Werkzeuge zur Bewusstwerdung

Heilpraktiker Weinheim Lichtblick

Essay. Lesedauer ~26 Minuten
Rubrik: Manipulative Muster erkennen

Niemand kann Ihnen sagen, wer Sie sind. Sie werden es selbst herausfinden, und zwar auf Ihre eigene Art und Weise. Wie wir alle wissen, führen viele Wege nach Rom. Es gibt nicht nur den einen Pfad der Selbsterkenntnis. Nur Sektenführer oder Gurus behaupten, als einzige den Stein der Weisen zu besitzen. In solche Hände will man nicht gelangen.

In unsicheren Zeiten blühen überall neue Glaubensrichtungen auf, was grundsätzlich in Ordnung ist. Einige davon geben sich allerdings als etwas anderes aus, zum Beispiel als politische Gruppierungen.

Vor Menschen, die ihre Beweggründe und Absichten verschleiern, dürfen Sie sich zu Recht in Acht nehmen. Ihre angemessene Wachsamkeit lässt Sie vielleicht auch aufhorchen, wenn Ihnen gute Möglichkeiten begegnen. Hier ist es wichtig, eine gesunde Vorsicht walten zu lassen, ohne jedoch hinter allem und jedem etwas Böses zu vermuten. Der innere Kompass, mit dem wir von Geburt an gesegnet sind, wird durch Manipulation verwirrt und unser natürliches Empfinden geht dabei manchmal verloren.

Sind Sie auf Ihrem Weg der Selbsterkenntnis schon einmal auf anscheinend zwielichtige Hilfsmittel gestoßen? Wurden Sie für Ihre Versuche, sich und die anderen besser zu verstehen, verlacht? Hat man Sie mit unheilschwangerer Stimme davor gewarnt, sich auf eine bestimmte Methode einzulassen?

Solche Einmischungen in Ihre inneren Angelegenheiten geschehen manchmal offen, häufiger aber in Andeutungen, die wesentlich schwieriger zu klären sind. Sie entfalten ihre Wirkung. Schlimmstenfalls werden Sie davon abgehalten, Ihren ganz persönlichen Weg der Bewusstwerdung beherzt weiter zu beschreiten. Wer will sich schon lächerlich machen oder auf Abwege geraten?! Wie beurteilen Sie, was Ihnen dienlich sein könnte und wodurch Sie Schaden erleiden?

Kostbare Hilfsmittel unter Beschuss

Als ich die Homöopathie für mich entdeckt habe, sah ich in ihr eine von vielen naturheilkundlichen Heilweisen. Dank einer Einzelmittelbehandlung durch einen erfahrenen Arzt habe ich Heilung auf verschiedenen Ebenen erleben dürfen. Mich faszinierte die Wirkung der süßen Kügelchen. Mit Begeisterung vertiefte ich mich in ihren reichen Wissensschatz. Später erschien es mir folgerichtig, mich in Homöopathie ausbilden zu lassen und das Verfahren als einen wesentlichen Mosaikstein in meine heilpraktische Arbeit einzufügen.

Heute schätze ich die Homöopathie als medizinische Unterstützung ebenso wie als Entwicklungshelfer auf dem Weg der Selbsterkenntnis. Betrachtet man die Gemütssymptome der Arzneimittelbilder und die Ausführungen der konstitutionellen Homöopathie mit Blick auf die tiefen Beweggründe und wiederkehrenden Handlungsmuster, zeichnen sie vielschichtige und schlüssige Charakterstudien. Auf mich wirkt so eine Beschreibung spannender als jeder Krimi. Beim Lesen erscheinen Menschen vor meinem geistigen Auge, die zu dem Mittel passen könnten. Ich erinnere mich an Begebenheiten, in denen solche Züge bei ihnen zum Vorschein kamen. Jedes neue Arzneimittel, mit dem ich mich befasse, jeder überraschende Blickwinkel auf ein bekanntes Mittel ist für mich wie eine Reise durch den bunten Tiergarten des Menschseins. Meine Erlebnisse mit den Erkenntnissen der Homöopathie zu verbinden, gibt meinen Erfahrungen einen sinnvollen Rahmen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass die Homöopathie nicht nur im Kreuzfeuer der Kritik steht, weil sie so eine wirkungsvolle Heilweise ist. In ihr liegt ein Schlüssel zur Selbsterkenntnis und damit zur Selbstliebe und Selbstverwirklichung. Das Bewusstwerden der Menschen über ihr Selbst, das Entwickeln von Selbst-Bewusstsein im wörtlichen Sinne, wird unterdrückt.

