“Wir sind Borg.”

Heilpraktiker Weinheim

„Wir sind Borg. Sie werden assimiliert. Widerstand ist zwecklos.“
Zitat aus STAR TREK, Serien Next Generation und Voyager, diverse Folgen

Früher wurden tiefe Weisheiten in Form von Märchen von Generation zu Generation weitergegeben. Die mündlichen Überlieferungen haben sich über die Jahrhunderte gehalten, weil grundlegende Muster des Menschseins, wiederkehrende innere und äußere Konflikte sowie mögliche Lösungen als Parabeln und Gleichnisse in den Erzählungen enthalten sind.

Die Gebrüder Grimm haben die Volksmärchen aufgeschrieben und gesammelt. Damit sind die Texte erfasst, dokumentiert und zentralisiert worden. Plötzlich gab es eine institutionelle „Hoheit“ über die Geschichten, die vorher Allgemeingut waren.

Mit jeder Rechtschreibreform, mit jedem Versuch, die Texte sprachlich oder inhaltlich dem Zeitgeist anzupassen, mit jedem Verbiegen des Ursprünglichen zugunsten der Political Correctness werden sie wertloser, weil der Leser immer schwieriger zur eigentlichen Bedeutung vordringt und kaum mehr am Kern der Botschaft andocken kann.

Heute werden Märchen in Umlauf gesetzt, die auf einer tiefen symbolischen Ebene die Weltsicht prägen, die das Bild der Allgemeinheit verzerren, was als „normal“ oder „üblich“ zu betrachten sei, und wie man mit Konflikten umzugehen habe. Viele davon kommen aus Hollywood. Moderne Märchen heißen Spielfilme oder Serien. Vordergründig dienen sie der Unterhaltung. Ich würde nicht behaupten, dass hinter jedem Blockbuster eine andere Absicht steckt, als damit kräftig Kasse zu machen. Tatsächlich kann sich aber niemand dem unterschwelligen oder offenkundigen Einfluss entziehen, durch den die Filme sein Welt- und Menschenbild formen.

Dass wir uns dessen bewusst werden, kann ein guter erster Schritt sein, zu einem natürlichen Empfinden für individuell passende Werte, Lebensweisen und Konfliktlösungen zurückzufinden. Meine Manipulationsspürnase schlägt Alarm, wenn in der Action oder in der Soap eine Ideologie verpackt ist, die moralisiert und damit spaltet. In der Folge verhindert das Moralisieren die Ausbildung einer echten Ethik. Statt uns unseren eigenen Werten bewusst zu werden und nach diesen Richtlinien zu leben, lassen wir uns von der Gemeinschaft sagen, was wir als gut oder böse einzusortieren haben.

Fragen Sie sich nach dem Anschauen einer Folge oder eines Films, welche Botschaft der Sender Ihnen vermitteln wollte. Wie wurden die Charaktere dargestellt? Welche Eigenschaften zeigten „die Guten“, welche „die Schlechten“? So erkennen Sie Ihr Erziehungsprogramm aus diesem Beitrag. TV-Produktionen, die mithilfe von Zwangsgebühren ins Leben finden, darf man auf ihren inhaltlichen Nährwert hin betrachten: die vorhersehbaren Storys, die seichten Dialoge, die Tränendrüsen-Drücker, die Echauffierer – was soll uns das alles bringen? Entspricht eine solche Produktion dem offiziellen Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens? Folgen da nur die Schauspieler dem Drehbuch oder auch die Zuschauer?

Serien, die ohne stattliche Bezuschussung über Jahrzehnte laufen, beherbergen möglicherweise Weltsichten, die direkt oder indirekt der gefühlten Wahrheit einer großen Anzahl von Zuschauern entsprechen. Vor diesem Hintergrund betrachte ich die STAR TREK Begeisterung. Millionen von Zuschauern verfolgen gespannt die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise und seiner Vorgänger oder Nachfolger. Spielfilme und Serien mit unzähligen Staffeln zeugen davon, dass dieses moderne Märchen viele Menschen berührt.

Kirk und Spok waren mir als Kind aus der Flimmerkiste bekannt. Ich habe wohl den einen oder anderen Kinofilm gesehen, konnte aber keinen rechten Gefallen an technikverliebtem Sience Fiction finden. Mit meinem Mann hielt vor ein paar Jahren das STAR TREK Universum Einzug in mein Wohnzimmer. Und nun begann ich, die (Ge-)Schichten hinter den Weltraumabenteuern zu entdecken. Mir ist früh aufgefallen, dass menschliche Eigenschaften auf andere Spezies übertragen und dort übertrieben dargestellt worden sind. Wie Karikaturen des facettenreichen Menschseins wirken auf mich die gefühlsunterdrückten Vulkanier, die profitgierigen Ferengees, die bis zur Paranoia misstrauischen Andorrianer, die gewaltverherrlichenden und dabei auf ihre Ehre pochenden Klingonen und die nach Perfektion strebenden Borg – eine Mischung aus Mensch und Maschine.

Mich erinnert das taktische Auslagern von Eigenschaften an Strategien aus der Psychotherapie. Bei der Reinkarnationstherapie beispielsweise können Patienten mit ein paar Jahrhunderten Abstand ihre weniger geschätzten Eigenschaften besser erkennen und leichter annehmen. Dadurch sind sie in der Lage, bewusst zu entscheiden, ob sie so bleiben oder sich verändern wollen. Vielleicht können wir Menschen unsere weniger geschätzten Eigenschaften besser erkennen und leichter annehmen, wenn wir sie an fremden Spezies vorgeführt bekommen.

Ich erlebe STAR TREK wie eine Ego-State-Aufstellung: Menschliche Eigenschaften werden getrennt voneinander betrachtet und miteinander in Interaktion gebracht – so wie wenn man verschiedene Seelenanteile aufstellt und zueinander in Bezug setzt. Innere Konflikte als Ursachen von Hindernissen werden dadurch sichtbar und Lösungen gefunden, die für alle Anteile akzeptabel sind.

Der Anteil, welcher den Gesamtorganismus in Bedrängnis bringt, hat dafür meist einen guten Grund, der gewürdigt werden will. Andernfalls wird er zum Saboteur aller Lösungsversuche. Ist seine Absicht hingegen bösartig und lebensfeindlich, braucht es ein entschlossenes und tatkräftiges Abgrenzen gegen den Feind.

Die lebensfeindliche Bösartigkeit wird in der Serie durch die Borg verkörpert. Sie überfallen fremde Spezies, um deren Technologie und Wissen zu erbeuten. Dafür fügen sie die Individuen gewaltsam in ihr Kollektiv ein. Sie „verbessern“ die Körper der „assimilierten“ Wesen mithilfe technischer Implantate. Als nummerierte Drohnen ist sodann ihr oberster Lebenszweck, dem Kollektiv zu dienen. Die einstigen Opfer werden zu Tätern und assimilieren ihrerseits fortan fremde Spezies.

Die Borg verlieren ihre Individualität, solange sie dem Gruppenbewusstsein angehören. Werden sie vom Kollektiv getrennt, erwacht ihre Erinnerung an ihre Einzigartigkeit wieder, was zu großer Verwirrung führen kann oder zur Entschlossenheit, wieder ein Individuum zu sein. Je jünger eine Drohne war als sie in das Kollektiv eingefügt wurde, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ohne die Anbindung an das Kollektiv in Panik gerät. Ohne die tausend Stimmen der Gruppe fühlt sie sich einsam und hat Angst. Aus dem kindlichen Bedürfnis nach Schutz wird sie die Versuche ihrer Mit-Drohnen notfalls mit Gewalt untergraben, selbstständige Individuen zu werden.

Na, kommt Ihnen da eine Parallele in den Sinn?

Aus psychologischer Sicht beschreibt die Folge 224 aus der Serie „Voyager“ die Auswirkungen einer nicht erfolgten Individualisierung auf das Unabhängigkeitsbestreben des Umfelds – und die vollkommen andere Vorgehensweise bei fortgeschrittenem Mentalisierungsprozess. Die Moral von der Geschicht:

Solange ich selbst panische Angst davor habe, unabhängig zu werden, unterminiere ich das Unabhängigkeitsbestreben meiner Mitmenschen. Habe ich entdeckt, was es bedeutet, ein Individuum mit eigenen Werten und Vorstellungen zu sein, das seine Einzigartigkeit weiterentwickelt und als solches in der Gruppe Rückhalt und Akzeptanz findet, kann ich vom Kollektivismus und seiner Gleichmacherei ablassen.

In der Folge trifft die ehemalige Drohne SEVEN OF NINE die Entscheidung, dass es besser ist, ein kurzes Leben als Individuum zu führen als den Rest seiner Tage in einem Kollektiv gefangen zu sein. Vielleicht ist Widerstand gegen den Kollektivierungs-Wahn ja doch nicht ganz zwecklos….

Mir geht es keinesfalls drum, eine aufrührerische Streitschrift zu verfassen, die womöglich wieder in eine Ideologie verführt. Neulich las ich einen Aufruf: „Steht endlich alle auf!“ Solche Aussagen halte ich für hochgradig übergriffig. Sie zeugen außerdem von einem beschränkten Bewusstseinsniveau. Jeder wird sich an seinem Punkt der Entwicklung weiter wandeln oder auch nicht. Das ist jedem einzelnen überlassen. Wir können uns gegenseitig bei Bedarf und auf Wunsch unterstützen. Nicht mehr und nicht weniger.

Eine Weltsicht, die das Mitmachen aller erfordert, um ein Ziel zu erreichen, ist eine Ideologie. Ideologien leben von der Ab- und Ausgrenzung. Sie brauchen immer Außenstehende, die daran schuld sind, dass ihre Visionen der Zukunft sich nicht realisieren lassen. Denn an den Visionen selbst kann es nicht liegen. Sie werden nicht infrage gestellt. Ideologien haben insofern etwas Narzisstisches.

Gegenüber Ideologien bin ich besonders wachsam. Warum? Weil aus Ideologien Fanatismus entsteht, und zwar vor allem bei denjenigen, die dringend ein Kollektiv brauchen, weil sie noch nicht so weit sind, alleine zu stehen. Sie werden notfalls mit Gewalt die egal wie absurden Ideen Ihrer Gemeinschaft durchzusetzen suchen. Geht die Idee den Bach runter, verlieren sie ihre Ersatz-Identität und stehen plötzlich schutzlos da.

Das ist der Punkt, an dem der Einzelne Hilfe brauchen kann. Aber nicht wieder im kollektivistischen Sinne: „Du kannst nichts dafür, dass Du mitgemacht hast. Du warst ja im Kollektiv gefangen.“ Sondern in voller Verantwortung für jede Tat und für jede Unterlassung.

Weshalb ist das so wichtig, keine Schwamm-Drüber-Mentalität zu kultivieren?

Die Seele verlangt immer nach Ausgleich. Wenn ich mich schuldig gemacht habe, muss ich es wieder gut machen oder eine Strafe erhalten oder mich in Selbstvergebung üben. So funktioniert die menschliche Psyche. Andernfalls sühne ich unbewusst für meine Sünden. Dann entwickle ich psychosomatische Erkrankungen oder seelisch-geistige Störungen, die erstaunlich therapieresistent sein können. Das Bedürfnis zu sühnen wird wie die Nachwirkung eines Trauma über Generationen hinweg vererbt.

Falls Sie die Versuchung verlockend finden, sich im warmen Schoß eines Kollektivs einfach aufzulösen, keine eigene Identität und vielleicht sogar kein Geschlecht mehr zu haben, dann schauen Sie sich einfach mal ein paar alte Folgen STAR TREK an. Oh, natürlich ist das Science Fiction. Aber das Wesentliche der Botschaft wird Sie auf einer tiefenpsychologischen Ebene erreichen.

Prüfen Sie einmal, wie viel Borg, Klingone, Andorrianer, Ferengee oder Vulkanier in Ihnen steckt. Und hinterfragen Sie das Bild, welches die Menschen von ihrer eigenen Spezies in den Folgen und Teilen zeichnen.

Welche Werte sollen uns hier vermittelt werden? Und wie werden diese umgesetzt?

Was bedeutet Individualität in einer Gruppe, die ihre Mitglieder uniformiert, in der Privatsphäre nicht existiert und jeder nach Vorschrift und Hierarchie zu funktionieren hat?

Wie viel Doppelmoral verträgt eine Gesellschaft? Wollen wir so leben?

Text: Petra Weiß
Bild: Bernd Deschauer / PIXELIO

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen. Ihr neues Buch PERLENTAUCHER DER REDEKUNST wird voraussichtlich im Herbst 2022 geboren.

Seit Sommer 2020 gibt sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.

 

 

 

 

 

Verfälschte Geschichte – kollektiv und individuell

Heilpraktiker Weinheim Schreibkunst

Entstand das Universum aus einem Urknall? Stammt der Mensch vom Affen ab? Sind die alten Göttersagen reine Phantasie?

Im Moment beschäftigen sich viele Menschen damit, die offizielle Geschichtsschreibung und die derzeit gültigen Paradigmen der Wissenschaft zu hinterfragen. Die Anziehungskraft dieser Themen scheint groß zu sein. Das Phänomen beobachte ich mit wachsendem Interesse aus psychologischer Sicht. Natürlich bin ich keine Historikerin oder Geschichtsforscherin und kann inhaltlich nichts zu solchen Fragen sagen. Aber in meiner Sprechstunde begegnen mir immer wieder Menschen, die herausgefunden haben, dass mit ihre Lebensgeschichte etwas Gravierendes nicht stimmt. Daher sind mir die tiefgreifenden Veränderungen bewusst, die solche Entdeckungen auslösen können.

Warum sollte es uns interessieren, woher die Menschheit kommt und wie sie die vergangenen 2.000 Jahre wirklich verbracht hat?

