Weise Entscheidungen treffen

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Weisheit entsteht durch die Verbindung von Wissen und Erfahrung. Das eine ohne das andere kann niemals weise sein. Wissen ohne Erfahrung bleibt theoretisch, ihm fehlt das Lebendige, der Bezug zum sinnlich Erlebten. Erfahrung ohne Wissen, bleibt instinktiv und oberflächlich. Allzu leicht verleitet sie zu voreiligen Schlüssen und unbedachten Handlungen.

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Wollten wir uns immer mit einer inneren Entscheidungsmatrix plagen, Gewichtungsfaktoren bestimmen und Ausschlusskriterien definieren, kämen wir mit unseren täglichen Beschlüssen nicht zu Potte. Stattdessen entscheidet in den meisten Fällen unser sogenanntes Bauchhirn. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Das Bauchhirn verarbeitet diese Informationen um ein Vielfaches schneller als es unser Verstand jemals könnte.

Die Kunst dabei ist, „das Unwesentliche zu ignorieren“, wie es der Psychologe Professor Gerd Giegerenzer, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in seinem gleichnamigen Buch beschreibt. (Link zu meinem Artikel „Gefühltes Wissen“ über einen Vortrag von Prof. Giegerenzer in der Rubrik „Seelische Aspekte“: www.schreibkunst.online/berichte )

Unsere Bauchhirn ist immer dann ein guter Ratgeber, wenn die Möglichkeiten zahlreich sind und die Informationen unüberschaubar viele. Genau dann kommt es darauf an, das Wesentliche herauszufiltern. Und das machen wir automatisch, wenn unser Kopf uns nicht dazwischenfunkt.

Basis dieser Entscheidungen sind also die subjektiven Erfahrungen und das, was wir für unser Wissen halten. Über die Objektivität von Informationen habe ich an anderer Stelle philosophiert. Hier ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich Entscheidungen stimmig anfühlen, wenn Wissen und Erfahrung zusammenpassen, auch wenn das „Wissen“ nicht der Wahrheit entspricht.

Vor dreißig Jahren hörte ich eine Frau sagen: „Das Revolverblatt lese ich nicht. Eines Tages erzähle ich das womöglich meinem Kind, weil ich nicht mehr weiß, aus welcher Quelle die Information stammt.“ Der Satz hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich mich heute noch lebhaft daran erinnern kann – und ich weiß übrigens auch noch, wer ihn gesagt hat. Ja, wir sollten mit Bedacht wählen, woher wir unser Informationen beziehen und nicht alles in uns aufnehmen, das wir vorgesetzt bekommen. Denn auch diese Infos fließen in unsere (unbewussten) Entscheidungen ein. So entstehen beispielsweise Vorurteile und Ressentiments, die wir für das berechtigte Resultat von Erfahrungswerten halten.

Ganz häufig hat der Bauch längst entschieden, während der Kopf noch Argumente sammelt, um die Entscheidung zu begründen. Am Ende denkt man dann, man hätte eine vernünftige Entscheidung getroffen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Auch im Jin Shin Jyutsu findet sich ein Griff für diesen Zweck.

Haben Sie schon einmal einen Manager gesehen, der die Hände im Nacken verschränkt während er in seinem Chefsessel sitzend nachdenkt? Diese Pose ist gut gewählt. Dabei aktiviert er sein Sicherheitsenergieschloss 4.

Das SES4 an der Schädelbasis rechts und links der Wirbelsäule lässt das Licht der Weisheit und den lebensspendenden Atem in uns einfließen. Es wird als das „das Fenster“ bezeichnet. Weisheit und Lebendigkeit, können wir im Moment alle gut brauchen.

Die Bedeutung dieses Energie-Punktes wird bestätigt, wenn wir andere therapeutische Verfahren betrachten: In der Kinesiologie wird eine Hand in den Nacken gelegt und die andere auf die Stirn, um emotionalen Stress zu reduzieren. Und auch das dient vielen Menschen in der aktuellen Lage.

Probieren Sie das Halten des SES4 einfach aus, wenn Sie Ihre Entscheidungsfindung auf stabile Füße stellen wollen (eine Hand in den Nacken legen oder beide Hände im Nacken verschränken), oder um Ihre Emotionen zu regulieren (eine Hand in den Nacken, die andere auf die Stirn legen). Jin Shin Jyutsu wirkt nur dann nicht, wenn Sie es nicht anwenden. Jeder Griff unterstützt Ihre Balance. Es gibt weder Risiken noch Nebenwirkungen. Viel Freude beim Üben.