Die Taktik der Unterdrückung

Das Muster habe ich erst erkannt, als ich begann, mich eingehender mit Astrologie zu beschäftigen. Über die 4 Elemente Medizin und die Mondhomöopathie hatte ich mich langsam und zögerlich für die Sternenkunde geöffnet. Ein paar Jahre vorher, wäre das undenkbar gewesen. Die Verleumdungskampagne zur Astrologie hatte bei mir üppige Früchte getragen. Ich schaute mitleidig auf Leute, die ihr Horoskop in der Zeitung lasen und daraus etwas für sich ableiten wollten. „Jaja: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…“ spottete ich. Ich hatte keine Ahnung, dass wir mit der „Vulgär-Astrologie“ einen armseligen Abklatsch der astrologischen Möglichkeiten gezeigt bekommen, damit wir die Aussagen als unzutreffend oder allgemeingültig abtun können und die Idee, uns mit dem „Aberglauben“ näher befassen zu wollen, von vorn herein verwerfen.

Es gibt etwas Vergleichbares in der Homöopathie: Diese ausgeklügelte Heilkunst wird ebenfalls im Niveau für die breite Masse soweit gesenkt, dass sie im Glücksfall hilft, oft gar nichts bringt und manchmal sogar schadet. Samuel Hahnemann hat die eher grobstofflichen D-Potenzen nicht entwickelt. Gegen Ende seines Schaffens hat er im Gegenteil die Ausgangsstoffe noch feiner verrieben und höher potenziert. Und nur in wenigen Ausnahmefällen hätte er standardmäßig 3×5 Kügelchen für ein bestimmtes Malheur eingeworfen – ohne Ansehen der Person!

Ungeschulte Laien, die ihr Wissen aus dem Internet und aus Patientenratgebern beziehen, sind in der Regel nur oberflächlich informiert. Sie können beispielsweise nicht unterscheiden, ob sie gerade eine Erstverschlimmerung erleben, die für das Mittel spricht, oder ob die Arznei falsch gewählt war. Manche haben ein Händchen für Homöopathie und erreichen trotzdem Beachtliches.

Die anderen wenden sich enttäuscht ab: „Hab ich probiert, nützt bei mir nix.“ Dabei hätten sie vielleicht nur eine andere Potenz gebraucht oder eine weiter Gabe. Oder sie hätten stattdessen früher mit der Behandlung aufhören sollen, um die erzielte Wirkung aufrecht zu erhalten. Wenn man Homöopathika zu lange einnimmt, löst man mitunter genau die Symptome aus, die man eigentlich loswerden will. Wissen, Erfahrung und Geduld sind vonnöten. Mit „Vulgär-Homöopathie“ kann man vielleicht ein wehes Knie bei der Heilung unterstützen, aber wohl kaum einer ernsthaften Erkrankung zuleiberücken. Das sagt man den Leuten aber nicht. Man tut einfach so, als seien 3×5 Globuli Arnika D6 das Beste, was die Homöopathie zu bieten hat. Das ist „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist…“ auf Homöopathisch.

So hält man die Menschen wirksam davon ab, sich eine Betrachtungsweise anzueignen, die sie auf ihrem Weg zu sich selbst hilfreich begleiten könnte.

Der lange Kampf ums Überleben

Hahnemann wurde schon zu Lebzeiten (1755-1843) bekämpft, und zwar von Medizinern, die damals viele Methoden anwandten, die man heute als Naturheilkunde bezeichnen würde, oder die aus der Therapie verschwunden sind, weil sie mehr Schaden anrichten als Heil. 230 Jahre nach seinem erkenntnisreichen Selbstversuch mit Chinarinde sind seine Mittel immer noch im Einsatz.

Die Astrologie versucht man noch weit länger zu unterdrücken – mit fraglichem Ergebnis. Man hat es nicht geschafft, sie den Menschen ganz vorzuenthalten. Aber man baut genug Barrieren ein, damit sich die Selbsterkenntnis dem Durchschnittsbürger (falls es so etwas gibt) nicht allzu sehr aufdrängt.