Vergangenheit als Teil der Identität

Vielleicht gewinnen Sie einen persönlichen Eindruck über die Bedeutung historischer Fakten mit Blick auf Ihre eigenen Ahnen. Es hat nämlich sehr wohl Einfluss auf das Heute, was wir über die Vergangenheit denken. Sie ist ein Teil unserer Identität. Durch sie wurde unsere Weltsicht geprägt, sie stellt gewissermaßen einen Filter dar, durch den wir unsere Erlebnisse wahrnehmen. Als Ergebnis entsteht aus unseren tatsächlichen Erlebnissen und dem Wahrnehmungsfilter in Verbindung mit unseren inneren Überzeugungen und Bewertungen unsere individuelle Wirklichkeit, also das Welt- und Menschenbild, das in unserem Leben wirkt.

Diese subjektive Wirklichkeit kann mit der Realität mehr oder weniger zu tun haben. Im Extremfall geraten wir in einen Wahn, der durch vernünftige Überlegungen und tatsächliche Beobachtungen nicht korrigierbar ist. So ein Wahn wird durch konsequent dem falschen Narrativ folgende Bewertungen von neuen Informationen mit viel Energie aufrecht erhalten.

Welchen Unterschied macht es in Ihrem Erleben, ob Ihr Opa ein Soldat im Ersten oder im Zweiten Weltkrieg gewesen ist und/oder ob er im Widerstand aktiv war? Welche Bewertung fließt ein, wenn Ihr Großvater auf der Deutschen oder auf der Französischen Seite gekämpft hat? Und wie ändert sich Ihr Empfinden, wenn Sie annehmen, dass er unter Todesdrohung gezwungen war, zur Waffe zu greifen, dass er nur sein Land verteidigen und seine Kinder beschützen wollte oder dass er der Propaganda auf den Leim gegangen ist und mit Begeisterung an die Front zog?

Natürlich haben wir keine Verantwortung für das Tun und Nicht-Tun unserer Vorfahren. Aber das Wissen darum macht etwas mit dem inneren Bild von unserer Familie. Wir identifizieren uns mit den Menschen, deren Gene wir in jeder Zelle unseres Körpers beheimaten, von denen das Leben zu uns geflossen ist, deren Erlebnisse ihr Verhalten gegenüber ihren Kindern geprägt hat, die diese Erfahrungen ihrerseits an die nächste Generation weitergereicht haben und so weiter.

Späte Auswirkungen

Als systemische Familientherapeutin und Traumatherapeutin kann ich Ihnen versichern, dass traumatische Erfahrungen das Potential haben, sich über mehrere Generationen auszuwirken. Oft sind wir uns der Traumatisierungen gar nicht bewusst, weil sie sehr früh stattgefunden haben.

Wenn sie schwerwiegend genug waren, schützt das Unterbewusstsein die Patienten manchmal durch Vergessen. Dann haben sie kurze „Absencen“: Stunden oder Tage im totalen Blackout, an die sie sich einfach nicht erinnern. Oder sie entwickeln eine teilweise oder vollständige Amnesie, die sich über den Zeitraum mehrerer Jahre erstrecken kann.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer Hypnose im Sinne eines programmierten Gedächtnisverlusts. Halten Sie das für absurd? In Anbetracht von schätzungsweise einer Million Menschen in Deutschland, die als Kind sexuell missbraucht wurden, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass Sie jemanden kennen, der mit einem derartigen Schicksal belastet ist.

Die Gedächtnislücken sind für den Verstand kaum ertragbar. Daher werden sie irgendwie gefüllt. Man denkt sich etwas aus, das man womöglich selbst für wahr hält. Oder man bekommt ein Narrativ angeboten, das man annehmen kann. Leider kommt das Märchen häufig vom Täter und erzählt logischerweise nicht die wahre Tat, sondern irgendeinen Unsinn, der schlimmstenfalls das Opfer noch zusätzlich quält, weil er ihm Schuld zuschiebt und absichtlich Schamgefühle auslöst.

Wenn wir also ein schweres Trauma erlebt haben, besteht die Möglichkeit, dass wir über unsere Vergangenheit etwas Falsches denken, – und auch über uns. Schlimmstenfalls glauben wir, was uns der Täter eingeredet hat. In dem verschobenen Selbst- und Weltbild durch die falsche Geschichte liegt das eigentliche Problem.

Wir halten uns dann für schwach, dumm, schuldig, böse oder sonstwie verachtenswert. Deshalb ist es so wichtig herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Erst wenn wir unsere eigene Geschichte richtigstellen, können wir falsche Schlüsse, die wir aus falschen Informationen gezogen haben, korrigieren. Ein solcher Prozess hat Risiken und Nebenwirkungen. Dadurch kann unser ganzes Glaubensgebilde ins Wanken geraten. Die Verunsicherung kann enorm sein und bedrohlich wirken. Aber die Chance auf eine bessere, weil selbst-bewusstere Zukunft, besteht.

Wenn das einstige Opfer zum Täter wird…

Schwierig wird es, wenn aus dem Opfer selbst ein Täter geworden ist. Das passiert leider, wenn die Abspaltungen in eine gefühllose Verantwortungslosigkeit geführt haben. Sich dieser Wahrheit zu öffnen, ist viel verlangt. Häufig erleben die Betroffenen eine Opfer-Täter-Umkehr und fühlen sich von ihrem Opfer bedroht wie damals von ihrem Peiniger. Sie glauben, wie wären im Recht. Nicht selten kommen noch Wahnideen hinzu, durch die Tat in irgendeiner Weise die Welt zu retten. Durch die Gewalt und Machtausübung ihrer Tat entlasten sie sich von den unverarbeiteten Ohnmachtsgefühlen und lenken sich gleichzeitig von den Spuren ihrer eigenen Traumata ab. Die Abspaltung von ihren Empfindungen kann man als Bewältigungsversuch werten. Sie spüren sich selbst nicht mehr und haben dadurch auch kein Mitgefühl mit denen, die sie quälen.

Durch die Tat ist der zuvor bereits traumatisierte Täter übrigens noch einmal traumatisiert. Je schwerer seine Psyche vorher geschädigt worden war, desto grausamer kann er später sein. Hat er Menschenleben auf dem Gewissen, wird er sich dem kaum stellen können und wenn, dann besteht die Gefahr einer Selbsttötung. Eine gesunde Selbstachtung wiederzufinden, ist unter den Schuldgefühlen nur schwerlich möglich.

Seien Sie sich dessen bewusst, dass Menschen, die andere umbringen, dem kaum ins Auge blicken können, ohne dass ihr Leben auf die eine oder andere Art endet. Zumindest die Freude am Leben ist bis auf weiteres dahin. Ermessen Sie daran der Grad der Verzweiflung, mit dem ein (mehrfacher oder Massen-)Mörder seine falsche Geschichte aufrecht erhalten muss.

Schutzbefohlene als Opfer

Genug zu den Tätern abgeschweift, kümmern wir uns wieder um die Opfer. Wenn die Tat in frühen Jahren passiert ist, sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Eltern in irgendeiner Weise darin verwickelt. Zumindest haben sie ihre Schutzfunktion nicht wahrgenommen. Manchmal haben sie weggesehen oder die Tat sogar billigend in Kauf genommen. Und erschreckend häufig, sind Mutter oder Vater oder beide (Mit-)Täter, wenn es um Gewalt an Kindern geht.

In diesem Fall ist eine innere Spaltung des Kindes die logische Folge. Sie können nicht gleichzeitig die Eltern, von denen sie existenziell abhängig sind, lieben und sie als grausame Täter anerkennen. Die Spaltung rettet sie vor dem Dilemma. Ein Teil der Psyche bleibt intakt und unterstützt bei Bedarf die Erkenntnisfindung. Ein anderer ist von der Realität völlig überfordert und blendet sie weg. Und ein dritter Anteil dient dem Überleben, indem er eine Pseudo-Realität erschafft.

Aus solchen Lebensgeschichten entsteht eine gefährliche „Täterblindheit“. Die als Baby, Kleinkind oder Kind Geschädigten erkennen später nicht, ob es jemand gut mit ihnen meint oder ihnen im Gegenteil Schaden zufügt. Sie sind offen für die absurdesten Narrative, um die Wahrheit nicht erkennen zu müssen, wenn jemand sie in eine Falle lockt. Insbesondere, wenn dieser jemand eigentlich eine Schutzfunktion ihnen gegenüber hätte. Ja, sie lassen sich sogar Schuldgefühle einreden, wenn sie nicht seinen – für jeden Außenstehenden offenkundig böswilligen – Anweisungen folgen.

Wer bin ich? Und was will ich wirklich?

Identitätsprobleme und Willensschwäche sind weitere Folgen frühkindlicher Traumatisierungen. Die Betroffenen wissen oft als Erwachsene nicht, wer sie sind und was sie wollen. Dadurch werden sie zusätzlich leichte Beute für weitere Täter, welche sie instinktiv aufspüren wie eine Raubkatze treffsicher und schnell ein verwundetes Beutetier in einer Herde ausmacht.

Aus dieser Anfälligkeit heraus führt nur der Erkenntnisprozess. Wir müssen wissen, was uns so geprägt hat, dass wir uns heute noch (unbewusst) als Opfer anbieten, damit die Qual endlich aufhört. Wir müssen vor allem herausfinden, wer wir sind, sonst kann uns jeder Verbrecher irgendetwas erzählen, wer wir angeblich wären. Wir brauchen Kontakt zu unserem eigenen Willen, damit wir nicht den Willen anderer erfüllen, ohne es zu bemerken. Dazu ist es notwendig, den eigenen Körper zu spüren. Seine Signale sind Hinweise, die zu unserem Selbst führen. Durch das Körperempfinden lernen wir, unsere Gefühle zuzuordnen und gewinnen neue Klarheit in unserem Denken.

Sich selbst ein guter Freund sein

Ein bewusstes Selbst findet ein ebensolches Gegenüber. Das heißt, dass wir auf diesem Weg auf lange Sicht beziehungsfähig werden. Zunächst ist es ein guter Schritt, uns selbst die Gesellschaft zu sein, wie wir uns wünschen. Wollen Sie einen Partner oder eine Gemeinschaft, die integer ist? Dann entwickeln Sie sich zu einem aufrichtigen Menschen. Prüfen Sie, welche Versprechungen Sie sich gegeben haben und erneuern Sie die Zusagen bewusst oder lösen Sie sich ausdrücklich davon. Und dann fangen Sie an, Ihre Versprechen einzulösen. Eins nach dem anderen.

Wenn die erlebten Traumata im Dunklen bleiben, werden wir nie verstehen, warum wir in bestimmten Situationen irrational, überschießend oder gar nicht reagieren. Wir kennen uns selbst nicht – Wie sollten wir dann die Welt begreifen wollen?

Das weit verbreitete Ansinnen, sich kritisch mit der Geschichte der Menschheit auseinandersetzen zu wollen, deute ich als kollektives Bedürfnis nach Befreiung von kollektiven Traumata. Ich kann mir vorstellen, dass wir als Menschheitsfamilie schwere Verletzungen erfahren haben, an die wir uns nur langsam und zögerlich erinnern. Möglicherweise gab es einen Kataklysmus, also eine weltumspannende Katastrophe, ob von Menschenhand absichtlich oder aus Versehen geschaffen oder als Naturereignis oder durch kosmische Einflüsse – wer weiß das schon?! Ich nicht.

Verdächtige Lücken

Mir erscheinen nur einige Geschichten gänzlich unplausibel. Und ich wundere mich, warum manches verdreht dargestellt und anderes verschwiegen wird. Das Verschweigen macht mich besonders hellhörig. Ich kenne solche Lücken in der Erzählung aus gruseligen Biografien. Bevor die Wahrheit ans Licht kommt, zeigt sich häufig erst einmal die Lüge. Beispielsweise in Form von (schlecht gefüllten) Lücken in der Story. Und dann kann es Jahre dauern, bis alles zutage tritt. Oder es geht ganz rasch. Mein Eindruck ist, dass die Offenbarungen sich in dem Tempo zeigen, wie es die jeweilige Seele verkraften kann. Manches bleibt auch für immer im Nebel.

Ich kann gut verstehen, warum die Leute sich eigene Erklärungen suchen, wenn sie die offiziellen einfach nicht (mehr) glauben können. Und ganz ehrlich: Da gibt es Lücken in Format des Grand Canyon. Warum wir diese früher nicht gesehen haben, mag mit der veränderten Zeitqualität zusammenhängen. Vielleicht sind wir jetzt an dem Punkt der Bewusstseinsentwicklung, an dem diese Entdeckungen eben fällig sind.

Wenn Sie den kollektiven Prozess unterstützen wollen, können Sie sich mit verborgenen Geheimnissen der Weltgeschichte befassen. Das birgt eine gewisse Faszination. Vielleicht haben Sie einen intuitiven Zugang zu solchen Themen. Wirklich wissen werden wir nie, was mit uns geschehen ist. Selbst wenn wir einen Zeitreisenden träfen, der Videos dabei hat, was eher unwahrscheinlich ist 🙂 könnten die Dokumente gefälscht sein.

Wir wissen nur verlässlich, was uns selbst widerfahren ist.

Jede Erzählung ist letztlich nur eine Geschichte, auch jeder schriftliche Bericht kann frei erfunden sein – damals, heute und in der ganzen Zwischenzeit. Damit Sie mit beiden Füßen auf der Erde bleiben, empfehle ich Ihnen ganz warm, dass Sie bei all den spannenden Geschichten Ihren eigenen Realitätsbezug pflegen und schulen.

Fangen Sie bei sich an.

Ergründen Sie IHRE Geschichte. Was ist wahr? Was ist fraglich? Und was eher unwahrscheinlich? Wie könnte es stattdessen auch (gewesen) sein?

Lernen Sie zu unterscheiden, was Ihre tatsächliche Wahrnehmung ist und was Interpretation. Differenzieren Sie ganz präzise nach Körperempfindungen, Emotionen und Gedanken. Starten Sie im Jetzt bevor Sie sich früheren Ereignissen zuwenden.

Wie geht es Ihnen im Moment? Welche Körperempfindungen sind wahrnehmbar? Welche Emotionen fühlen Sie? Was für Gedanken kommen in Ihren Kopf?