Zur Serie

Die Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint im Online-Magazin „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und Februar 2021 wird jede Woche ein Beitrag gepostet. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt harmonisieren können. Ein gut balanciertes Energiesystem fördert Ihre Gesundheit, dient der emotionalen Regulation und unterstützt Ihren Bewusstseinsprozess. Grundlegende Informationen zur Methode und zur Anwendung der Griffe erhalten Sie aus dem…

Pilot-Artikel:

Jin Shin Jyutsu: japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

28.08.2020 Pilot-Artikel zur Serie. Lesedauer ~ 10 Minuten.
Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

In unserem kollektiven Entwicklungsprozess kommen wir Menschen immer stärker in unsere Kraft. Wir werden uns darüber bewusst, dass wir sehr viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser ganzes Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer versuchten Eingriffe in unsere persönlichen Entscheidungen der Lebensführung, sondern durch unsere Selbstermächtigung in medizinischen Angelegenheiten.

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SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Huskyherz / pixelio.de

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur
Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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Zur Person

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein in ihrem Genesungsprozess von einer angeblich unheilbaren Erkrankung. Sie ist seit 2014 als Jin Shin Jyutsu Praktikerin zertifiziert, hält Vorträge für Therapeuten und Laien, gibt Selbsthilfekurse und hat mehrere eigene Themen-Workshops gestaltet.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

 

In jeden meiner Beiträge fließen etwa drei Stunden Arbeit, nicht gerechnet die Zeit, in der mein Wissen und meine Erfahrung zu dem Thema wachsen durften.

Nun sind Sie an der Reihe, sich zu äußern: Wie geht es Ihnen mit der Jin Shin Jyutsu Serie? Haben Sie schon einen der Griffe ausprobiert? Was haben Sie dabei erlebt? Konnte ich Sie mit meinen Gedanken zum jeweiligen Thema inspirieren?

Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar, wenn Sie Ihre Erfahrungen teilen wollen:

Journalismus bewusst nutzen – ein Blick ins Nähkästchen

Essay von Petra Weiß. Lesedauer ~ 8 Minuten
Rubrik: Bewusst entscheiden

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Wohin entwickelt sich die Presse? Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir alle brauchen Information über das Weltgeschehen, wenn wir uns eine Meinung zu aktuellen Ereignissen oder Strömungen unserer Zeit bilden wollen. Dabei haben wir die Wahl, eine fremde Meinung zu übernehmen oder uns eine eigene Sicht zu erarbeiten. Beides hat Vor- und Nachteile.

Sich anderer Leute Meinung anzupassen, ist relativ leicht, kostet wenig Zeit und rüttelt nicht an den Grundfesten der eigenen Existenz. Man sucht sich Aussagen, die gut ins bestehende Weltbild passen, und saugt sie einfach auf. Ist die Meinung erst mal inhaliert, darf man sich nur nicht durch widersprüchliche Fakten verwirren lassen. Am Besten bleibt man konsequent bei einer Quelle oder informiert sich nur bei parallel ausgerichteten Medien.

Zum Entwickeln einer eigene Perspektive wählen wir verschiedene Quellen zum selben Thema und studieren mehrere Beiträge. Wir finden Übereinstimmungen in den Berichten – und feine Unterschiede. Bewerten wir die Abweichungen als relevant, dann schauen wir nach den Details. Manchmal sind scheinbar nebensächliche Unschärfen wertvolle Hinweise auf größere Ungereimtheiten. Wenn wir offensichtliche oder subtile Diskrepanzen nicht durch vernünftige Überlegungen auflösen können, müssen wir uns entscheiden, wem wir Glauben schenken wollen.

Plausibilität prüfen

Oft gibt es Beiträge in diesem Magazin oder von diesem Autor zu ähnlichen Themen. Vielleicht lässt sich daraus sehr leicht ein erster Eindruck über die Glaubwürdigkeit der Quelle gewinnen. Wir versuchen herauszufinden, welche Expertise der Information zugrunde liegt.