Einst war es vollkommen normal, dass Staatsleute sich astrologischer Auswertungen bedienten, wenn sie wissen wollten, wann ein guter Zeitpunkt für einen Krieg oder für eine Vermählung unter Königshäusern war. Es würde mich nicht im Geringsten wundern, wenn unsere Herrscher nach wie vor dieses bewährte Hilfsmittel für ihre Entscheidungen einsetzten, auch wenn man davon in der Zeitung nichts liest. Ich kenne Unternehmer, die bedeutsame Termine für ihre Firma nach astrologischen Gesichtspunkten planen. Davon finden Sie sicher nichts auf deren Internet-Seiten. Das passt nicht ins Image. Gemacht wird es trotzdem.

Wissenschaft und Forschung haben die Astrologie erst belächelt, dann bekämpft und am Ende verdrängt. Wussten Sie, dass die Kunst der Sternendeutung an Deutschen Universitäten gelehrt wurde? Zuletzt 1835 in Erlangen. Dann verbannte man sie aus der akademischen Bildung und verweigerte ihr die wissenschaftliche Anerkennung. So wie man es auch mit der Homöopathie versucht, allen wissenschaftlichen Studien zum Trotz.

Aus der Massenpsychologie weiß man, dass Lügen sich in den Köpfen der Menschen festsetzen, wenn man sie nur oft genug wiederholt. Daher wird mantraartig immer und immer wieder gesagt, die Wirkung homöopathischer Arzneien sei nicht erwiesen. Die Behauptung ist schlicht falsch, gewinnt aber an Glaubwürdigkeit durch ihre unermüdliche Wiederholung.

Es gibt tausende von Fachgebieten. Wenige erleben so einen auf Vernichtung ausgerichteten Kampf. Warum ist es so schlimm, wenn sich jemand mit Homöopathie oder Astrologie befassen will? Und für wen?

Gute Absichten – und was danach ausschaut

In verschiedenen Bereichen konnte man im Laufe der Geschichte beobachten, wie viel versprechende Ansätze, die der Menschheit dazu dienen könnten, ihr Bewusstsein weiter zu entwickeln, erst von außen und dann von innen heraus beschädigt oder zerstört worden sind.

Ursprünglich in guter Absicht gegründete Vereinigungen werden unterwandert, gekapert und ihre Leitfiguren legen dann Bestimmungen fest, die vorgeben, der Sache zu dienen, doch ihr tatsächlich schaden. Ich bin besonders aufmerksam, wenn ein Schild mit den Worten „Sicherheit“ oder „Schutz“ hochgehalten wird. Langwierige und sündhaft teure Fortbildungen werden „zum Schutz der Verbraucher“ eingerichtet. Die Prüfungen sind „aus Gründen der Qualitätssicherung“ lebensfern, von Willkür geprägt oder unsinnig schwer.

Wichtige Hinweise auf das Selbst sendet der Leib in Form von Erkrankungen. Wenn wir uns von unserem Selbst entfernen, geht es uns nicht gut. Daher kann es sehr erhellend sein, sich mit seinem eigenen Körper auseinanderzusetzen und eine Sinnhaftigkeit in den Beschwerden zu finden, besonders, wenn sie chronisch geworden sind. Dann steht zu vermuten, dass etwas in der Tiefe gelöst werden will. Ganzheitsmedizinische Ärzte und Heilpraktiker unterstützen ihre Patienten dabei.

Ärzte, die sich alternativen Heil- und Betrachtungsweisen zuwenden, erleben aus ihrem Kollegium – freundlich formuliert – nicht immer Zuspruch und Verständnis. Heilpraktiker werden offen angegriffen und diskreditiert. Wenn sich Hintergründe einer gesellschaftlichen Erscheinung nicht spontan erschließen, lohnt sich manchmal ein Blick in die Geschichte:

Warum fallen 80 % der Heilpraktiker-Anwärter bei der Prüfung durch? Sind sie einfach nur zu dumm, schlecht vorbereitet oder neigen sie zur hemmungslosen Selbstüberschätzung, sich zu der Prüfung anzumelden ohne das erforderliche Wissen? Was meinen Sie? Dient die hohe Durchfallquote dem Schutz der “Volksgesundheit”, wie es im Heilpraktikergesetz genannt wird? Oder sind da vielleicht noch ganz andere Interessen im Spiel?

Jeder Anwärter lernt die Paragraphen des Heilpraktikergesetzes auswendig, damit er vor dem Amtsarzt aufsagen kann, was er als Heilpraktiker alles NICHT darf. Die Prüfung sichert keineswegs, dass ein fähiger Heilpraktiker seinen Patienten bestmöglich dienen kann, sondern nur, dass er keinen Schaden anrichtet. Was für ein Geist schwingt in diesem Gesetz und in dem Prüfungswesen mit?