Achten Sie auf Ihren Sprachgebrauch. Das ist wichtig, damit Sie Ihrer Wahrnehmung vertrauen (lernen). Zur Veranschaulichung habe ich Ihnen ein praktisches Beispiel mitgebracht:

Wenn Sie meinen „Ich fühle mich bedroht“ sei eine Emotion, bringt das Verwicklungen mit sich. Wenn Sie tatsächlich nicht bedroht SIND, werden Sie an „der Richtigkeit“ Ihrer Wahrnehmung zweifeln. Tatsächlich ist die Emotion möglicherweise „Angst“ oder „Wut“. Diese Wahrnehmungen sind zwar subjektiv, aber in jedem Fall richtig, egal ob die Angst oder Wut begründet ist oder nicht. Der Gedanke „Ich fühle mich bedroht“ ist genau das: ein Gedanke. Aus der Erfahrung empfehle ich zu ergänzen „Ich fühle mich WIE bedroht“ oder „…ALS WÄRE ICH GERADE bedroht“. Damit kann das Unterbewusstsein registrieren, dass Ihre Empfindung und die Zuordnung zu früheren Bedrohungen gewürdigt ist und dass jetzt keine reale Gefahr bestehen muss, um sich so zu fühlen.

Der Bullshit-Detektor

Mit solchen Übungen kommen Sie Ihrer eigenen Geschichte auf die Spur. Wir Menschen haben einen inneren Radar für Lügen und Halbwahrheiten. Sie können Ihre Wahrnehmung schulen und forschen, welche der Narrative in Ihrer persönlichen Geschichte Störgefühle erzeugen. Vielleicht lohnt es sich, einen genaueren Blick auf solche Erzählungen zu werfen.

Seien Sie insbesondere skeptisch, wenn eine Geschichte Ihnen offensichtlich Angst machen oder Sie in Empörung bringen soll. Auch die Grundbotschaft “Selber schuld” mit den damit verbundenen Gefühlen von Schuld und Scham darf Ihren Alarm auslösen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Sie gerade manipuliert werden sollen. Je besser Sie über derartige Manöver Bescheid wissen, desto leichter erkennen Sie den Versuch schon im Ansatz – in Ihrer eigenen Biografie, in den aktuellen Berichten und in den historischen Aufzeichnungen.

Text: Petra Weiß
Foto: kiripic / PIXELIO

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen. Ihr neues Buch PERLENTAUCHER DER REDEKUNST wird voraussichtlich im Herbst 2022 geboren.

Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.

 

 

 

 

 

Ins Wespennest gestochen

Heilpraktiker Weinheim Traumatherapie

Und wieder wenden wir uns gemeinsam den rhetorischen Kunstgriffen zu, die Arthur Schopenhauer in seinem Buch “Die Kunst Recht zu behalten” notiert hat. Der heutige Kniff hat es in sich. Auch wenn Schopenhauer das Thema in wenigen Sätzen abhandelt, ist es aus meiner psychologischen Sicht wert, die Hintergründe genauer zu beleuchten.

Der Trick bezieht sich auf die Reaktion des Gegenübers. Beobachten wir, dass jemand bei einem Thema überraschend ärgerlich wird, dann liegt der Verdacht nahe, dass wir einen wunden Punkt getroffen haben. Möglicherweise ist seine Argumentation an dieser Stelle dünn. Oder er hat einen roten Knopf, den wir unabsichtlich berührt haben.

Selbst wenn völlig unklar ist, worin die Schwachstelle besteht, wird der skrupellose Haarspalter durch hartnäckiges Nachfragen so lange in der Wunde bohren, bis er den anderen zornig gemacht hat. Ihn so aus der Reserve zu locken ist an sich schon ein Punktvorteil für den Sophisten: Die emotionale Wallung bringt den Gegner aus der Fassung. Unter diesen Umständen legt er womöglich eine Verletzlichkeit offen, die im Weiteren ausgenutzt werden kann.

Erinnern Sie sich an das pummelige Nachbarskind im Beitrag über absichtliche Fehlinterpretationen? Wenn die Formulierung „der dralle Kalle“ bei der Mutter eine Welle der Wut ausgelöst hat, war sie vielleicht als Kind selbst Opfer des Spotts aufgrund einer körperlichen Besonderheit. Bei vielen Erwachsenen sind solche Mobbing-Geschichten aus der Kindheit noch sehr lebendig. Das Alter war irgendwann vorbei oder der Schulwechsel löste den Konflikt und die Angriffe hörten auf. Verarbeitet wurden die Erlebnisse aber nur selten.

Das Wissen um solche Wunden verschafft dem fiesen und empathielosen Streitstrategen einen entscheidenden Vorteil: Mit einer winzigen Bemerkung kann er das Trauma beliebig reaktivieren und dann hat der andere erst mal mit seinen Stresshormonen zu tun.

Emotional und vom Körperempfinden her katapultieren uns Traumareaktivierungen in die Zeit der damaligen Geschehnisse zurück, als wären wir noch genau in jenem Alter und in jener Situation. Das bedeutet traurig, ängstlich, wütend, verzweifelt, überfordert, allein gelassen, schwach oder einfach nur ohnmächtig. In jedem Fall sind wir so ein leichtes Opfer weiterer Angriffe.

Wir alle haben in unserem Leben kleine, mittlere oder größere Traumata erlebt. Ihre Reaktivierung können wir nicht in Gänze vermeiden. Die beste Vorsorge, um nicht in ungünstigen Situationen von den alten Geschichten überflutet zu werden, ist sich ihnen gezielt zu stellen. Arbeiten Sie Ihr Vergangenheit auf, sonst wird sie Sie immer wieder einholen. Im ersten Schritt ist es schon hilfreich, sich darüber bewusst zu werden, ob die Heftigkeit Ihrer Gemütsregung der aktuellen Situation wirklich angemessen ist. Bei Handlungsunfähigkeit müssen Sie nicht lange sinnieren, ob es sich um ein Trauma handeln könnte. Fühlen Sie sich wie gelähmt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch.

Vorsicht: Der Kopf neigt dazu, den Inhalt der Gedanken den Emotionen und Körperempfindungen anzupassen, wenn wir es mit Trauma zu tun haben. Dann erscheint mitunter das freundliche Lächeln der Bäckerin am Morgen als Ausdruck von Hohn oder Angriffslust.

Lernen Sie genau zu unterscheiden zwischen objektiven Beobachtungen (inneren und äußeren), Emotionen, Körperempfindungen und Gedanken. Holen Sie sich bei Bedarf geeignete Unterstützung.

Es ist keine Schande, heute dafür Sorge zu tragen, dass sie nicht wie damals alleine mit dem Malheur fertig werden müssen. Werten Sie es als Zeichen von wachsender Stärke, wenn Sie in diesem Sinne gut für sich sorgen.

Text: Petra Weiß
Foto: Heinrich Linse / PIXELIO

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Gerade weil…

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Nun sind wir schon ziemlich fortgeschritten, was die Analyse der Taschenspielertricks angeht und haben einige Kapitel in Arthur Schopenhauers “Die Kunst Recht zu behalten” in der Serie “Sie baden gerade Ihr Gehirn darin…” gemeinsam betrachtet.

Man sollte meinen, dass der wache Verstand die allzu platten Manipulationsversuche entdeckt, wenn man sich schon mit ganz ausgefeilten Techniken befasst hat. Leider ist das nicht immer so. Wenn der andere gar keine Chance hat, eine Debatte zu gewinnen, greift er manchmal zu ebenso verzweifelten wie aussichtsreichen Taktiken.

Jemand, der etwas von uns möchte, das dem gesunden Hausverstand oder der natürlichen Mitmenschlichkeit schon auf den ersten Blick eklatant widerspricht, hat eigentlich schlechte Karten. Er muss zu ganz fiesen Zaubertricks greifen.

An dieser Stelle sprechen wir über die Verkehrung eines stichhaltigen Arguments in sein genaues Gegenteil.

Es gibt Zwecke und Absichten, denen kaum jemand widersprechen würde, weil sie im allgemein anerkannten Wertesystem ganz weit oben stehen. Gesundheit, Sicherheit, Rücksichtnahme, Gemeinschaftssinn, etc. sind solche Werte. Gibt man vor, ehrenhafte Ziele zu verfolgen, hat man kein Risiko, für die Überzeugungen infrage gestellt zu werden und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dies vorgeblich ehrenhafte Handeln hingenommen wird, auch wenn es im Grunde schädlich oder sogar böse ist.

Man muss nur hinhören, auf welchem Wert der Gegner sein Hauptargument aufbaut und dreist behaupten, mit dem gegenteiligen Handeln genau diesem Zweck zu folgen.

Wir kehren zurück zum Esstisch und verfolgen die Debatte, in der die Mutter durch den Gesundheitsaspekt eigentlich ein wirklich gutes Argument auf ihrer Seite hat. Nehmen wir an, die Mutter sagt „Wenn Du Dich gesund ernähren möchtest, ist es wichtig, dass Du Spinat isst.“ würde der Zögling im Sinne der Verkehrung entgegnen „Gerade WEIL ich gesund sein und bleiben will, werde ich diesen Spinat nicht essen.“ und dann eine wortreiche Erklärung anfügen, z.B.: „Ich gehe davon aus, dass meine Abneigung gegen das Gemüse Ausdruck meiner inneren Weisheit ist, welche Nahrung mein Körper nicht gut verdauen kann.“ und so weiter und so fort.

Sie finden in der tagesaktuellen Presse einen bunten Reigen genau solcher Verdrehungen.

Seien Sie besonders wachsam, wenn man Ihnen etwas offenkundig Ungesundes als gesund, einen für jedermann ersichtlichen Zwang als Weg in die Freiheit oder das Ausgrenzen von Menschen als Akt der Solidarität verkaufen will.

Orwellsches Neusprech darf bei Ihnen alle Alarmglocken läuten lassen.

Nehmen wir an, ein Hersteller von Blei und Beton wollte Ihnen Schuhe verkaufen, mit denen Sie nur noch ganz schwer gehen können. Niemand würde diese Schuhe freiwillig anziehen. Es sei denn, man wendet den Trick der 180-Grad-Verdrehung an und behauptet frech, dass GENAU DIESE SCHUHE das Gehen verbessern, statt es zu behindern.

Pfiffige Marketing-Menschen würden die Schuhe als „gesunde Gehschutz-Sicherheitsschuhe“ betiteln. In der Werbung würde man sehen, wie wir durch das langsamere Gehen davor bewahrt werden, ungestüm eine Treppe hinabzustürzen, was unser aller Leben sicherer und gesünder macht. Wir könnten dann auch niemanden mehr umrennen, daher sei der Gehschutz ein Ausdruck von Solidarität. Nur mit den Gehschutz-Sicherheitsschuhen könne man sicher gehen. Menschen ohne Gehschutz-Schuhe wären eine Gefahr für die Allgemeinheit. Man müsse damit rechnen, dass sie überall stürzen. Das Risiko sei enorm, dass man ständig über einen Geschutz-Sicherheitsschuh-Verweigerer fällt und sich trotz des eigenen Gehschutzes ein Bein bricht.

Glauben Sie, das sei absurd? Ich auch. Trotzdem hören wir solche Argumente jeden Tag.

Die falsche Logik lösen Sie auf, indem Sie sich aus dem Glaubenssatz befreien, der Zweck heilige die Mittel. Das tut er nämlich nicht. So lange Sie das denken, kann man Ihnen jede noch so absurde Handlungsweise abverlangen, indem man einfach einen Ihrer Werte als angebliches Ziel in den Raum stellt. Sie tun dann sogar das glatte Gegenteil dessen, was tatsächlich Ihren Werten dienen würde.

Hören Sie nicht hin, wenn blumige Werbebotschaften Sie mit Ihren Werten locken wollen, sondern betrachten Sie mit offenen Augen, was tatsächlich passiert. Beobachten Sie ein Kind mit den „gesunden Gehschutz-Sicherheitsschuhen“. Ganz ehrlich: Wollen Sie, dass alle Kinder in Zukunft SO durch die Welt gehen? Klar, wenn sie dann sicherer sind? Wie sicher wäre es, wenn Kinder einfach GAR NICHT mehr laufen? Noch sicherer? Oder wenn sie gar nicht mehr atmen?

Vielleicht war der kategorische Imperativ als Richtschnur für unser Zusammenleben in der Gemeinschaft gar nicht so schlecht. Wenn Sie das wollen, legen Sie diesen Maßstab auch heute noch an: Kann Ihr momentanes Handeln zu jeder Zeit und in allen Zusammenhängen als vorbildlich gewertet werden? Nein, nicht Ihr Ziel. Ihr Handeln. 

Ihr Wertesystem darf ganz eigen sein und von meinem beliebig abweichen. Doch vielleicht können wir uns als Menschheitsfamilie auf EINEN gemeinsamen Wert einigen: das Leben an sich. Messen wir unser Tun an dem, was dem Leben dient, und fragen wir uns, ob das, was wir erleben, lebendiges Leben ist. Dann beantworten sich viele Fragen im Handumdrehen und andere etwas leichter.

Text und Bild: Petra Weiß

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Herzlichen Dank an alle Leser, die meine freiberufliche Tätigkeit durch einen Energieausgleich würdigen. Ich liebe die Arbeit an Texten. Mir macht es Freude, mein psychologisches Wissen, meine Praxis-Erfahrungen und meine Überlegungen mit Ihnen zu teilen. Gleichzeitig habe auch ich alltägliche Bedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf und etwas Sojasahne im Kühlschrank. Daher bitte ich Sie, freiwillig einen angemessenen Energieausgleich zu leisten:

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr neues Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen.

Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.

 

 

 

 

 

Vom Glück keine falsche Anerkennung zu ernten

Authentisch Selbstausdruck wahrhaftig

Unter Menschen ist es normal, dass wir uns gegenseitig Anerkennung spenden. Die Anerkennung drückt sich in wertschätzenden Worten aus, in Lob und Komplimenten, in Dankbarkeit und manchmal auch in symbolischen Auszeichnungen wie Orden, Prädikaten oder Titeln.

