendig, auch wenn er schwer auszuhalten ist. Die meisten befinden sich im Puppenstadium, einige kriechen noch umher und andere sind schon am Schlüpfen. Klopfen Sie nicht an den Kokon Ihres Nachbarn. Er wird davon nicht schneller reifen. Ihren eigenen Prozess können Sie aktiv unterstützen. Dieser Beitrag gibt Ihren ein paar praktische Tipps.

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Zur Person

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein in ihrem Genesungsprozess von einer angeblich unheilbaren Erkrankung. Sie ist seit 2014 als Jin Shin Jyutsu Praktikerin zertifiziert, hält Vorträge für Therapeuten und Laien, gibt Selbsthilfekurse und hat mehrere eigene Themen-Workshops gestaltet.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

Woher wissen wir, was wir wissen?

Essay von Petra Weiß. Lesedauer ~ 17 Minuten
Rubrik: Umdenken

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Individuelle Erfahrungen prägen ein Universum von subjektiver Wahrheit. Foto: Carsten Przygoda / pixelio.de

Viele Dinge erfahren wir im Laufe unseres Lebens. Wir nehmen etwas wahr: ein Bild, ein Geräusch, einen Geschmack, einen Duft, eine Bewegung oder eine Berührung. Diese Erfahrungen sind sinnliche Wahrnehmungen. Wir nehmen sie mit unseren Sinnen wahr. Sie erscheinen uns als objektive Wahrheiten. Sind sie das wirklich? Oder ist Objektivität in der Wahrnehmung eine Illusion?

Wenn zwei Menschen dasselbe Bild gezeigt bekommen, beschreiben sie es womöglich mit ähnlichen Worten. „Drei grüne Scheiben und ein rotes Rechteck“, sagt ein Betrachter. Ein anderer meint zu erkennen, hier seien „ein rotes Quadrat und drei grün gefüllte Kreise“. Im Wesentlichen scheinen die Wahrnehmungen übereinzustimmen. Die Zahlen sind identisch, die Formen zumindest ähnlich und die Farben werden gleich beschrieben. Woher wissen wir aber, dass ein anderer Mensch die Farbe Rot in gleicher Weise wahrnimmt wie wir selbst?

Wir alle haben gelernt, eine bestimmte Farbe als Rot zu bezeichnen. Ihre Frequenz ist physikalisch messbar, unsere Wahrnehmung von ihr kann identisch oder unterschiedlich sein. Dass Menschen Farben individuell wahrnehmen, wissen wir spätestens seit Bekanntwerden der Rot-Grün-Blindheit. Sie wird anhand eines einfachen Sehtests festgestellt. Bevor aber diese Menschen einen entsprechenden Test machen oder man die Frequenzen von Rot und Grün gemessen hat: Woher wussten die Betroffenen, dass sie Rot und Grün anders wahrnehmen als ihre Mitmenschen?

Und wenn umgekehrt 99 % aller Menschen eine Rot-Grün-Schwäche hätten, wie würden wir mit denjenigen umgehen, die Rot und Grün unterscheiden können? Hätten wir Angst vor ihrer „übersinnlichen“ Wahrnehmung? Würden wir sie als psychisch krank einstufen und versuchen, sie zu heilen?

Eine Erdbeere ist eine Erdbeere ist eine Erdbeere.

Manchen Sinneswahrnehmungen billigen wir eher zu, subjektiver Natur zu sein. Woher glauben wir zu wissen, dass ein anderer Mensch den Geschmack einer Erdbeere auf die gleiche Weise erlebt wie wir selbst? Vielleicht weil wir das Erlebnis mit denselben Worten beschreiben wie er, z.B. als „süß und fruchtig“. Was genau ein anderer Mensch erlebt, wenn er in eine Erdbeere beißt oder überhaupt etwas Süßes und Fruchtiges isst, können wir nicht wissen, auch wenn wir Zuckergehalt und Fruchtsäure exakt bestimmen können.

Wir geben ihm eine reife Aprikose und freuen uns, dass er auch diese als „süß und fruchtig“ beschreibt. Damit wissen wir, dass in seiner Wahrnehmung beide Früchte ähnliche Erfahrungen verursachen. Ob sie dieselben sind wie bei uns wissen wir immer noch nicht.