Das Heilpraktikergesetz vom 17.02.1939 war von den Nazis ursprünglich als „Aussterbegesetz für den Berufsstand des Heilpraktikers“ geplant, wie man auf Wikipedia nachlesen kann. Es müsste eigentlich „Anti-Heilpraktiker-Gesetz“ heißen. Man wollte den Beruf ausrotten. Mag man der Hitler-Regierung unterstellen, sie habe sich um das Wohl der Patienten gesorgt? Wenn ich betrachte, was im Namen medizinischer Forschung im Dritten Reich verbrochen wurde, wäre ein unpassendes Kügelchen oder ein falsch gewähltes pflanzliches Heilmittel zu der Zeit aus Patientensicht meine geringste Sorge gewesen.

In den 1950er Jahren musste man einräumen, dass dieses Gesetz in einigen Passagen verfassungswidrig war und lies zähneknirschend die nicht-ärztlichen Naturheilkundler weiter ihrer Berufung folgen. Man fand andere Wege, ihnen das Leben schwer zu machen.

Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit wird stets aufs Neue beschmutzt: Besteht auch nur der leiseste Verdacht auf einen Behandlungsfehler, wird die Geschichte in der Presse breitgetreten und der ganze Berufsstand infrage gestellt. Eine gewissenhafte Nachverfolgung der Anschuldigungen und konsequente Aufklärung, wie sich der Verdacht verflüchtigt hat, wird dann leider nicht betrieben.

Statt auf die anspruchsvollen Prüfungen hinzuweisen, wird gebetsmühlenartig das gleiche Kriterium für die Prüfungszulassung in den Blickpunkt gezerrt, nämlich, dass man nur einen Hauptschulabschluss braucht, um Heilpraktiker zu werden. Was für ein Licht wirft das auf die Kompetenz?

Die Zunft wird mit einem Wust von sich ständig ändernden Auflagen und Regelungen fruchtlos beschäftigt. Während ich den Sinn der (mit Bravour bestandenen) Hygieneprüfung durch das Gesundheitsamt noch nachvollziehen konnte, war mir schleierhaft, wieso die Größe der Fläche meiner Praxisräume sich auf die Anzahl der benötigten Patientenparkplätze auswirken soll.

Als ich 2006 meine Praxis gründete, durfte ich mit nur drei Therapierichtungen auf mein Praxisschild oder in Anzeigen werben. So eine Bevormundung! Nicht nur mir gegenüber, sondern auch gegenüber den Patienten. Als ob sie mit mehr als drei Nennungen überfordert gewesen wären. Die Regelung “zum Schutz der Patienten” ist mittlerweile überholt.

Wen schützt man hier eigentlich wovor?

Schauen wir uns doch einmal den Patientenschutz und seine Reglementierungen an einem Beispiel genauer an:

Die Stiftung Homöopathie Zertifikat (SHZ) hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Qualität homöopathischer Aus- und Weiterbildung zu richten. Schulen werden SHZ-zertifiziert, Lehrer werden SHZ-zertifiziert. SHZ-Homöopathen verpflichten sich, nach Ausbildung und bestandener Prüfung drei Jahre lang bei einem SHZ-zertifizierten Supervisor “in die Lehre” zu gehen.

Ich kenne kein einziges naturheilkundliches Verfahren, das so reglementiert worden ist. Wir verstehen uns hier bitte nicht falsch: Natürlich müssen Mediziner gut ausgebildet sein und wissen, was sie tun. Diese Zertifizierung geht darüber weit hinaus.

Die Schulen und Lehrer sind gezwungen, sich nach SHZ-Standards zertifizieren zu lassen, um SHZ-zertifizierte Therapeuten hervorzubringen. Standards, die eine Kommission festgelegt hat, welche weder einer staatlichen Einrichtung angehört, noch aus gewählten Standesvertretern besteht.

Egal, wie hilfreich ein Arzt oder Heilpraktiker in der Praxis für seine Patienten wirkt: Ohne das aufwändige und kostspielige Zertifikat ist er ein Homöopath zweiter Klasse. Das hat direkte Auswirkungen auf sein Einkommen und auf seine Möglichkeiten der Kundengewinnung.

Denn Krankenkassen machen vom SHZ-Zertifikat des Therapeuten abhängig, ob sie ihren Patienten eine homöopathische Behandlung erstatten. Es reicht nicht, dass seine Ausbildungsstätte und seine Lehrer SHZ-zertifiziert waren, was eine standardisierte Fortbildung gewährleistet. Der Therapeut selbst muss das Zertifikat erwerben.