In dem Wort Anerkennung ist das „Erkennen“ enthalten. Wir können nur etwas oder jemanden anerkennen, das oder den wir erkannt haben. Was mag das sein? Bestenfalls erkennen wir den anderen in seiner Einzigartigkeit und wertschätzen diese. Das ist die Version für „Erleuchtete“. Im Alltag reicht es, wenn wir bestimmte Eigenschaften am anderen ausmachen.

Loben für Fortgeschrittene heißt nicht „Sie sind eine tolle Mitarbeiterin“, sondern „Sie haben die Quartalszahlen wieder sehr präzise und gleichzeitig übersichtlich dargestellt. Ich schätze Ihre Zuverlässigkeit, Ihre strukturierte Vorgehensweise und Ihren Blick fürs Wesentliche.“

Häufig erhalten wir aber Anerkennung für eine Leistung oder eine Tat. Und viele denken, dass das so sein müsste. Das ist ein Trugschluss, der uns sehr in die Irre führen kann und viele sinnlose Bemühungen nach sich zieht. Kaum etwas ist so aussichtslos und kräftezehrend wie der ständige Huzzle um Anerkennung für das Tun. Stattdessen sollten wir uns wünschen, für unser So-Sein wertgeschätzt zu werden. Sonst kann man uns durch Lob und Tadel beliebig lenken und für Zwecke einspannen, die wir sonst gar nicht unterstützen würden.

Das Thema begegnet mir immer wieder in der Sprechstunde. Daher will ich hier mit eine paar weit verbreiteten Missverständnissen aufräumen. Das Schwierigste zuerst: Wir haben keinen Anspruch auf Anerkennung. Wie sollten wir auch? Manche Menschen liegen auf einer derart abweichenden Wellenlänge zu der eigenen, dass wir nicht erwarten können, sie mögen uns erkennen geschweige denn anerkennen. Das hat viel mit der Unterschiedlichkeit von Eigenschaften und Fähigkeiten zu tun, aber auch mit verschiedenen Erfahrungen, Glaubensätzen und Wertesystemen.

Mit einem ausführlichen Beispiel aus meiner eigenen Biografie will ich Ihnen verdeutlichen, wie viel Leid falsche Vorstellungen von Anerkennung hervorbringen und welche andere Haltung hilfreich sein kann.

Autobiografisches Fallbeispiel

Als junge Frau war ich nach meiner kaufmännischen Ausbildung in einem großen Konzern als Sekretärin des Vertriebsleiters gelandet. Was nach einem perfekten Einstieg ins Berufsleben für eine 21-Jährige klang, entpuppte sich als Einöde. Ich langweilte mich zu Tode. Der Chef war selten da. Außer ein paar routinemäßigen Statistiken, die ich für ihn auswertete, und dem Sammeln von Telefonnotizen hatte ich kaum etwas zu tun.

Den anderen Damen auf der Geschäftsleitungsetage schien die Ereignislosigkeit ihres Arbeitstags nichts auszumachen. Die meiste Zeit gingen sie ihren Hobbys oder Zweitberufen nach, hielten Schwätzchen und lackierten sich die Nägel. Ihre Haupttätigkeit war das Buchen, Stornieren und Umorganisieren der zahlreichen Dienstreisen ihrer Vorgesetzten sowie das Sortieren von Korrespondenz und Ablage. Wenn der Boss dann doch einmal vor Ort war, schwangen sie emsig den Telefonhörer und zitierten Abteilungsleiter und Stabsstellen-Chefs herbei. Mit ihrer (Un-)Tätigkeit verdienten sie aus meiner damaligen Sicht ein Vermögen. Dieser “Traumjob” war nichts für mich. Ich war jung und energiegeladen und brannte darauf, meinen Tag mit einer sinnvollen Beschäftigung auszufüllen.

Meine Zeit füllte ich mit einer berufsbegleitenden Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und hielt die Augen nach einer Wechselmöglichkeit offen. Nach einem Jahr fand ich eine Stelle als Direktionsassistentin in einem aufstrebenden Großunternehmen der IT-Branche mit internationalen Verbindungen. Der Chef war mir sympathisch, die Aufgaben waren wesentlich breiter gefächert und das Umfeld mit einem jungen engagierten Team wirkte deutlich lebendiger. Die Produktpalette bestand aus Homecomputern zum Discount-Preis. Unser gemeinsames Ziel war es, den technischen Fortschritt der 1990er Jahre für jedermann zugänglich zu machen. Damals schien uns das eine gute Idee zu sein. Gleichzeitig machte ich einen Gehaltssprung von 30 % und weiteren 10 % nach der Probezeit. Ich hatte allen Grund zu frohlocken.

Als ich meine überschäumende Freude mit meiner Familie teilen wollte, erlebte ich eine Überraschung: Statt mir begeistert zu dem Karriereschritt zu gratulieren, bekam ich mit entrüstetem Tonfall zu hören „Das hat es in unserer Familie noch nie gegeben, dass jemand den sicheren Arbeitsplatz in einem Konzern aufgibt!“ Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Anerkennung und Mitgefühl hätte ich mir gewünscht. Unverständnis und Verurteilung habe ich geerntet.

Zwar habe ich zwischenzeitlich verstanden, auf welchen Werten und Erfahrungen dieser Kommentar beruhte. Ich ziehe sogar in Betracht, dass eine gute Absicht vorhanden war. Verletzt hat der Ausspruch mich damals als junge Frau trotzdem und war lange prägend für meine eigene Bewertung meines beruflichen Tuns. Stets befand ich mich in einem Zwiespalt zwischen meinen eigenen Bedürfnissen und den (ausgesprochenen und unterschwelligen) Erwartungen aus dem Elternhaus.

Falsche Erwartungen werden enttäuscht

Die Erzählung ist wie eine Miniatur dessen, was Menschen allenthalben erleben, wenn sie mit der Erwartung von Anerkennung auf andere zugehen: Sie werden enttäuscht. Natürlich nicht immer. Es hängt von der gemeinsamen Wellenlänge, dem daraus entstehenden Verständnis und dem Maß an Mitgefühl ab, das jemand zu entwickeln in der Lage ist.

Die Enttäuschung ist zwangsläufig, wenn der andere uns nicht (er-)kennt , wenn er sich für unsere Sichtweise nicht interessiert oder für unseren Blickwinkel nicht offen ist, wenn er sein Weltbild und Wertesystem für das einzig richtige hält und wenn er außerdem kein Mitgefühl für unser Freude empfindet – das geht nämlich auch unabhängig vom Verständnis für die abweichende Position.

Mein berufliches Bestreben zielte nicht auf Sicherheit und möglichst lange Betriebszugehörigkeit, sondern auf Sinnhaftigkeit und Selbstverwirklichung. Das hätte ich seinerzeit noch nicht so klar ausdrücken können. Ich merkte nur, dass ich in den unpassenden Situationen einfach nicht verweilen konnte. Ich wusste, dass ich noch etwas anderes wollte, auch wenn ich gar nicht genau sagen konnte, was das sein würde.

Auch der Folgejob hat mich nur kurz erfüllt. Rasch war ich darüber hinaus gewachsen und brauchte neue Tätigkeitsfelder, die ich zunächst als Personalreferentin, später als Projektmanagerin und letztlich in der Selbstständigkeit fand, wo sich meine Arbeit und mein Bewusstseinsstand parallel weiterentwickeln konnten. Die Entwicklung an sich ist für mich entscheidend. Umfelder, die mein inneres Wachstum behindern, dienen mir nicht. Und mehr als das: Ich halte sie nicht aus, ohne krank zu werden.

Dieses So-sein wurde nicht wahrgenommen. Dafür kann ich niemanden anklagen. Wenn jemand eine Rot-Grün-Schwäche hat, sieht er diese Farben einfach nicht. Lebenskonzepte sind wie Schwingungsmuster, für die der eine ein waches Auge hat und der andere gar keinen Blick. Oder er missdeutet sie.

Was also hätte jemand anerkennen können?

Im Idealfall hätte er mich als einzigartiges Wesen gesehen, das einen ganz eigenen Weg einschlagen wird, bei dem es sich individuell entwickeln darf. Das ist natürlich viel verlangt.

Weil der Schritt für mich mit Angst verbunden war, die ich überwunden habe, hätte ich mir gewünscht, dass jemand meinen Mut bewundert, aus der sicheren Position heraus freiwillig ins kalte Wasser einer neuen Stelle zu springen – mit all den Unsicherheiten, die ein solcher Schritt mit sich bringt. Aus einem hierarchischen Weltbild heraus hätte er stolz sein können, dass ausgerechnet ich unter den vielen Kandidatinnen ausgewählt wurde, um diese wichtige Funktion für den Vorstandsvorsitzenden auszufüllen. Er hätte sich aus seinem Wertesystem heraus an meinem Fleiß erfreuen können, der es mir unmöglich machte, in dem lauen Job weiterhin vor mich hinzudümpeln.

Stattdessen hielt er mich in meinem jugendlichen Leichtsinn für unfähig, die Chance zu erkennen, die mir das Leben bot. Für vermessen zu denken, ich könne noch etwas Besseres haben oder sein. Und für undankbar. Das war das Schlimmste.

Seine Sichtweise scheint auf den ersten Blick etwas Wohlwollendes und vielleicht sogar Beschützendes haben zu können. Auf den zweiten scheint es mir an meinem eigentlichen Sosein vollkommen vorbei gesehen. Ja, mein Sosein wurde sogar um 180 Grad verdreht. Gerade WEIL ich die Chance erkannte, die mir das Leben bot, ergriff ich diese Gelegenheit. Dort machte ich viele wertvolle Erfahrungen, von denen ich heute noch gerne erzähle. Die Zeit hat mich menschlich und fachlich sehr bereichert. Und dafür bin ich dankbar. Seither habe ich mich immer weiterentwickelt. Dadurch waren meine beruflichen Aufgaben und Umfelder auch im steten Wandel. Mir geht es nicht darum, etwas Besseres zu haben oder zu sein, sondern den für mich passende Platz im (Berufs-)Leben zu finden. Und da bin ich jetzt.

Hätte ich mit aller Konsequenz um die Anerkennung dieser Person gerungen, hätte ich Physik studiert und mich beim Max-Planck-Institut für Kernforschung beworben. Was dann wohl aus mir geworden wäre? Eine mittelmäßige Wissenschaftlerin in einem frustrierenden Job. Wir werden nicht gut in dem, was uns nicht entspricht. Nur wenn wir unser Selbst in die Welt bringen, entfalten sich unsere einzigartigen Gaben und Talente zu etwas ganz besonderem.

Angenommen, die Qualität, mit der ich diese Position ausfülle, wäre dem Erwartungsanträger egal: Wie wäre es mir mit seinem Lob, seinem Stolz und seiner Wertschätzung wohl ergangen?

Wir stellen uns die Anerkennung immer so labend vor wie einen Zaubertrunk, ein Elixier, nach dem wir so lange gedürstet haben. Vermutlich wären die meisten von uns sehr enttäuscht von dem Resultat der Bemühungen in einem Fall wie oben beschrieben. Anerkennung für das, was uns nicht entspricht, berührt uns nicht, weil sie uns als Mensch gar nicht meint, sondern nur etwas, das wir vorgeben zu sein.

Das ist also auch keine Lösung.

Ein hoffnungsfroher Weg, wahrhaftige Wertschätzung zu erfahren, liegt darin, unser wahres Wesen zu leben. Wer uns darin anerkennt und erkennt, kennt uns wirklich. Seine Resonanz erquickt unser Herz, weil sie aufrichtig ist. Ja, wir sind gemeint, nicht irgendetwas, das wir getan haben, sondern unsere ureigene Art.

Ein guter erster Schritt ist es, dass wir uns selbst erkennen, unser wahres Wesen hinter all den Persönlichkeitsmerkmalen suchen, dessen Kern sich wie ein ganz bestimmter Unterton, eine Art definiertes Grundrauschen durch unsere komplette Existenz zieht. Daraus erfolgt die Anerkennung.

Ironischerweise ist die Kernforschung genau mein Metier geworden, aber anders als gedacht: Ich forsche nach dem Wesenskern von Menschen, zuvorderst natürlich nach meinem eigenen. Und genau das empfehle ich Ihnen auch.

Praktische Tipps

Sie dürfen mit einer leichten Aufgabe einsteigen: Finden Sie heraus, welche Ihrer starken Eigenarten Sie mögen und schreiben Sie sie auf. Spenden Sie sich selbst Anerkennung. Schicken Sie den kleinen Richter in Urlaub, den Sie in Ihrem Rucksack umhertragen, wenn er Ihnen mit dem Aufzählen von Ausnahmen auf den Zeiger geht und Ihnen vorwerfen will, dass Sie nicht perfekt sind. Schreiben Sie auf Ihre Anerkennungsliste, wenn Sie wollen: „Ich bin seit 52 Jahren nicht vollkommen und komme damit klar.“ Das nimmt den Druck raus.

Den inneren Perfektionisten können wir manchmal mit einer Skala überlisten. Statt sich zu fragen „Bin ich eher aufgeschlossen oder eher verbohrt?“ Könnten wir fragen „Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie aufgeschlossen bin ich?“ Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß.

Das Anerkennen des eigenen Selbst strahlt in die Welt und hat gleich eine ganze Reihe erfreulicher Folgen:

    • Wenn wir uns selbst anerkennen, verbiegen wir uns nicht mehr so sehr, um anderen zu gefallen, deren Anerkennung für das Ergebnis des Verbiegens uns ohnehin nicht dient.
    • Durch das Mehr an Authentizität geben wir uns Gelegenheit, Anerkennung von jenen, zu erhalten, die unser eigentliches So-Sein wertschätzen.
    • Niemand fühlt sich mehr unter Druck, uns Anerkennung zollen zu müssen, weil wir uns dieses Bedürfnis ja selbst erfüllen. Folglich erhalten wir nur noch aufrichtige Komplimente und echte Wertschätzung.
    • Wenn wir unser Wesen wahrhaftig in die Welt stellen, spart uns das viel Energie fürs Verbiegen. Unsere Aufmerksamkeit können wir anderen Dingen zuwenden.
    • Unser Blick für den Wesenskern wird geschärft, so dass wir auch bei anderen besser erkennen, wie sie im Grunde sind.
    • Ohne Stress können wir Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen uns und anderen bemerken und uns an ihnen erfreuen. Der ewige Konkurrenzkampf hört auf.