Aus diesen Betrachtungen gewinnen wir eine wichtige Erkenntnis: Ich kann nur wissen, wie süß und fruchtig für mich schmeckt und wie Rot für mich ausschaut. Das ist meine subjektive Wahrheit. Wir können vermuten, dass andere Menschen ähnliches erleben, wissen können wir das nicht. Ihre subjektive Wahrheit ist möglicherweise der unseren gleich, aber vielleicht ja auch ganz anders.

In fremde Köpfe blicken

Dank moderner Technologie können wir beobachten, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, während ein Mensch in eine Frucht beißt – was er dabei erlebt, kann uns der Apparat nicht sagen. Vor lauter Begeisterung über den Fortschritt dürfen wir unsere Bescheidenheit nicht verlieren.

Den sokratischen Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, hielt ich lange Zeit für den Ausdruck von Demut eines antiken Philosophen. Erst spät habe ich verstanden, dass man die Aussage durchaus wörtlich nehmen darf: Wer glaubt, etwas zu wissen, befindet sich im Irrtum. Wer hingegen weiß, dass er nur glaubt, der ist weise.

Wir verwechseln häufig unsere subjektive Wahrheit mit objektivem Wissen. Wenn wir schon im als gesund eingestuften Zustand im Unklaren sind, ob unsere Wahrnehmungen denen der anderen entsprechen, wie schaut das bei Wahrnehmungen außerhalb der Norm aus?

Wahn und Illusion

Die Psychiatrie diagnostiziert eine Wahnwahrnehmung oder Illusion, wenn jemand etwas anderes mit seinen Sinnen zu erfassen glaubt als die meisten anderen Menschen, die sogenannten Gesunden. So als sei Wahrnehmung etwas Objektives. Dabei wissen wir längst, dass manche Menschen besondere Fähigkeiten haben, sozusagen das Gegenteil einer Rot-Grün-Schwäche.

Es gibt zum Beispiel Personen mit einem extrem feinen Gehör, die Töne oberhalb oder unterhalb des üblicherweise wahrgenommenen Frequenzspektrums hören können. Oder elektrosensible, die Spannungsschwankungen wahrnehmen. Nur weil ihre Fähigkeiten nicht der Allgemeinheit entsprechen, heißt das nicht, dass ihre Wahrnehmungen „falsch“ sind. Bei Strom und Ton können wir die Frequenzen messen und ein Gerät sagt uns, dass die Wahrnehmung eine nachvollziehbare ist, auch wenn sie der allgemeinen nicht entspricht. Da haben die Betreffenden aber Glück gehabt! Könnte man die physikalische Frequenzen nicht messen, würden sie vermutlich als Spinner verlacht.

Letztlich sind alle Annehmen, die wir treffen, Konstrukte unseres Verstandes, um die Welt zu begreifen. Menschen bedienen sich geistiger Konzepte, um sich zu orientieren, um sich sicher zu fühlen, um Entscheidungen zu treffen und manchmal auch, um danach zu handeln. Unsere Annahmen gleichen wir mit den Annahmen unserer Mitmenschen ab.

Glauben viele Menschen dasselbe, halten sie diesen Glauben für Wissen. Diese Verwechslung kann Folgen haben.

Wenn schon unsere direkten sinnlichen Wahrnehmungen weit weg von einer  Objektivität sind, wie kommen wir dann auf die Idee, komplexere Zusammenhänge verobjektivieren zu wollen und damit Wahrheit zu erzeugen, was wir Wissenschaft nennen?

Wie schafft man Wissen?

Gibt es so etwas überhaupt: eine objektive Wahrheit? Sind Menschen in der Lage, sie zu ergründen? Oder können wir uns ihr immer nur nähern? Und welche Disziplin sucht wahrhaftig nach ihr?

„Die Naturwissenschaften!“, werden Sie vielleicht vermuten. Nun ja, hier werden Beobachtungen gemacht, die Fragen aufwerfen. Als mögliche Antwort stellt man eine These auf, die man versucht zu beweisen. Also findet man ein Argument, das für diese These spricht, und nennt das einen Beweis. Auch die Anti-These wird aufgestellt und in gleicher Weise beleuchtet. Am Ende wird aus der Gesamtschau eine Synthese gebildet. Wollen wir das Resultat dieser Abläufe als objektives Wissen bezeichnen? Wenn schon die anfängliche Beobachtung etwas Subjektives ist, von der Fragestellung und den entwickelten Thesen ganz zu schweigen.