Wir halten Ausschau nach Einflüssen, die auf den Bericht gewirkt haben könnten. Wird durch die Auswahl der Themen, der Autoren, der Bilder oder durch die Wortwahl deutlich, dass die Grundsätze einer um Objektivität bemühten Berichterstattung verletzt worden sind? Lässt sich erkennen, in welche Richtung die Lesermeinung gelenkt werden soll?

Wenn wir noch eine Stufe tiefer gehen wollen, prüfen wir die Vita des Journalisten und der Entscheider eines Medienkonzerns. Finden sich Verbindungen zu bestimmten Interessengruppen? Oft gibt ein Blick auf die Geldströme Aufschluss. Dank Internet sind solche Daten für jedermann verfügbar. Man muss nur auf die Idee kommen, die richtigen Fragen zu stellen.

Warum müssen wir solche Überlegungen überhaupt anstellen? Möchten Sie lieber davon ausgehen, das alle Journalisten sich an die Gesetze halten, die für ihren Berufsstand gelten? Ihren Wunsch kann ich sehr gut nachvollziehen. Wir alle wünschen uns eine Welt frei von Manipulation.

Warum sie das nicht ist und wie es dazu kommt, möchte ich hier für Sie beleuchten. Ich werde meinen Schwerpunkt auf das Metier legen, in dem ich mich bewege: das geschriebene Wort.

Patient Presse

Der Presse geht es nicht gut. Der Print- und Online-Journalismus befindet sich seit Jahren in einer schweren Krise. Durch das kostenfreie Angebot im Netz sehen sich nur noch wenige Menschen veranlasst, für Nachrichten Geld auszugeben. Echter Qualitätsjournalismus auf der Basis von professionellen Recherchen ist aufwändig. Einen Beitrag wie diesen zu erstellen, kostet mich mindestens einen vollen Arbeitstag am Rechner, die Zeiten, in denen ich auf dem Laufband über die Themen nachdenke oder mit Freunden darüber debattiere, nicht mitgerechnet.

Aus Kostengründen geht der allgemeine Trend zu Meldungen, die per Algorithmus automatisiert erzeugt werden. An vielen Texten, die Sie täglich lesen, hat kein einziger Redakteur Hand angelegt. Die Programme sind so fortschrittlich, dass rein sprachlich recht geschmeidige Resultate erzielt werden. Inhaltliche Prüfungen auf Plausibilität geschweige denn auf Relevanz kann die Maschine nicht leisten. Quantität geht vor Qualität: Je öfter dieselben Daten von dem Roboter im Netz gefunden werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich noch weiter verbreiten. Programmierer statt Journalisten sorgen für die meisten Meldungen, die Sie heute zu Gesicht bekommen. Für Sportergebnisse und Wettermeldungen mag das vertretbar sein. Gesellschaftlich relevante Themen den Algorithmen zu überlassen, ist fragwürdig.

Die Abo-Zahlen der meisten Zeitungen und Zeitschriften sind ins Bodenlose gefallen. Moderne Konsumenten wollen sich nicht vertraglich binden. Also werden die Beiträge stückweise verkauft. Für große Medien lohnen sich die sogenannten Micropayments, mit denen Leser kleine Beträge für einzelne Artikel überweisen. Bezahlschranken führen nur renommierte Blätter ein, die hoffen dürfen, dass der Leser den Wegezoll berappen will, bevor er weiß, ob dieser Artikel ihm dient.

Wie Kunden zu Produkten werden

Wenn man mit dem Verkauf von Zeitungen kein Geld mehr verdienen kann, wie überleben dann die Verlage? Im Wesentlichen durch Werbung. Unser Medienkonsum bewegt sich immer mehr in Richtung Online. Die Höhe der Werbeeinnahmen resultiert im Online-Geschäft auf der Anzahl von Klicks. Praktisch bedeutet das: Die Überschrift muss Ihre Aufmerksamkeit um jeden Preis erringen, das Bild muss Sie emotional fesseln, die Einleitung muss Sie in den Text ziehen. Und wie geht das am Besten?

Schauen wir einfach mal hin, was am häufigsten gezeigt wird: Sex und Angst binden unsere spontane Aufmerksamkeit. Bikini-Bilder und Terror-Meldungen sorgen zuverlässig für Klicks. Klatsch und Tratsch erfüllt die selbe Aufgabe. Wenn in einem Königshaus ein Kind geboren wird oder ein Star sich scheiden lässt, weckt das die Illusion von Verbundenheit des einfachen Mannes und der einfachen Frau mit den Eliten. Dann fühlen wir, dass uns in Kummer und Freude die Welt der Reichen und Mächtigen gar nicht so fern ist.