Verabschieden Sie sich ganz bewusst von dem Anspruch, es allen recht machen zu wollen. Lassen Sie ihr kindliches Bemühen los, Liebe durch Leistung erzwingen zu müssen. Die traurige Wahrheit ist: Solche “Liebe” ist keine. Diese Einsicht bedeutet den Verzicht auf Anerkennung.

Unterstützende Bewusstseinsübungen

Sprechen Sie den Satz für sich im stillen Kämmerlein, aber im Geiste an eine bestimmte Gruppe oder Person gerichtet aus „Ich verzichte bewusst auf Eure/Deine Anerkennung“. Üben Sie diesen Satz täglich bis er in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Bei Bedarf unterstützen Sie den Prozess durch ein Loslass-Ritual, eine Familienaufstellung oder ein naturheilkundliches Medikament. Die Bachblüte Larch beispielsweise stärkt das Selbstvertrauen. Man kann auch nach einem homöopathischen Konstitutionsmittel Ausschau halten. Und bestimmt gibt es noch viele andere Unterstützungen, die Sie für sich finden können.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie schon bald die befreiende Wirkung Ihres neuen Umgangs mit Ihrem Bedürfnis nach Anerkennung spüren werden.

Text: Petra Weiß
Foto: Patti1902 / PIXELIO

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Warum wir (keine) Insekten essen sollten.

Heilpraktiker Weinheim Heuschrecke Insekten

Immer wieder liest man in der Presse, dass Menschen künftig ihren Eiweißbedarf aus dem Essen von Insekten decken sollen. Vielleicht möchten Sie einen Moment lang in sich hineinspüren, welche spontane Reaktion dieser Gedanke bei Ihnen auslöst.

In äußerster Not oder unter akuter Lebensgefahr würden die meisten von uns Krabbeltiere verspeisen. Kaum jemand spaziert aber durch den Wald, bückt sich kurz und vertilgt dann einen köstlichen Käfer, der gerade seinen Weg gekreuzt hat. Zumindest in Mitteleuropa und vielen anderen westlichen Ländern empfinden die Menschen Ekel, Abscheu oder Mitleid, wenn sie jemanden beobachten, der sich von Insekten ernährt. Diese Reaktionen scheinen tief in unserer Kultur verankert zu sein. Das hat natürlich Gründe.

Nun finden wir überall Berichte, die den Verzehr von Heuschrecken & Co. anpreisen. Diese Kostform soll den Welthunger und die Klimakatastrophe auf einmal lösen und gleichzeitig unserer Tierliebe Vorschub leisten, damit Säugetiere nicht unter Bedingungen gehalten werden müssen, die nicht artgerecht sind. Klingt doch erst mal gut und vernünftig, nicht wahr?

Wenn Sie immer noch glauben, was Ihnen die Spin Doctors, PR-Manager und Weltenraddreher als großen Vorteil für die Menschheit verkaufen wollen, haben Sie meine Serie „Manipulative Muster erkennen“ noch nicht gelesen. Sie können das nachholen. Oder Sie klicken einfach weiter zu einem anderen Blogbeitrag. Das Internet ist groß und bietet auch für Ihren Bewusstseinsstand das Passende. Alles Gute für Sie!

Eine 180-Grad-Lüge?

Sie sind noch da. Schön. Dann interessiert es Sie vielleicht, in welchen übergeordneten Zusammenhängen man diesen merkwürdigen Einfall betrachten kann.

Mir gibt es zu denken, dass man ausgerechnet Heuschrecken zur seligmachenden Patentlösung für all unsere Ernährungsprobleme hochstilisieren will. Welche Assoziationen haben Sie mit diesen Tieren? Sind Heuschrecken dafür bekannt, dass sie irgendetwas mit Hungersnöten zu tun haben? Wie ist der Zusammenhang aus Ihrer Erinnerung?

Im kollektiven Gedächtnis der Menschheit sind die Ereignisse aus der Vergangenheit noch immer lebendig. Sie werden gemäß dem theoretischen Modell von Morphogenetischen Feldern, das auf den Erkenntnissen des Harvard-Forschers Prof. Rupert Sheldrake beruht, in ein Informationsfeld eingespeist und bleiben dort abrufbar. Ob wir dort wohl die Verbindung „Heuschrecke“ und „genährt sein“ häufiger finden als „Heuschrecke“ und „Hungersnot“? Was meinen Sie? Und ganz nebenbei erwähnt: Woher stammt der „-schreck-“liche Anteil des Wortes vermutlich?

Ich glaube wir werden hier wie allenthalben in großem Stile verarscht. Ob jemand einmal wieder ungeheuerlichen Profit aus unserem guten Glauben schlagen will, ob die Elite aus Industrie, Finanz und Politik ihre Verachtung für das gemeine Volk zum Ausdruck bringt oder ob irgendeine apokalyptische Sekte die Weltherrschaft anstrebt, ist mir offen gesprochen egal. Was mich interessiert, ist das geistige Prinzip, was hinter der Idee steht.

Facettenreiche Blickwinkel

Um mir Anregungen für solche Betrachtungen zu holen, schaue ich gerne in meine Homöopathiebücher. Vielleicht haben Sie schon erfahren, dass man Symptome mit bestimmten Mitteln behandeln kann, die aus metallischen/mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungssubstanzen hergestellt worden sind. So gibt es auch Mittel aus Insekten. Diese kommen zum Einsatz, wenn der Patient entsprechende Beschwerden hat. Wir werden weiter unten noch näher darauf eingehen. Zunächst will ich verdeutlichen, dass das Ableiten von geistigen Prinzipien zur Arzneimittelwahl gar nicht ungewöhnlich ist.

Auch andere Verfahren aus der Erfahrungsheilkunde bedienen sich solcher Betrachtungen. Sie nennen es nur anders.

In der Pflanzenheilkunde versteht man unter dem Begriff Signaturenlehre das Beobachten von Lebewesen, um aus der äußeren Erscheinung und dem Verhalten Erkenntnisse über ihre Einsatzmöglichkeiten in der Medizin zu gewinnen. Für pflanzliche Arzneien ist dieses Vorgehen in der Phytotherapie üblich. Werfen wir einen solchen Muster-Erkennungs-Blick auf die fragliche „Delikatesse“:

Insekten zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Körper eine deutliche Trennung verschiedener Bereiche aufweist: Der Kopf, der Brustbereich und oft auch das Hinterteil sind durch Einschnürungen klar voneinander abgegrenzt. Im übertragenen Sinne könnte man sagen: Das Denken, das Fühlen und das Handeln haben keine Verbindung.

Die anthroposophisch erweiterte Medizin hat eine Dreigliederung im Menschenbild verankert. Dort ersetzt man den Begriff des Handelns mit dem Wollen. Es ist im Bauchraum, dem sogenannten Stoffwechselpol, verortet und führt per Definition ins Handeln. Neudeutsch ausgedrückt sprechen wir von Integrität, wenn die drei Wesensglieder in Harmonie miteinander sind.

Bei philosophischen Betrachtungen stehen die drei Entscheidungszentren Kopf, Herz und Bauch für das Schöne, Wahre und Gute. Was sich für den Bauch gut anfühlt, erleben wir als angenehm (schön), was wahr ist, offenbar sich durch den Verstand, und das Herz bringt beide Instanzen zusammen, so dass im individuellen Sinne Gutes daraus hervorgehen kann.

In der Homöopathie wird Ähnliches mit Ähnlichem behandelt. Das ist das Grundprinzip dieser Heilkunst. Daher wundert es nicht, für welche Zustände ein Insekten-Mittel angezeigt ist: Das Fühlen und Denken des Patienten sind nicht in Einklang und seine Sexualität ist von beidem entkoppelt. Von Liebe spricht er nicht. Die Paarbeziehung dient seinen praktischen, materiellen oder sexuellen Bedürfnissen.

Aus psychologischer Sicht würde man die Entkopplung von Denken, Fühlen und/oder Körperempfinden als Dissoziation beschreiben. Der Patient hat Teile seines Erlebens voneinander abgespalten. Ein solcher Zustand kann chronisch werden und ist durchaus behandlungswürdig. Mitunter ist die Abspaltung eine Folge von Trauma. Die Betroffenen funktionieren häufig verblüffend gut im Alltag, sind möglicherweise sogar glasklar im Denken, aber nicht „bei sich“. Ein sinnvolles Behandlungsziel ist dann eine Re-Integration der dissoziierten Anteile.

Im Krankheitsbild von Psychopathen ist die Abspaltung von Emotionen dauerhaft. Das ist ein wichtiges Merkmal zur Diagnose. Sie haben von Geburt an kaum Zugriff auf ihre Gefühlswelt und können daher auch kein Mitgefühl für andere entwickeln. Mit Eiseskälte gehen sie über Leichen, ohne mit der Wimper zu zucken, lügen und betrügen, dass sich die Balken biegen, und entwickeln nicht das geringste schlechte Gewissen.

Aus einen spirituellen Blickwinkel betrachtet fehlt ihnen die Verbindung zu ihrem höheren Selbst, falls sie so etwas tatsächlich haben. Kein innerer Kompass sagt ihnen deutlich, was gut und was schlecht ist. Sie kennen keine Ethik, die aus den eigenen Werten erwächst, nur eine aufgesetzte Moral. Und diese biegt sich erfahrungsgemäß innerhalb der Grenzen des Nützlichen nach allen modischen Richtungen.

Laut Statistik soll es etwa 1 % Psychopathen in der Menschheit geben. Je länger ich darüber nachdenke, desto unwahrscheinlicher erscheint mir diese Aussage. Wie will man die Zahl denn ermittelt haben? Kaum jemand kommt in die Praxis und sagt „Hallo, ich bin ein Psychopath.“ Die Betroffenen wissen davon meist gar nichts und falls sie es ahnen, versuchen sie diese Tatsache zu verschleiern. Dass sie sich überhaupt in psychiatrische Therapie begeben, ist selten. Sie haben ja keinen Leidensdruck. Das ist verständlich. Vermutlich machen sie schon früh die Erfahrung, dass ihre Herzlosigkeit nicht gut ankommt. Daher verstellen sie sich und imitieren den Ausdruck emotionaler Regungen, den sie bei anderen studiert haben.

Kehren wir noch einmal zurück zur Signaturenlehre. Schauen wir uns das Verhalten von Insekten an, fällt noch ein Gesichtspunkt ins Auge: der Mangel an Individualität. Schwarmtiere erfüllen ihre Funktion in der Gruppe. Es gibt keinen persönlichen Gestaltungsspielraum und wenig Platz für das, was wir als Individualbeziehung oder gar als Liebe bezeichnen würden. Schlimmstenfalls wird der Sexualpartner nach der Paarung verspeist.

Will man die Empfehlung, breite Teile der Bevölkerung künftig mit Insekten zu ernähren, mit einem breiten Blick bewerten, braucht es noch ein kleines, aber bedeutsames Fizzelchen Information.

Homöopathische Mittel sind dafür bekannt, dass sie beim Gesunden genau diejenigen Beschwerden auslösen, die sie beim Kranken zu heilen vermögen. Und das gilt nicht nur für ihre arzneilich aufbereitete Form, sondern auch für die Ursubstanzen. So mancher hat sich schon durch den übermäßigen Konsum von Kamillentee Symptome zugezogen, die man im Homöopathiebuch unter Chamomilla nachlesen kann.

Völkerkundlich kann man festhalten, dass über viele Jahrhunderte hinweg in einigen Kulturen die Auffassung galt, dass man sich die Eigenschaften von Lebewesen aneignen kann, indem man sie isst. Indigene Völker glaubten, sich den Mut einer Wildkatze zueigen machen zu können, indem sie ein Löwenherz verzehrten. Noch heute zeugen asiatische Potenzmittel aus tierischen Geschlechtsteilen von solchem Glauben. Das ist nicht immer gut für die entsprechenden Tierarten. Und ich möchte ausdrücklich nicht dazu raten. Wenn ich mir aber die Erfahrungen von unfreiwilligen Arzneimittelprüfungen wie oben beschrieben vergegenwärtige, frage ich mich schon, was es mit uns macht, wenn wir Insekten essen.

Ernährungswissenschaftlich ist längst bekannt, dass Essen und Trinken weit mehr ist als die Zufuhr von Kalorien und Vitalstoffen. Wir nehmen Energie in unseren Körper auf. Der Forscher Prof. Pop hat schon vor Jahrzehnten nachgewiesen, dass Lebensmittel Biophotonen enthalten, und die Frage ist berechtigt, ob sie es sind, wovon wir satt werden und Protein, Kohlenhydrate oder Fett ihnen nur als Träger dienen.

Mir steht es nicht zu, Ihnen sagen zu wollen, wie Sie sich ernähren sollen. Es gibt schon viel zu viel Bevormundung in diesem Thema. Meine Absicht ist es, Ihr Bewusstsein dafür zu wecken, welche Beweggründe man Ihnen für Ihre Entscheidungen unterjubeln will. Ich möchte Ihr Augenmerk darauf lenken, dass es noch andere Sichtweisen gibt.

Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen machen, erst gar nicht von Leuten, die selbst keines haben. Ihre Verantwortung liegt nur in Ihrem Wirkungsbereich. Und der ist realistisch betrachtet recht begrenzt. An den großen Rädern drehen andere schon sehr lange in die falsche Richtung.

Daran sind Sie nicht schuld. Das müssen Sie sich nicht einreden lassen, um dann dank emotionaler Erpressung irgendwelchen Steuerungen auf den Leim gehen, die uns als Menschheit in unseren individuellen Entwicklungen und kollektiven Bewusstseinsprozessen ganz bestimmt nicht weiterbringen wollen.

Bleiben Sie mit sich verbunden. Sie spüren, was Ihnen dient und wo man Sie wortgewandt manipulieren will. Pflegen Sie bewusst die Verbindung zwischen Ihrem Denken, Fühlen und Handeln. Üben Sie sich in ihrer individuellen Integrität. Folgen Sie Ihren eigenen Werten und Überzeugungen mit dafür geeigneten Mitteln. Nicht nach unseren Instinkten reflexhaft zu reagieren, sondern aus dem Bewusstsein heraus zu agieren, macht uns als Menschen aus.