Wie gehen wir als Menschheitsfamilie mit den Wahrheiten um, die uns unsere Wissenschaft beschert? Wozu dienen ihre Erkenntnisse, wenn sie keinen Einfluss auf unsere Leben haben?

Sensationelle Erkenntnisse ohne Auswirkung

Die Quantenphysik hat schon vor Jahrzehnten bewiesen, dass der Beobachter das Experiment beeinflusst, und damit eigentlich die bisher angenommene Objektivität wissenschaftlicher Experimente wissenschaftlich widerlegt. Die Erkenntnis dringt nicht in die Köpfe der Menschen vor: Es gibt keine Objektivität – weder im Labor noch im richtigen Leben.

Und noch etwas hat die Quantenphysik festgestellt: ein und derselbe Partikel kann sowohl Teilchen als auch Welle sein und sich auch noch an zwei Orten gleichzeitig befinden. Wird Ihnen schwindelig? Nein? Dann haben Sie die Tragweite dieser wissenschaftlich belegten Tatsache noch nicht begriffen: Unsere physische Welt, wie wir sie erleben, kann so und auch ganz anders sein.

Um noch das Sahnehäubchen draufzusetzen, könnte man an dieser Stelle eine weitere sensationelle Erkenntnis aus der Quantenphysik erwähnen: Zwei Teilchen desselben Ursprungs bleiben miteinander in Verbindung, auch wenn man sie räumlich voneinander trennt. Materie ist auf der Quantenebene miteinander verbunden!!!

Und was machen wir? Wir leben unser Leben weiter in den Ansichten der alten Physik, ohne von den neuen Erkenntnissen zu profitieren.

Sinnvolle Einsichten

Wenn Materie gleichzeitig mehrere Varianten von räumlichen Positionen und Zuständen einnehmen kann, ist unser 3-D-Modell der Realität überholt. Und in der Tat sprechen Experten von weit mehr als den bekannten 3 oder 4 (incl.Zeit) Dimensionen. Dann ist Materie nicht das, wofür wir sie bisher gehalten haben.

Und wenn ein Beobachter als Faktor in sein Experiment einfließt, dann ist das ein klarer Hinweis darauf, dass Bewusstsein Materie beeinflusst. Wir dürfen also hoffnungsfroh sein, zumindest unseren eigenen Körper durch unser Bewusstsein beeinflussen zu können. Von diesem Maß an Selbstwirksamkeit sollte jeder Mensch Kenntnis erhalten, entsprechende Fähigkeiten sollten erforscht und geschult werden.

Wo erfahren wir davon? Welche Veränderungen finden wir im Lehrplan der Schulen und Universitäten seit diesen umwälzenden Forschungsergebnissen? Und wer nutzt diese spektakuläre Erkenntnis zum Wohle der Menschheit?

Wenig genutztes Potenzial

In den 1980er Jahren kam die sogenannte Psychosomatik in Mode und erreichte sogar die Schulmedizin. Die Beteiligung psychischer Ursachen wurde für ein paar auserwählte Krankheiten offiziell anerkannt. Heute forscht die Psychoneuroimmunologie an den generellen Wechselwirkungen zwischen der Psyche und dem Nervensystem, der Abwehr sowie den Hormonen. Hier gibt es bereits beeindruckende Untersuchungen, die darauf hinweisen, wie wichtig ein guter Gemütszustand für die körperliche Gesundheit ist.

Hören Sie davon täglich in den Medien? Legt man Ihnen Yoga oder Entspannungstechniken ans Herz und ruft jemand Sie dazu auf, Ihre Traumata zu bearbeiten, wenn Sie gesund bleiben oder werden wollen? Ist Ihnen bewusst, wie schädlich Angst für Ihr Immunsystem ist?

Da sind wir wieder bei unserer Wahrnehmung und der Frage nach der Wahrheit. Nur wenn wir uns Gelegenheit geben, den Einfluss unseres Seelenlebens auf unser körperliches Wohlbefinden zu erfahren, wird die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche erlebte Realität. Sonst glauben wir, was wir oft genug und von vielen Seiten hören und halten das auch noch für objektives Wissen: Die alleinige Herrschaft über unser aller Gesundheit liegt anscheinend bei den medizinischen Fachleuten.