Solche Einschränkungen der Leistungserbringung geschehen bestimmt nicht aus Sparsamkeit oder Geiz, geschweige denn aus politischen Gründen, sondern stets zum Wohle der Krankenkassenmitglieder.

Glauben Sie das?

Damit die Patienten sich durch das Gängelband nicht bevormundet fühlen, sondern gut beschützt, muss die Mär der Scharlatanerie am Leben gehalten werden: Es wimmelt da draußen nur so vor skrupellosen Beutelschneidern und Scherenschleifern, die mit Doktor-Titel oder – noch schlimmer! – als Heilpraktiker die Gesundheit ihrer Patienten mit Kügelchen ruinieren würden, wenn man sie nicht mit Macht davon abhielte.

Ist das so?

Wer seinen Patienten Leid zufügt, muss sich dafür verantworten. Das regelt die Rechtsprechung. Was glauben Sie wohl, mit welchen Medikamenten das häufiger der Fall ist? Werfen Sie doch einmal einen Blick in die Statistik, wenn Sie sich die Wahrheit zumuten wollen.

Was wäre wenn…

Die gleiche Argumentation, die gegen die Heilpraktiker und gegen die Homöopathie Verwendung findet, wird gegen die Astrologie eingesetzt: Gefährlich! Das glaube ich wohl. Aber für wen?

Als Kontrapunkt zur “Vulgär-Astrologie” wird sich auch hier zu-Tode-zertifiziert. Der Verband sichert die Qualität mit auserwählten Lehrern. Meine Anfrage nach einer Quelle für seriöses astrologisches Wissen wurde mit der Aussage quittiert, dieses könne man nur durch die zertifizierte Fortbildung erwerben.

Kommt Ihnen das Muster bekannt vor?

Nehmen wir einmal an, ein jeder könnte sich selbst erkennen und wüsste, wer er ist, wozu er auf Erden weilt und welche seiner Gaben er den Menschen aus vollem Herzen schenken kann. Würden wir dann einen ungeliebten Beruf weiterhin ausüben, damit wir als Ersatzbefriedigung noch mehr überflüssige Konsumgüter kaufen können?

Wenn wir mit erhobenem Haupt zu unserem So-Sein stünden, statt uns ständig dem Joch eines wahnhaften Perfektionierungszwangs zu beugen, wer wollte uns dann seinen Willen mithilfe von schlechtem Gewissen und Schuldgefühlen aufdrücken?

Hätten wir ein Bewusstsein über unsere naturgegebene Einzigartigkeit, welchen Herden würden wir nachlaufen in der Hoffnung, irgendwo dazu gehören zu dürfen?

Wer könnte uns noch sagen, dass etwas Grundlegendes an uns falsch wäre, weswegen wir uns schämen müssten, und wie wir gefälligst zu sein haben?

Wir wären frei. Frei in einem umfassenden Sinne, den wir uns in unserer Gesellschaft heute kaum vorstellen können.

Uns davon abzuhalten, der zu werden, der wir sind, ist ein machtvolles Herrschaftsinstrument. Gehen Sie davon aus, dass die Methoden, die uns dabei am nützlichsten wären, am gnadenlosesten bekämpft werden. Das betrifft alle Lebensbereiche.

Förderliche Bedingungen

Wohlstand wäre beispielsweise eine gute Voraussetzung, uns auf unsere seelisch-geistige Entwicklung zu konzentrieren, was wir nicht können, wenn wir all unsere Lebensenergie für die Existenzsicherung aufbringen müssen. Anstelle dessen erleben wir Mangel, wohin wir auch schauen. Die meisten Menschen rödeln von früh bis spät, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie sind durch Brotkrumen lenkbar, die man ihnen gnädig hinwirft. Statt zu verlangen, was ihnen zusteht, verneigen sie sich demütig, wenn ihnen ein Almosen gewährt wird. Es geht den Eliten nicht darum, dass sie noch reicher werden. Ihr Ziel ist es, dass die Armen arm bleiben. Dann sind die Massen beschäftigt und steuerbar.

Den Menschen wird es aus gutem Grund schwer gemacht, sich ihrer Anlagen, ihrer tiefen Bedürfnissen und kostbaren Fähigkeiten gewahr zu werden.