Text: Petra Weiß
Foto:  Marion / PIXELIO

Danke schön

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Die wandelnde Litfaßsäule

Heilpraktiker Weinheim Psychotherapie Praxis Lichtblick

Bei meiner Beschäftigung mit Mode ist mir schon früher aufgefallen, dass es einen Trend gibt, Menschen in Reklametafeln zu verwandeln. Manchmal dezent, manchmal übergroß prangt an ihren Kleidern das Logo des Herstellers.

Warum laufen wir freiwillig Werbung für einen Designer oder sein Unternehmen – und zahlen dafür auch noch Geld? Wie trägt diese Angewohnheit zum Schaffen falscher Identitäten bei? Und warum ist das für uns als Gesellschaft eine ungute Entwicklung? Das Phänomen beleuchte ich heute aus sozial-psychologischer Sicht.

„Kleider machen Leute“. Das Sprichwort verdeutlicht, dass unsere äußere Hülle entscheidend dazu beiträgt, wie wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen werden. Gemeint ist in diesem Fall die Zuordnung zu einer gesellschaftlichen Schicht. Traditionell gab es bestimmte Materialien, die sich nur wohlhabende Menschen leisten konnten. Knöpfe aus Metall oder Perlmutt kennzeichnen beispielsweise von alters her hochwertige Kleidungsstücke. Als „feines Tuch“ bezeichnete man edle Stoffe. Felle und Häute wurden einst zu Lederwaren oder wärmenden Pelzbesätzen und Mänteln verarbeitet, je seltener und exotischer das Tier desto luxuriöser. Die hohe Schneiderkunst zeigte sich in einer makellosen Verarbeitung und in einer perfekten Passform. All diese Merkmale ließen erahnen, wie kostspielig ein Kleidungsstück war.

Noch immer dient die Bekleidung als Hinweis, welcher „Kaste“ jemand angehört – doch ganz anders als früher. Durch die überwiegend maschinelle Verarbeitung und den Einsatz von Kunstfasern und Kunststoffen ist nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, in welcher Preisklasse sich ein Hemd oder eine Jacke bewegt. Risse und Löcher gelten heutzutage nicht mehr als kaputt, sondern als modisches Dekor. Aus dem mängelfreien Zustand einer Freizeithose oder Jeansjacke lässt sich also nicht mehr ableiten, wie gut das Ausgangsmaterial war und ob die Verarbeitung einwandfrei gewesen ist. Am ehesten bei Schuhen sehen wir durch die Veränderung der Oberfläche mit der Zeit, ob das Material und die Konstruktion formstabil sind oder nicht.

Wer Wert darauf legt, als modebewusster Besserverdiener eingestuft zu werden, wird zu aller erst in sein Schuhwerk investieren, als zweites in einen erstklassigen Mantel und danach in die Handwerkskunst eines Schneiders, der jedes neue Teil bei Bedarf den individuellen Körperproportionen anpasst. Das geübte Auge erkennt die Qualität beim aufmerksamen Betrachten der Details.

Entwicklungen hin zur Markenspießerei

Alternativ zeigt man den gesellschaftlichen Status durch das Zurschaustellen hochpreisige Markenbekleidung und -accessoires.

Schon in den 1980er Jahren wurde es modern, Marken zu tragen, die auf den ersten Blick als solche erkennbar waren. In meiner Generation träumte man als Jugendlicher von knöchelhohen Turnschuhen mit drei Streifen. Je nach Neigung wollte man sich elegant zeigen (Popper) oder rockig (Punk) oder avantgardistisch (Waver). Und für jede modische Ausrichtung gab es bevorzugte Hersteller. Wer sich auskannte, sah an einer kleinen Kennzeichnung, woher das Teil entstammte und konnte damit auch den gesellschaftlichen Status des Trägers bestimmen.

In den 1990ern tauchten dann zuerst Lederwaren auf, die über und über mit einem Logo bedruckt waren. Handtaschen und Portemonnaies mit zentimetergroßen Buchstaben übersät kann eigentlich niemand als schön empfinden. Aber sie wurden gekauft. Warum? Jedem Modekundigen war sofort klar: Das Teil war sündhaft teuer gewesen. Und genau darum ging es.

Nach der Jahrhundertwende prangten überall unübersehbar Logos auf Textilien und Accessoires, gestickt, bedruckt oder in Form von Schnallen und anderen „dekorativen“ Elementen. Mit dem Hersteller verband man nicht nur eine bestimmte Preisklasse, sondern ein Image: cool, verführerisch, entspannt, sportlich, naturbezogen, aufs Wesentliche reduziert und so weiter und so fort.

Vom Produktvorteil zum Wunsch-Image

Die Öffentlichkeitsarbeit im Marketing der Modekonzerne lief auf Hochtouren. Nicht mehr die Schönheit, Funktionalität oder Langlebigkeit eines Kleidungsstücks stand im Mittelpunkt, sondern wie sich ihr Träger damit fühlen sollte. Hier begann die Manipulation der Käufer in einer neuen Dimension Raum zu greifen.

Man lockte die Aufmerksamkeit bei der Kaufentscheidung schon seit den 1950er Jahren gezielt weg vom Produkt und hin zu emotionalen Bedürfnissen. Durch den Logo-Wahn seit den 2000er Jahren war für jedermann sofort ersichtlich, welche Werte seinem Gegenüber wichtig waren. Durch den Erwerb eines T-Shirts oder einer Hose hatte man nicht nur ein Kleidungsstück mehr, sondern man gehörte zu einer bestimmten Gruppe.

Diese Gruppenzugehörigkeit wurde durch die Verknüpfung mit den Werten aus dem Image der Marke und dem eigenen Bekleidungsstück ein Teil der Identität. Solche Ersatz-Identitäten sind weit verbreitet und gefährlich. Wir verlieren den Blick auf unser Wesentliches, während wir uns auf das Gruppen-Image konzentrieren. Was zu dem Kollektiv nicht passt, wird unterdrückt, um die Zugehörigkeit nicht zu riskieren. So bremst man den eigenen Bewusstseinsprozess und macht sich abhängig.Schlimmstenfalls bleiben wir bei einem Mentalisierungsgrad stecken, der unsere gesunde und altersgemäße Idividualisierung verunmöglicht.

Ersatz-Identitäten schaffen rivalisierende oder gar feindliche Lager. Es entsteht immer eine Wir-und-Die Abgrenzung gegenüber Außenstehenden. Wenn diese Spaltung auch noch emotional aufgeladen ist, wird der Grundstein für tiefe Risse in der Gesellschaft gelegt.

Mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein der Käufer wuchs deren Ansprechbarkeit für Verkaufsargumente jenseits von Preis und Qualität. Immer öfter wurden die Käufer als Wertegemeinschaft definiert, deren Ansprüche an Politcal Correctness erst gefördert und dann bedient wurden. Der Ersatz-Identität des Käufers einer bestimmten Marke wurde nun auch noch ein moralischer Aspekt hinzugefügt. Dieser Kunstgriff macht das Verkaufskonzept zum Selbstläufer, weil es auf einer verlässlichen psychologischen Dynamik fußt. Die Erkenntnisse der psychologischen Forschung wurden zur Verkaufsförderung missbraucht.

Dabei machen sich die Verkaufsstrategen etwas sehr Ursprüngliches zunutze: Ein guter Mensch sein zu wollen, gehört zu unserer Grundausstattung. Daher verkauften erst Umweltschutz, dann Fairtrade und letztlich Nachhaltigkeit besonders gut. Mit der Ausrichtung des Bewusstseins auf Produktionsbedingungen im Ausland wurde es zum Politikum, welche Marken man trug. Niemand will, dass für seinen Wohlstand in fremden Ländern Arbeiter ausgebeutet werden – obwohl genau das mindestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf der ganzen Welt geschieht.

Die “Spin Doctors” der öffentlichen Meinung mussten dafür sorgen, dass der lukrative Mode-Kolonialismus nicht dem wachsenden Bewusstsein für internationale Gerechtigkeit und den sich rasant verbreitenden technischen Möglichkeiten des Einblicks in fremde Kulturkreise zum Opfer fiel. Natürlich lag niemandem daran, die Produktion zu verteuern, gleichzeitig konnten sich weder die Hersteller noch deren Konsumenten das Image des Ausbeuters mehr leisten. Was sollte man also tun?

Der Trick mit den Zertifikaten

Wie in vielen anderen Konsumbereichen richteten Interessengemeinschaften Zertifizierungen ein, damit der Käufer mit gutem Gewissen Geld ausgibt. Jemand hat für ihn geprüft, ob in Indien Kinder gearbeitet haben oder ob die Familie in Vietnam angemessen entlohnt wurde, ob die Arbeiterinnen in Bangladesch unter menschenwürdigen Bedingungen genäht haben und so weiter. Möglicherweise sind einige dieser Zertifikate aussagekräftig und verlässlich. Das schließe ich nicht aus. Darauf wetten würde ich nicht.

Haben Sie jemals recherchiert, wie die Zertifizierungen zustande kommen, wer die Geldgeber der angeblich unabhängigen Institutionen sind und nach welchen Kriterien die Zertifikate vergeben werden? Ich will nicht in Abrede stellen, dass reinherzige Mitarbeiter an solchen Projekten beteiligt sind, denen es aufrichtig um das Wohl der Allgemeinheit oder um mehr Gerechtigkeit in der Welt geht. Aber es würde mich sehr wundern, wenn ausgerechnet in der Modebranche keine skrupellosen Geschäftemacher vor allem auf ihr eigenes Wohl bedacht sind und andere für ihre Zwecke missbrauchen. Wer weiß das schon?

Es gibt Journalisten, die undercover in den Billiglohnländern ermittelt haben, wie es sich mit den vollmundigen Versprechen der Modehersteller und mit der Rechtmäßigkeit von Zertifikaten in Wirklichkeit verhält. Ihre Beiträge verblassen weitgehend unbeachtet. Wir wollen es einfach nicht wissen, wenn wir andere ausbeuten, damit wir Geld sparen und uns etwas Schönes kaufen können.

Mal ganz ehrlich: Wie soll es denn fair sein, dass ein Produkt auf einem anderen Kontinent hergestellt, um die halbe Welt geschippert und hier noch billig oder zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann? Das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand, dass hier Augenwischerei in Sachen Gerechtigkeit betrieben wird.

Doch ein wohlklingendes Prädikat reicht für die meisten von uns. Damit besänftigen wir unsere Gewissensbisse, wenn wir billig im Ausland Produziertes preisgünstig – oder noch schlimmer wie bei einigen Designer-Marken – teuer kaufen und präsentieren uns der Welt als Gutmenschen.

Ideologie trifft Realität

Ich persönlich glaube nicht, dass wir in der Lage sind, alle ethischen Gesichtspunkte der von uns erworbenen Produkte wirklich beurteilen zu können. Klar, wenn man selbst Zeit, Geld und Energie in Recherchen vor Ort investieren kann, geht man den Dingen auf den Grund. Die meisten von uns haben allerdings andere Hobbys.

Wir können nicht wissen, was wirklich in Indien, China und Bangladesch geschieht. Und mit dieser Ungewissheit müssen wir leben, wenn wir Produkte aus fernen Ländern kaufen. Das nimmt uns auch das bezahlte Expertengremium nicht ab.

Zurück zu den psychologischen Folgen der Gruppenzugehörigkeit: Mode als Heilsbringer der internationalen Gerechtigkeit zu betrachten, spaltet die Menschen in gute und schlechte. Darauf will ich mit meinen Ausführungen hinaus.

Wer nachhaltig kauft ist gut, die anderen sind ignorante Egoisten. Dieser Moralismus fühlt sich für die Guten gut an. Sie können sich erhaben fühlen, moralisch überlegen und auf die anderen herabblicken. Für dieses Gefühl geben sie ihr Geld aus. Ja, möglicherweise denken Sie sogar, mit ihrem Konsum ein gutes Werk an einer armen Familie am anderen Ende der Welt getan zu haben. Dann ist der Kauf vom Erfüllen eines persönlichen Bedarfs zu einem großherzigen Akt der Nächstenliebe mutiert.

Wir werden ausgenommen und fühlen uns gut dabei. Das ist die hohe Kunst der Manipulation. Sie müssen sich nicht schämen, wenn Sie dieser süßen Verführung schon einmal erlegen sind. Aber sie zu erkennen und sich der Versuchung bewusst zu werden ist notwendig, um den inneren und äußeren Moralisten das Handwerk zu legen.

Folgen für den Einzelnen und für die Gesellschaft

Kaufentscheidungen in moralische oder amoralische Handlungen zu unterteilen, misst ihnen eine Bedeutung bei, der im Alltag niemand gerecht werden kann. Es ist nahezu unmöglich, im Sinne dieser überzogenen Ansprüche alles richtig zu machen. Folglich haben wir ganz sicher in irgendeinem Beschluss eines der neuen „10 Geboten der Moral-Religion“ mit dem Namen „Political Correctness“ verletzt.

Wir laufen mit noch mehr schlechtem Gewissen umher als ohnehin schon. Immerzu müssen wir uns schuldig fühlen: die Erbschuld, die Kollektivschuld, die Sippenschuld, die individuelle Schuld. Gerade in Deutschland leben wir mit einem Schuldkult, den wir von frühester Jugend an eingeredet bekommen. Und da diese eingeimpften Schuldgefühle nicht aufgrund einer tatsächlichen Schuld entstanden sind, können wir uns davon auch nicht befreien, indem wir uns mit unseren Taten selbstkritisch auseinandersetzen, für unser Handeln Verantwortung übernehmen, für unsere Beweggründe und Absichten Verständnis entwickeln und uns letztlich auf diesem Weg selbst vergeben.