Nur sie wissen, wie wir gesund bleiben oder werden können. Sie dürfen uns folglich vorschreiben, was wir wie und wann essen sollen, wie oft und in welcher Weise wir uns bewegen sollen und so weiter. Schließlich gibt es wissenschaftliche Studien! Es wird Zeit, dass wir alle uns über das Wesen von Studien bewusst werden und sie ihren falschen Heiligenschein der Objektivität verlieren.

Verzerrte Wahrheit mit Nachkommastellen

Wer sich ausführlich mit Statistik befasst, dem wird irgendwann klar: Studien beweisen, was auch immer der Studiendesigner beweisen will. Man muss die Kriterien für die Gruppen nur geschickt auswählen oder die Daten in einen entsprechenden Rahmen setzen. Zahlen haben das Image von harten Fakten, daher eignen sie sich am Besten dazu, Menschen etwas glauben zu machen, insbesondere, wenn man sie mit Balken- oder Tortendiagrammen grafisch aufbereitet. Damit erzeugt man die scheinbar objektive Wahrnehmung eines Sachverhalts: geometrische Formen und Farben. Erinnern Sie sich an unser Anfangsbeispiel?

Wer prüft schon im Detail, ob ein Studiendesign dazu geeignet ist, das herauszufinden, was ihr Ergebnis angeblich belegt? Machen Sie das doch mal zum Spaß in einem Fachbereich, mit dem Sie sich wirklich gut auskennen. Und dann seien Sie sich gewiss, dass solche Zahlentricksereien allgegenwärtig sind.

Wenn unser gesamtes Weltbild auf einer Objektivität fußt, die es gar nicht gibt, wie können wir dann herausfinden, was wirklich wahr ist?

Zunächst einmal müssen wir begreifen, dass wir keine Sicherheit durch äußere Impulse erlangen werden. Das ist hart für unsere Dauerangst-geplagte und daher auf Sicherheit getrimmte Gesellschaft. Warum sind wir so abhängig von der Sicherheit, die uns irgendjemand im Außen anbietet? Weil wir verlernt haben, Sicherheit in uns zu suchen und zu finden. Niemand kann Ihnen sagen, was Ihre subjektive Wahrheit ist. Sie müssen sie selbst erfahren.

Wahrnehmen statt Denken

Woher wissen Sie, dass etwas wahr ist? Sie haben es mit eigenen Sinnen wahrgenommen. So wird es zu ihrer subjektiven Wahrheit. Oft bekommen Sie aber etwas aus zweiter oder dritter Hand vermittelt. Wie prüfen Sie den Wahrheitsgehalt solcher Botschaften? Wann halten Sie eine Information für vertrauenswürdig? Hat der Überbringer selbst eine Erfahrung gemacht, von der er erzählt? Oder berichtet er von etwas, das auch er irgendwo gehört oder gelesen hat?

Wir halten Informationen für wahr, wenn sie in unser bisheriges Weltbild passen und wenn wir dieselbe Aussage mehrfach aus verschiedenen Quellen hören. Dann denken wir, etwas zu wissen. Und haben wir uns erst einmal dafür entschieden, etwas zu glauben, haben gegenteilige Informationen kaum mehr Zugang zu unserem Kopf.

Haben Sie Ihr eigenes Wissen jemals hinterfragt? Ich empfehle Ihnen, in den nächsten Tagen immer wieder ein inneres Stopp-Schild zu setzen und sich zu fragen „Woher WEISS ich das?“. Vielleicht fällt Ihnen dann in dem ein oder anderen Zusammenhang auf, dass sie verschiedenen „Glaubensgemeinschaften“ angehören. Das ist vollkommen in Ordnung, solange Sie sich dessen bewusst sind oder werden. Aber bitte halten Sie Ihren Glauben nicht für eine objektive Wahrheit.

Wirklichkeit ist der Teil der Realität, der wirkt, das ist Ihre subjektive Wahrheit. Es kann dienlich sein, wenn Sie das Denken hin und wieder zugunsten direkter Wahrnehmung hintenanstellen. Gehen Sie in die Natur, riechen Sie an einer Blume, erfreuen Sie sich an ihrer Schönheit, spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen, genießen Sie das Aroma einer Erdbeere und geben Sie jemanden einen Kuss. Damit sind Sie nicht in irgendeiner Objektivität. Und das macht gar nichts. Ihre Subjektivität ist für Ihr Leben wesentlich.