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, sich zu entwickeln. Vielleicht sogar die Pflicht. Ein jeder in der ihm gemäßen Weise. Kostbare Hinweisgeber auf der Suche nach dem Selbst wurden seit jeher in erhabene Kreisen genutzt und vor dem niederen Volk geheim gehalten.

Weitere Beispiele

Das Enneagramm ist eine überaus hilfreiche Typenlehre. Die Kirche arbeitet in der Seelsorge seit Jahrhunderten mit der Weisheit des Enneagramms. Die Typologie dient dazu, den Menschen in seinen tiefliegenden Motiven und daraus resultierenden Handlungsmustern zu erfassen, um ihm so zu begegnen, wie es seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Erst in den 1980er Jahren kamen die ersten Enneagramm-Bücher auf den Markt. Seither bahnt sich das vormals okkulte Wissen seinen Weg über Fachleute wie Coaches und Personalberater in die Breite der Bevölkerung.

Typentests – mittlerweile auch im Internet – wollen anhand von ein paar Fragen bestimmen, welchem Persönlichkeitsmuster man angehört. Dieses Vorgehen entspringt dem verständlichen Wunsch, die zeitraubende Erforschung durch einen erfahrenen Enneagramm-Berater abzukürzen. Und führt häufig nicht zum Ziel, weil es weder der komplexen Methode noch dem Facettenreichtum des Menschseins gerecht werden kann. Durch dieses ungemäße Abspecken landen viele in einer falschen Schublade, und die Betroffenen versuchen jahrelang vergeblich, sich deren Format anzupassen. Damit ist niemandem gedient. Das bringt dieses wertvolle Werkzeug in Verruf und die Menschen auf Irrwege.

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte ein begabter junger Arzt ein einzigartiges Werkzeug, mit dessen Hilfe man anhand der Auswahl von Farben psychische Zustände treffsicher und objektiv diagnostizieren kann: den Lüscher-Color-Test. Der schweizer Psychiater Prof. Max Lüscher erhielt von seinen Kollegen für die Entdeckung weder Anerkennung noch Unterstützung. Seine Veröffentlichungen richteten sich notgedrungen an die Laienleserschaft. So verkam die bahnbrechende Erfindung eine Zeitlang zum Partyspiel. Heute soll eine aufwändige Fachfortbildung die Qualität für den klinischen Einsatz des Diagnoseverfahrens in der Praxis sichern. Ob sie dadurch in Fachkreisen die angemessene Würdigung erfahren wird, steht in den Sternen.

Entfaltung braucht Bereitschaft

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass die Korrektur eines verzerrten Selbstbildes zwar schmerzhaft sein kann, sich aber für die weitere Persönlichkeitsentwicklung sehr lohnt. Wem dieser Schritt ein Gräuel ist, wird sich an das falsche Bild klammern. Selbst wenn er um eine Auswertung seiner Veranlagungen gebeten hat, kann er sehr wütend werden über eine unerwartete Enttarnung – vor allem, wenn sie punktgenau zutrifft.

Ich habe den „heiligen Zorn“ miterlebt, der einem Kollegen und seiner Arbeit entgegengeschleudert wurde, weil er mit seiner präzisen Analyse der Konstitution eines selbstgefälligen Mannes, dessen trügerisches Image in Scheiben fallen lies. Und er hatte es nicht einmal im Ansatz unfreundlich gemeint oder gefühllos vermittelt. Mit erbittertem Hass hat der Narzisst die Methode später bekämpft, die ihn in seinem Wesenskern erkannt hat.

Selbstverständlich steht es uns nicht zu, jemandem unaufgefordert zu sagen, wer er ist. Das Bedürfnis nach Selbsterkenntnis muss aus dem Betroffenen erwachsen. Dann findet er auch die für sich passenden Wege.

Um bewerten zu können, welche Mittel Ihnen wirklich dienen, braucht es einen klaren Verstand. Schauen Sie zuerst, von wem Sie etwas erfahren und fragen Sie sich, welche Absichten er wohl verfolgt. Geschriebenes Wort ist leider nicht immer Wahrheit. Ist das Gelesene logisch und plausibel? Kann das wahr sein? Wenn ja, befragen Sie Ihr Bauchgefühl. Falls nein, nützt es Ihnen nichts, dass es sich schön anfühlt oder als gut erscheint. Sobald Kopf, Herz und Bauch zustimmen: Sammeln Sie Erfahrungen und vergleichen Sie die Theorie mit ihrem Erleben.