Wir bleiben auf Vergebung von außen angewiesen. Und die ist wie schon in grauer Vorzeit käuflich. Mich erinnert das Ganze an die guten alten Ablasszahlungen an die katholischen Kirche. Die Institution legt die Regeln fest, an die sich kaum ein Mensch mit normalen Bedürfnissen ständig halten kann, produziert auf diese Weise „Sünder“, um sie dann zu bestrafen und daraus Gewinn zu erzielen.

Sie zahlen etwas, um Ihr Gewissen zu beruhigen. Das ist der ganze Schwindel. Niemand kann Ihr Gewissen be- oder entlasten außer Sie selbst. Sie sind die einzige Instanz in Ihrem Leben, die für Ihre tatsächliche Schuld Sühne übt oder sich vergibt. Kein Gott, keine Kirche und erst recht nicht irgendeine Zertifizierungseinrichtung hat die Macht, über Ihr Gewissen zu bestimmen. Machen Sie sich frei von solchen verdrehten Vorstellungen. Entmachten Sie die scheinheiligen Wächter über die Moral und finden Sie Ihre eigenen Maßstäbe und Wertvorstellungen. Und dann handeln Sie danach.

Wenn Sie das Prinzip einmal verstanden haben, ist der Manipulationszauber vorbei. Dann sind Sie immun gegen die Sucht, sich von eingeredeten Schuldgefühlen reinwaschen zu müssen, sich als Gutmensch darstellen zu wollen, um nur ja kein schlechter Mensch zu sein. Sie müssen auch nicht mehr Ihre Mitmenschen in solche Kategorien einsortieren und dadurch eine unnötige Spaltung zwischen Weißwestenträgern und Sündern unterstützen.

Eine gesunde Haltung finden

Wir alle haben schon einmal etwas falsch oder nicht perfekt richtig gemacht. Genau genommen passiert das jeden Tag bei den meisten von uns. Und das dürfen wir. Es gehört zu unserem ganz normalen Leben als Mensch dazu. Wir machen Erfahrungen und lernen daraus.

Lassen Sie sich nicht anderer Leute Schuld aufbrummen, damit findige Geschäftemacher Ihnen Ihr gutes Geld abknöpfen können. Eine kleine Machtelite beutet den ganzen Planeten aus, und zwar schon seit sehr langer Zeit. Dafür sind Sie nicht verantwortlich. Lassen Sie sich bloß nicht erzählen, Sie müssten deren Verfehlungen ausgleichen, während gedeckt durch diese (Un-)Logik der ganze Kolonialismus einfach weitergeht.

Ich widerstehe hier dem Impuls, Ihnen Tipps zu geben, wie Sie es „richtig“ machen können. Sie werden selbst darauf kommen. Mir ist es wichtig, dass Sie Ihr schlechtes Gewissen verlieren, das man Ihnen Tag für Tag absichtlich aufdrückt. Übernehmen Sie stattdessen die Verantwortung für Ihre eigenen Taten und unterlassenen Handlungen. Das ist für die Mehrzahl der Menschen schon genug.

Mein Wunsch wäre, dass Sie dann sehen, wo Sie in Wort und Tat in Ihrem Umfeld nachvollziehbar und direkt etwas Gutes tun können. Ohne, dass man Ihnen einen Orden in Form eines bestimmten Modelabels dafür an die Brust heftet. Vielleicht sogar gänzlich unbemerkt von der Welt. Einfach so.

Text: Petra Weiß
Foto: Bärbel Gast / PIXELIO

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr neues Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen.

Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.

 

 

 

Das Leben lieben!

Schreibkunst Texter Schriftsteller

Im Rahmen meiner Videosprechstunde treffe ich regelmäßig einen Patienten, der seit Jahren unter wiederkehrenden Depressionen leidet. Nun hat er mich zum dritten Mal mit den Worten begrüßt: „Frau Weiß, Sie strahlen immer so.“ Und in der Tat, wenn ich mein Bild auf dem Video sehe, strahle ich wie der Broadway bei Nacht.

Warum ist das so?

Verkenne ich die Situation, die für den Patienten wirklich ernst ist? Nein, mir ist sehr bewusst, was er gerade durchmacht. Ich bin voller Mitgefühl und Verständnis. Das Wesen einer Depression ist mir durchaus vertraut. Auch ich habe solche Zeiten in meinem Leben gehabt.

Bin ich aus therapeutischer Überheblichkeit in Vorfreude auf den Triumph, weil ich diejenige sein werde, die dank meiner außergewöhnlichen Fähigkeiten diesen Menschen retten wird? Keineswegs. Die Fragilität der Situation ist mir klar. Wir arbeiten seit mehreren Jahren zusammen, die Hintergründe sind komplex, einfache Lösungen nicht zu erwarten.

Wie komme ich also dazu, mit strahlenden Augen in die Kamera zu lächeln?

Das hängt zum einen damit zusammen, dass ich meine Arbeit liebe, erleichtert bin, dass ich mit der Technik unerwartet gut zurecht komme, und dass ich den Mann auf der Herzebene von Mensch zu Mensch wirklich mag.

Zum anderen ist diese Lebensfreude einfach in mir. Sie war immer da. Auch und gerade in besonders anspruchsvollen Lebensphasen bin ich tanzen gegangen – lange nachdem ich dem Disko-Alter eigentlich entwachsen war. Die einstudierten Schrittfolgen lagen mir nicht. Lieber zappelte ich stundenlang im „Freestyle“ über die Tanzfläche. Mein Körper bewegte sich ganz von allein zu den fetzigen Rhythmen und beschwingten Melodien.

Ich wurde gefragt, wo ich diesen Tanzstil erlernt hätte. Gar nicht. Ich habe ihn entwickelt. Oder besser: Er hat sich aus mir heraus von selbst entwickelt. Genauer: Aus meinem Selbst heraus hat er sich entwickelt. Diese Art des Tanzens ist also eine kreative Form des Selbst-Ausdrucks.

Im Auto lag immer ein Handtuch bereit, damit ich mich nicht verkühle, wenn ich schweißüberströmt und glücklich die Rückfahrt antrat. An diese Erinnerungen kann ich heute anknüpfen, wenn ich Gefahr laufe, dass mir die Lebensfreude abhanden kommt.

Der Beitrag des Einzelnen

Auch ich nehme wahr, dass die Welt sich in einem katastrophalen Zustand befindet. Wird sie dadurch besser, dass ich in einem Depressionsloch verschwinde? Glauben Sie mir: Meine Gemütsverfassung ist den dunklen Mächten in Politik, Wirtschaft und Hochfinanz herzlich egal. Dabei liegt in ihr ein kostbares Potenzial.

Im Sinne einer Schwingungserhöhung ist es eher dienlich, wenn ich gut für mich sorge. Wir speisen alle unsere Stimmungen und Gedanken in das Morphische Feld der Erde ein. Über das kollektive Bewusstsein wirkt jeder daran mit, wie sich die Menschheit entwickelt. Setzen wir den lebensfeindlichen Bestrebungen skrupelloser Geschäftemacher und Machtmenschen etwas entgegen: unsere Liebe zum Leben. Und verleihen wir ihr Ausdruck. Was wir dann versprühen ist Lebensfreude. Sie ist ansteckend.

Selbstausdruck ist immer individuell

Finden Sie einen Ausdruck, der Ihnen entspricht. Tanzen ist nicht jedermanns Sache. Wobei es nützlich sein kann, den lebendigen Leib zu spüren, um wieder mit der Lebensfreude in Kontakt zu kommen. Gerade bei depressiven Verstimmungen ist dieser Zusammenhang bekannt und gut belegt.

Weniger bewegungsfreudige Menschen spüren sich beim sinnlichen Genuss. Das kann ein Stück Kuchen sein oder ein heißes Bad, die Berührung eines lieben Menschen oder das Hören einer erbaulichen Musik.

Den Genuss genießen

Hören wir endlich auf, unsere schönsten Momente durch konventionelle Bewertungen zu zerstören. Solange Sie sich über die Kalorien oder den Fettanteil Gedanken machen, während Sie eine Donauwelle kosten, wird das nichts. Kaum hat man sich versehen, ist der Bissen am Gaumen vorbei, ohne dass man ihn wirklich bemerkt hat.

Lenken Sie stattdessen Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf den Geschmack, auf das Verändern der Beschaffenheit des Häppchens in Ihrem Mund, während Sie kauen. Kauen Sie ausgiebig bevor Sie schlucken. Freuen Sie sich an der Handwerkskunst des Bäckers, an der Tradition des Rezepts, an der Schönheit der Gestaltung, oder was auch immer für Sie ein wichtiger Wert ist, den der Kuchen erfüllt.

Lassen Sie sich das Erlebnis eines Wannenbads nicht vermiesen, indem Sie sich damit grämen, wie viele Liter Wasser Sie gerade „verschwenden“. Auf das SCH können Sie getrost verzichten. Kein Tropfen ist verschwendet, wenn Sie das Bad genießen und es Ihrem Wohlgefühl dient. Wir sind viel zu sehr in schlechtem Gewissen gebadet durch all die Ideologien, mit denen man uns Schuldgefühle einflößt von früh bis spät.

Ein neue Haltung einnehmen

Gebieten Sie solche Gedanken Einhalt, z.B. mit einem großen roten STOP-Schild vor Ihrem geistigen Auge. Eine abwehrende Handgeste kann die Wirkung unterstützen.

Machen Sie sich die Konditionierung bewusst, die Sie durchlaufen haben: Wehe, wenn wir einfach nur etwas für unser Wohlbefinden tun, statt nützlich zu sein! „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Mit solchen selbstschädigenden Glaubenssätzen sind die meisten von uns aufgewachsen. Dabei liegt im baren Sein ohne nutzbringende Absicht ein großer Schatz.

Die grundlegenden Einfälle zu wichtigen Erfindungen kamen den Forschern nicht im Labor oder in der Werkstatt, sondern unter der Dusche oder in der Hängematte. Manchmal auch bei gedankenverlorenen Alltagstätigkeiten, z.B. beim Bügeln oder bei der Gartenarbeit.

In diesen Augenblicken bricht das Selbst sich Bahn und dringt mit seiner Schöpferkraft in unser Bewusstsein vor. Was dann als Erfindung in die Welt findet, entstammt den Tiefen unseres Seins.

Ergänzen Sie das STOP-Schild und die Handgeste um einen neuen Glaubenssatz, durch den Sie den alten ersetzen. Allgemein: „Wohlbefinden ist mein Geburtsrecht.“ oder „Auch im großen Schweren kann ich etwas kleines Leichtes finden.“ Oder konkret: „Ich übe mich in der Kunst des Nichtstuns.“

Darf ich das?

In der Psychotherapie hat es sich bewährt, wenn Menschen eine Erlaubnis erhalten, gut für sich zu sorgen. Im fortgeschrittenen Zustand erteilen sie sich die Erlaubnis selbst.

Sie können sich zu diesem Zweck eine Urkunde ausstellen, z.B. mit dem Text „Ich, (Name), erlaube mir hiermit feierlich, mich auszuruhen, wann immer mein Körper, meine Seele oder mein Geist eine Pause benötigt. Und auch wenn es gar nicht nötig ist, sondern einfach nur mein Wunsch, darf ich ruhen.“

Malen sie ein amtliches Siegel auf das Papier, spannen Sie es in einen schönen Rahmen und hängen Sie es auf – ganz praktisch oder als Visualisierungsübung.

Knifflige Probleme löse ich – ohne angestrengt darüber nachzudenken – häufig beim Spazierengehen bzw. auf dem Laufband. Verborgene Zusammenhänge werden mir beim Hören von Audio- und Videobeiträgen bewusst, die ich mir „faul im Bett oder auf der Couch liegend“ zu Gemüte führe.

Und woher stammt mein Strahlen während der Sprechstunde?

Das Geheimnis will ich hier gerne lüften: Ich habe mir angewöhnt, bei Bedarf ein paar Minuten fetzige Musik aufzulegen, bevor ich mich mit ganzem Herzen und aller Aufmerksamkeit dem nächsten Patienten widme. Und manchmal zapple ich dabei durch die Praxis – so wie es meinem ganz persönlichen Ausdruck der Lebensfreude entspricht.

Text: Petra Weiß
Foto: knipseline / PIXELIO

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

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Beweisketten mit falschem Ausgang

Schriftsteller, Texter, Editor, Bewusstsein

Wir kennen das aus der Verkaufspsychologie: Wird zwei Mal „ja“ gesagt, kommt die nächste Zustimmung fast von allein. Um den Weg zum dritten „Ja“ zu bahnen, werden wir scheinbar sinnlos nach allerlei Selbstverständlichkeiten gefragt.

Diesen Kniff würzen wir noch mit einer Prise verdrehter Logik und schon ist der nächste Trick im Kasten.

In der Reihe “Sie baden gerade Ihr Gehirn darin…” untersuchen wir manipulative Muster durch Sprache. Wir bedienen uns dabei der Aufzeichnungen von Arthur Schopenhauer, der in seinem Buch “Die Kunst Recht zu behalten” die Wortjonglagen der antiken Philosophen auseinandernimmt.

Wieder einmal belauschen wir den Spinat-Disput am Esstisch, um einen alltäglichen Eindruck zu bekommen, wie rhetorische Kunststückchen in der Praxis Anwendung finden:

Unser Fidius könnte seiner Mutter auf den Leim gehen, indem sie fragt: „Brauchst Du fast jeden Tag etwas zum Essen, weil Du sonst verhungerst?“ Natürlich würde er das bejahen. „Und kannst Du noch nicht selbst für Dich sorgen?“ Je jünger er ist, desto weniger kann er das verleugnen.

Jetzt kommt die Irreführung ins Spiel, die zwar logisch klingt, aber nicht ist: „Dann hängt Dein Leben davon ab, dass Du brav isst, was ich für Dich zubereite!“

Ein bisschen emotionaler Erpressung mit der Angst vorm Verhungern und eine kleine Machtdemonstration inklusive!

Wer Ihnen etwas verkaufen will und als erstes eine vollkommen entbehrliche Frage stellt bzw. einen unstrittigen Sachverhalt zur Bestätigung in den Raum stellt (“Sie sind also Frau Müller?”), versucht Sie zu manipulieren. Dieses Vorgehen darf Sie zu Recht hellhörig machen.