Mit dem Fokus auf Werbung stellt sich die Frage, wer eigentlich der Kunde einer Zeitung oder eines Online-Magazins ist. Diese Rolle verlagert sich zunehmend vom Leser zum Anzeigenkunden. Die Medien sind also nicht mehr den Rezipienten (Empfängern der Beiträge) verpflichtet, sondern den Marketingentscheidern von Konzernen und anderen Interessenvertretern.

Freuen Sie sich, wenn Sie etwas geschenkt bekommen? Was im engen Freundes- und Familienkreis Ihr Herz erquickt, darf im Geschäftsleben angemessene Skepsis hervorrufen. Warum sollte Ihnen jemand etwas schenken wollen, der Sie gar nicht kennt? Seien Sie wachsam gegenüber selbstlosen Menschenfreunden und Heilsbringern. Um das Prinzip auf den Punkt zu bringen, könnte man sagen: „Wenn es Dich nichts kostet, bist Du das Produkt.“

Ausgleich als Lösungsansatz

Sie haben natürlich Recht, wenn Sie die Arbeit der Presse für ihre Abhängigkeit und alle Folgen daraus hinsichtlich der Qualität ihrer Berichterstattung anprangern. Auch wenn es meine eigene Zunft betrifft, jammere ich gerne ein bisschen mit Ihnen. Das allein bringt uns der Lösung leider nicht näher. Ich für meinen Teil habe beschlossen, mich organisierten Interessengemeinschaften fernzuhalten, um wirklich freien Journalismus zu machen. Ich bin aus allen Vereinen ausgetreten und habe sämtliche Ämter abgelegt. Ich gehöre keiner Partei und keiner Glaubensgemeinschaft an. Zu einer Ausnahme bin ich gezwungen. Ich bin Mitglied im Deutschen Fachjournalisten Verband. Ohne Verbandszugehörigkeit gibt es keinen Presseausweis in Deutschland.

Freie Journalisten sind selbstständige Unternehmer. Sie haben keinen festen Auftraggeber und daher keine regelmäßigen Umsätze. Sie schreiben manchmal im Auftrag, aber meistens aus eigenem Antrieb. Nur wenn sie eine Veröffentlichungen in einer Zeitschrift oder einer Zeitung platzieren, erhalten sie von dem Verlag ein Honorar. Eigene Publikationen stellen Sie häufig online zur Verfügung. Viele meiner Kollegen betreiben einen Blog. Dort stellen sie das Resultat ihrer Arbeit kostenfrei für jedermann zur Verfügung. Manche Leser überweisen freiwillig einen kleinen Betrag. Von diesen Spenden lebt der freie Journalist. Die Möglichkeit für Micropayments finden Sie am Ende der meisten professionell erstellten Beiträge. Genutzt wird diese Option leider noch sehr selten.

Hier ist ein Bewusstseinswandel vonnöten. Wenn wir qualitativ hochwertige Berichterstattung wünschen, müssen wir alle wieder bereit sein, für sie zu bezahlen. Fairer Ausgleich ist ein universelles Prinzip, das auch für Journalisten gelten darf.

Es gibt zahlreiche solide Informationsquellen. Sie finden Kanäle, die Ihre freie Meinungsbildung durch vielfältige Perspektiven unterstützen – wenn Sie das wollen.

Zuverlässige Standards schaffen

Für unsere Medien wünsche ich mir einen verbindlichen Qualitätsstandard, der durch eine unabhängige Zertifizierung dokumentiert wird. Das Verfahren soll dazu dienen, für den Leser transparent zu machen, ob die Journalisten sich um eine objektive Berichterstattung bemühen. Insbesondere für die sinnvolle und wahrheitsgemäße Darstellungen von Zahlen sollte es klare Richtlinien geben. Ich empfehle, den Empfang von staatlichen Zuwendungen aus Steuern oder Rundfunkgebühren von diesem Zertifikat abhängig zu machen und damit auch weniger etablierten Medien den Zugang zu öffentlichen Geldern zu ermöglichen.