So können Sie unterscheiden, was Ihnen nutzt und was Ihnen schadet, wer es ehrlich mit Ihnen meint und wer Sie für seine Zwecke einspannen will. Warten Sie nicht auf einen Führer, Guru oder Messias. Sie selbst sind der Schlüssel zu Ihrem Glück. Sie müssen nicht die Welt retten. Wenn sich jeder auch nur ein bisschen entwickelt, entfaltet die Menschheit nach und nach ihr gesamtes Potenzial.

Text: Petra Weiß
Foto: tokamuwi / pixelio.de

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Zur Autorin

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Petra Weiß ist Heilpraktikerin. Das Enneagramm nutzt sie in ihren psychologischen Beratungen. Die Homöopathie übt sie seit 15 Jahren aus, seit 2016 mit dem Segen einer SHZ-zertifizierten Schule. Die Lüscher-Color-Diagnostik ist eine der Grundlagen für die Moderne 4-Elemente-Medizin nach Dr. Peter Vill, die sich unter anderem astrologische Auswertungen zunutze macht. 2016 hat sie gemeinsam mit Dr. Vill den Patientenratgeber “Gesundheit gestalten mit den 4 Elementen” veröffentlicht. Sie hat zahlreiche Beiträge in Print und Online veröffentlicht. Seit Sommer 2020 gibt Sie die Zeitschrift “Weißheiten: vom Ich zum Selbst” heraus.

Warum ausgerechnet Homöopathie?

Schreibkunst Redakteur PR-Text

In unserer Zeit geht der Bezug von Wissen und sinnlichen Erfahrungen immer mehr verloren. Weil wir es nicht mehr gewohnt sind, Aussagen durch praktisches Erleben auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, kann man uns alles weismachen.

Bevor ich die heilsame Wirkung der Homöopathie als Patientin schätzen lernte, hatte ich mich nicht mit dieser Heilweise auseinandergesetzt. Außerdem nutzte ich seit vielen Jahren keinen Fernsehapparat mehr. Das war mein Glück. Sonst hätte ich mir womöglich einreden lassen, die süßen Kügelchen seien nutzlos oder gar gefährlich. Nun hatte ich aber bereits gute Erfahrungen gemacht als ich feststellte, welchen Anfechtungen die Homöopathie in den Medien ausgesetzt ist. Die Heftigkeit, mit der sie bekämpft wird, ist einzigartig. Warum das so ist, war mir lange ein Rätsel.

Es gibt zahlreiche Verfahren der Erfahrungsheilkunde, die leichter angreifbar wären, weil ihre Wirkung weniger gut belegt ist. Man muss 80 % aller Studien außer acht lassen, um zu der Erkenntnis zu gelangen, Homöopathie sei unwirksam. Und genau das wurde gemacht! Eine Metastudie kam zu dem Schluss, dass nichts dran sei an den Kügelchen. Die Meldung wurde durch alle Zeitungen und Sender verbreitet. Kurz darauf wurden die wissenschaftlichen Mängel der Untersuchung aufgedeckt. Diese neuen Erkenntnisse gelangten kaum in die Öffentlichkeit. Das ganze Thema wurde klammheimlich in den Archiven begraben.

Im Rahmen meiner Ausbildung in klassischer Homöopathie beschäftigte ich mich mit dem „Organon der Heilkunst“. Das Werk vom Dr. Samuel Hahnemann vermittelt alle wesentlichen Kenntnisse über die Herstellung und den Gebrauch homöopathischer Mittel. Als ich das Vorwort las, war ich überrascht. Ich konnte kaum glauben, was dort geschrieben stand: Hahnmann zog mit harscher Kritik gegen die Feinde seiner Methode zu Felde. Mit solch einer Streitschrift hätte ich nicht gerechnet. Statt mich zu fragen, was sich da wohl im Vorfeld ereignet hatte, glaubte ich die Ursache für die Ablehnung der Homöopathie in der Fachwelt gefunden zu haben: Von dem Begründer der Homöopathie ging keine Achtung gegenüber anderen Betrachtungsweisen aus. Das ruft natürlich eine Gegenabwehr hervor. Die Erklärung schien mir sinnig.

2020 hat sich meine Ansicht geändert. In Echtzeit konnte ich miterleben, wie mit unliebsamen Abweichlern umgegangen wird. Es würde mich nicht wundern, wenn dieselbe konzertierte Verleumdung seit Jahrhunderten verübt würde.