Jetzt wissen Sie, warum man Sie in der Fußgängerzone mit der Frage anspricht “Mögen Sie Tiere?” Das ist eine fiese Fangfrage. Wer outet sich schon als Tierhasser?! Und noch dazu öffentlich. Das erste “Ja” ist den Spendeneintreibern für irgendwelche dubiosen Projekte damit sicher.

Wenn Sie wollen, veräppeln Sie die Manipulateure einfach mal zurück und sagen Sie “nein”. Das lässt die komplette Taktik in sich zusammenfallen.

Falls Sie etwas für Tiere tun wollen und es dabei um Geld gehen soll, wählen Sie selbst die Initiative, welche Sie reinen Herzens unterstützen können. Aber bitte aus Ihrem freien Willen heraus und nicht aus schlechtem Gewissen oder aus dem Druck, als guter Mensch dastehen zu wollen. Genau darauf zielen solche Werbestrategien. Lassen Sie sich nicht überrumpeln und mit platten Verkäufertricks zu einer Unterschrift verleiten, die Sie später bereuen. 

Im Zweifel gibt es in der Nachbarschaft einen Hund der ausgeführt werden will, eine Katze auf der Suche nach Streicheleinheiten oder eine Gans, die sich über Ihr trockenes Brot freut. Dann wissen Sie, wo Ihre Gutherzigkeit ankommt. Echte Tierfreunde finden viele Möglichkeiten zu helfen. 

Text: Petra Weiß
Foto: knipseline / PIXELIO

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

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Nach dem Betrug

Schriftsteller, Texter, Editor, Bewusstsein

Viele von uns haben dienstlich oder privat schon einmal einen Betrug miterlebt: Menschen gehen manchmal fremd, 10 % der eingetragenen Vaterschaften entsprechen nicht den Tatsachen, Steuern werden hinterzogen, Versicherungsbetrug ist ein Volkssport, Gebrauchtwagen und Häuser werden unter falschen Vorzeichen verkauft und so weiter.

Häufig bleibt die Tat unentdeckt. Wenn sie aber ans Tageslicht kommt, ist das Vertrauen gebrochen. Es braucht Zeit und anderes, um die Beziehung zu retten. Manchmal ist das auch nicht möglich. Schauen wir uns an, wie es nach dem Betrug weitergehen kann.

Warum Betrug unsichtbar bleibt

Betrug entsteht nur durch ein getarntes Verbrechen. Durch Lügen und Verschleierung der wahren Umstände wird die Tat vor Entdeckung abgeschirmt. Der Betrogene wurde also erfolgreich hinters Licht geführt, sonst kommt es gar nicht erst zum Betrug.

Wenn also ein Betrug enden soll, muss entweder der Täter den Vorgang aufdecken oder das Opfer muss sich der Tat bewusst werden. Selten wird der Täter freiwillig damit herausrücken, was er verbrochen hat. Das leuchtet ein. Warum aber sehen wir als Betroffene einen Betrug einfach nicht, während er unbeteiligten Beobachtern direkt ins Gesicht springt?

In unserem Unterbewusstsein haben wir eine ganze Reihe von Schutzvorrichtungen, die das verhindern. Allen voran das Ego, welches bei allen von uns mit unterschiedlicher Gewichtung auch narzisstische Anteile aufweist. Sie sorgen dafür, dass unser Selbstbild nicht unter der Last einer unliebsamen Erkenntnis über die eigene Unzulänglichkeit zusammenbricht.

Müssen wir uns eingestehen, betrogen worden zu sein, kommen zu dem entstandenen Schaden durch das Verbrechen noch die Verletzung durch die Lüge und die Scham, das Treiben nicht (früher) durchschaut zu haben. Und manchmal schlimmer noch: die eigenen Bedenken oder die Hinweise von wohlmeinenden Dritten in den Wind geschlagen zu haben. Ja, möglicherweise hat man die Hinweisgeber sogar beschimpft oder verhöhnt und sich dadurch genau an denen schuldig gemacht, die es gut gemeint haben. Solches Unrecht lastet schwer auf dem Gewissen.

Aus diesen Gründen ist das Eingeständnis eines Betrugs für das Opfer harter Tobak. Die Profis unter den Tätern wissen das genau und auch Hobby-Betrüger spüren instinktiv, dass sie dadurch geschützt sind. Sie surfen gewissermaßen im Windschatten von unbewussten Psychodynamiken und seelischen Bewältigungsstrategien. Psychologisches Wissen gegen die Menschen zu benutzen, ist zwar verwerflich, aber effektiv.

Gnädig sein und kühlen Kopf bewahren

Kommt der Betrug endlich auf den Tisch, ist es dringend geboten, Gnade walten zu lassen – zunächst mit sich selbst:

Als ehrenwerter Bürger sind Sie einem professionellen Trickbetrüger einfach nicht gewachsen. Genauso wenig durchblicken Sie als aufrechter Mensch die Nebel eines notorischen Lügners. Und hat Sie jemand nur ausnahmsweise angeschwindelt, muss sein Leidensdruck so groß gewesen sein, dass er reichlich Motivation hatte, sein Geheimnis sorgsam zu bewahren. All dem stand nichts entgegen außer Ihre Gutgläubigkeit. Darüber müssen Sie sich nicht grämen. Das spricht für Sie und Ihr bisher scheinbar recht betrugsfrei verlaufenes Leben. Glückwunsch! In Zukunft können Sie vorsichtiger sein.

Aus therapeutischer Sicht ist es wertvoll, sich vor Augen zu führen, an welcher Stelle es Hinweise gegeben hat, auch dann und gerade wenn Sie sie nicht weiter beachtet haben. Hinweise gab es fast immer. Vielleicht erinnern Sie sich an die konkrete Situation. Wie ist es Ihnen damals ergangen? Wie haben Sie sich gefühlt? Welche Gedanken und Vermutungen kamen in Ihnen hoch? Wie haben Sie sich beruhigt? Blieb dennoch ein Störgefühl bestehen? Spüren Sie jetzt eine körperliche Reaktion, während Sie über diese Fragen nachdenken? Nehmen Sie diese als Marker.

Im nächsten Schritt werden Sie sich darüber klar, warum Sie die inneren Einwände oder Warnungen von außen vom Tisch gewischt haben. Hier liegt ein Schatz für Ihre Persönlichkeitsentwicklung verborgen. Statt sich in Selbstmitleid zu wälzen oder in Schuldgefühlen zu vergehen, können Sie an dieser Stelle etwas Sinnvolles für Ihren Bewusstseinsprozess tun. Wenn Sie das Warum verstanden haben, sind Sie für künftige Honigtöpfe dieser Art nicht so empfänglich.

Indem Sie Ihren Anteil am Geschehen sehen, kommen Sie aus der passiven Opferhaltung heraus. „Ja, ich habe mich verführen lassen, weil….“ ist kraftvoller als das Mimimi: „So etwas passiert immer nur mir.“

Belastete Beziehungen kitten – zu sich und zu anderen

Außerdem können Sie sich mit den Früchten Ihrer Selbsterkenntnis den verprellten Helfern erklären, um die Beziehung zu retten, falls das Ihr Wunsch ist. Haben Sie keine Angst: Menschen haben mehr Verständnis und Mitgefühl als man denkt – sogar für diejenigen, die weniger davon haben. Trauen Sie sich, den ersten Schritt zu machen. Was haben Sie schon zu verlieren?!

Ihre Erkenntnisse dürfen Zeit brauchen. Setzen Sie sich bitte nicht unter Druck. Die Situation ist für Sie schon schwer genug. Ihr Selbstbild ist in Gefahr. Machen Sie sich bewusst, dass nur die Illusion, die Sie von sich hatten, zerbricht, nicht aber Ihr wahres Selbst. Dieses ist „unkaputtbar“, Ihr Wesenskern bleibt in seiner Reinheit unberührt von all den Höhen und Tiefen Ihrer Erlebnisse in der 3D-Welt. Sie werden diese Krise überstehen, so wie Sie schon viele andere heikle Situationen überlebt haben. Und bestenfalls werden Sie gestärkt daraus hervorgehen.

Wenn später bei einem neuen Verdacht, Ihr frisch eingerichteter Betrugsalarm anspringt, fragen Sie sich, was die Übereinstimmungen mit der vorherigen Situation sind und was die Unterschiede. Prüfen Sie vor allem, ob jemand mit einem altbekannten Lockmittel winkt. Je besser Sie Ihre üblichen Verführungen erkennen, desto leichter können Sie ihnen widerstehen. Und auch dann wird es noch anstrengend, sich abzugrenzen.

Verlockungen erkennen und widerstehen

Meist lockt man uns mit einem emotionalen Versprechen, das von dem angebotenen Umstand oder Ding ohnehin nicht erfüllt werden kann. Finden Sie heraus, welche Ihre unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte sind. Fangen Sie damit an, sich Ihre berechtigten Bedürfnisse selbst zu erfüllen oder gezielt nach der Erfüllung echter Bedürfnisse zu suchen, nicht nach einem billigen Ersatz.

Kompensation mündet immer in Gier, weil das eigentliche Begehren ja nicht gestillt wird. Wenn man nicht einsieht, dass der Weg falsch ist, will man immer mehr und mehr und mehr – und wird nicht satt. Machen Sie sich das bewusst. Es kann schmerzhaft sein, den Verlust anzuerkennen, wenn wir etwas Wichtiges entbehren müssen, das uns als Menschen eigentlich zusteht, z.B. Freundschaft oder Fülle.

Das kann eine gute Gelegenheit sein, unsere Vorstellungen über die Quellen unserer Bedürfniserfüllung richtig zu rücken. Ein beliebtes Beispiel ist unser Bedürfnis nach Sicherheit. Wir versuchen es uns mit allerlei Materiellem zu stillen. Gelingt das? Wenn wir kein Dach über dem Kopf haben, kann ein bisschen Wohlstand tatsächlich ein Mehr an Sicherheit mit sich bringen. Ab einem bestimmten Grad der Finanzkraft dient uns noch mehr allerdings gar nicht, um unser Sicherheitsgefühl weiter zu stärken.

Die Lösung liegt wie so oft nicht im Außen, sondern in uns. Sicherheit und Stabilität erleben wir, wenn wir uns auf uns selbst verlassen können, wenn wir nach unseren eigenen Werten leben, nach unseren Worten handeln und die Versprechen, die wir uns selbst gegeben haben, nicht bei aufkommendem Sturm gleich über Bord werfen. Gelebte Integrität erhöht zudem unsere Selbstachtung und diese wiederum unterstützt uns dabei, uns weiterhin treu zu bleiben. Das ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Und wenn Sie in der Rolle des Helfers waren..

Die abgelehnten Helfer können übrigens im Rahmen der Betrugserkenntnis ihrer Freunde eine wichtige Einsicht gewinnen: Niemandem dient es, dass sie Recht gehabt haben. Bemerkungen wie „Das habe ich Dir doch gleich gesagt!“ oder „Warum hast Du nicht früher auf mich gehört?“ sind jetzt vollkommen entbehrlich. Verzichten Sie auf den Triumph. Er ist hier nicht angebracht. Werten Sie sich nicht auf, indem Sie den anderen abwerten. Er hat genug Kummer zu verkraften. Wenn Sie ihn ohne Vorwurf oder Schadenfreude fragen, was er jetzt von Ihnen braucht, beweisen Sie wahre Größe.

Später einmal können Sie ihm sagen, wie es Ihnen damit gegangen ist, nicht ernst genommen zu werden oder hilflos mit ansehen zu müssen, wie er in sein Unglück rennt. Das gehört zur Aufarbeitung der Verletzungen. Darauf haben Sie einen berechtigten Anspruch, wenn die Zeit gekommen ist und der andere wieder Energie frei hat.

Falls Ihnen das schwerfällt, betrachten Sie zunächst Ihre eigenen Schwächen bitte mit etwas mehr Verständnis und Mitgefühl. Auch die (vermeintlichen und tatsächlichen) Fehler, die Sie als jüngerer Mensch einmal hatten, brauchen vielleicht ein wenig Gnade bevor Sie gnädiger mit anderen umgehen können. Selbstvergebung ist oft ein guter Weg. Das ist ein ganz eigenes Kapitel, zu dem wir in einem späteren Beitrag noch kommen.

Wir alle werden, nachdem die Wahrheit ans Licht gefunden hat, viel zu verzeihen haben: uns selbst und den anderen. Um der Dynamik von Schuld und Sühne zu entkommen, müssen wir uns der Verantwortung stellen. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als eine Antwort zu haben auf die Frage, warum wir uns so und nicht anders verhalten haben. Wir tun gut daran, unseren eigenen Werten zu folgen. Dann fällt es leichter, sich für sein Tun und Lassen zu rechtfertigen. Nicht vor der Welt, sondern vor uns selbst.

Text: Petra Weiß
Foto: S. Hofschlaeger / PIXELIO

Danke schön

Herzlichen Dank an alle Leser, die meine freiberufliche Tätigkeit durch einen Energieausgleich würdigen. Ich liebe die Arbeit an Texten. Mir macht es Freude, mein psychologisches Wissen, meine Praxis-Erfahrungen und meine Überlegungen mit Ihnen zu teilen. Gleichzeitig habe auch ich alltägliche Bedürfnisse wie ein Dach über dem Kopf und etwas Sojasahne im Kühlschrank. Daher bitte ich Sie, freiwillig einen angemessenen Energieausgleich zu leisten:

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Zur Autorin

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Petra Weiß ist Heilpraktikerin, psychologische Beraterin und Therapeutin. Ihre Liebe zur Sprache begleitet sie schon ihr Leben lang. Als Fachjournalistin für das Ressort Medizin und Gesundheit mit den Schwerpunkten Naturheilkunde und Psychologie hat sie zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht.

An mehreren Sachbüchern hat sie als Lektorin und Co-Autorin mitgewirkt. Ihr neues Buch SO BIN ICH ECHT ist im Februar 2022 im Hardcover erschienen.

Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus. Mit psychologisch fundierten Essays, praktischen Tipps und Denkanstößen begleitet sie Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, auf ihrer spannenden Reise zu sich selbst.