Eher wahrscheinlich ist nach meiner überdachten Auffassung, dass Hahnemanns Vorwort, das er zur 6. Auflage seines Buchs im Alter von über 80 Jahren verfasste, nicht der Auftakt zu einem Disput war, sondern sein Abschluss. Wie mag es ihm in den Jahrzehnten davor mit seinen Kollegen ergangen sein? Mit Ärzten, die ihre Patienten durch Arsen und Bleibehandlungen vergifteten und durch den undifferenzierten Einsatz von Aderlässen so manchem Geschwächten die letzte Lebenskraft aus dem Körper fließen ließen.

Da kam der dreiste Bursche aus ärmlichen Verhältnissen und stellte das Weltbild der damaligen Medizin auf den Kopf. Und das, nachdem man mühevoll die natürlichen Heilweisen der Kräuterheilkunde und alchemistischer Künste mit dem Wissen der weisen Frauen über Jahrhunderte hinweg mit viel Aufwand ausgemerzt hatte.

Bevor Gutenberg den Buchdruck erfand, wurden Kenntnisse nur von Schriftgelehrten auf Papier und von gewöhnlichen Menschen durch Erzählungen überliefert. Bevor es später zu Bücherverbrennungen oder zum Löschen von youtube-Kanälen kam, verbrannte man die Menschen und mit ihnen ihr Wissen. Das war der Sinn der Inquisition.

1810 erschien Hahnemanns erste Ausgabe des Organon, damals unter dem Titel „Organon der rationellen Heilkunde“. Ob 1810 die Bedeutung von rational und rationell schon unterschieden wurde, ist mir nicht geläufig. „ratio“ als gemeinsamer Wortstamm weist darauf hin, dass es sich um eine Produkt der Vernunft handelt. Zweckmäßig (rationell) ist die Homöopathie ebenfalls, sie erfüllt den Zweck der Heilung von geistigen Ursachen leiblicher, seelischer und geistiger Erkrankungen.

Dr. med. Hahnemann war beim Erscheinen der ersten Auflage 55 Jahre alt. Seine Erkenntnisse beruhten auf eigenen Erfahrungen und logischen Schlüssen. Aus einer Beobachtung ergab sich eine Frage, deren mögliche Antwort er als Vermutung formulierte und sodann gewissenhaft erforschte, ob sie zutraf. Das ist wahre Wissenschaft.

Heute werden Studien von Fachleuten durchgeführt, die von Interessenvertretern bezahlt werden. Wie objektiv mag ihre Haltung sein? Ergebnisse, die nicht den gewünschten Zweck erfüllen, verschwinden einfach in der Schublade. Das Studiendesign wird angepasst, bis das Resultat „stimmt“, sogar während die Studie läuft, was ganz offensichtlich allen Regeln der Wissenschaft widerspricht.

Aussagen in der Öffentlichkeit zu Studienergebnissen haben oft weit weniger mit den tatsächlichen Erkenntnissen aus den Experimenten zu tun, als man glauben könnte. Wer macht sich schon die Mühe, eine Aussage zu überprüfen, die angeblich von einer wissenschaftlichen Untersuchung herrührt?

Unsere akademische Wissenschaft und die sinnliche Wahrnehmung der Wirklichkeit sind weitgehend entkoppelt. Hahnemanns Ansatz war vollkommen anders und nachgerade gegenläufig. Er war nicht vom Elfenbeinturm aus herbeigedacht, sondern durch praktische Erfahrungen errungen, die akribisch notiert und präzise ausgewertet wurden. Das gefiel den Zeitgenossen ganz und gar nicht. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder plötzlich Krankheit und Heilung verstehen, geschweige denn zweitere herbeiführen könnte!?

Den meisten Patienten ist es bis heute nicht einmal möglich, ihre eigenen Blutwerte zu verstehen. Sie verbergen sich hinter kryptischen Abkürzungen. Warum schreibt man nicht einfach „rote Blutkörperchen“ statt „ERY“? Für die meisten Fachausdrücke gibt es deutsche Begriffe. Die Sprache der Mediziner hüllt ihren Inhalt in allerlei lateinische und griechische Wörter. Wie viele andere Fachsprachen auch ist sie dergestalt, dass die Experten sich untereinander verstehen und Außenstehende Mühe haben, ihnen zu folgen. Wenn sich Fachleute über Mikroprozessorelektronik oder Quantenphysik unterhalten, müssen wir nicht unbedingt mitreden können. Aber hier geht es um unseren eigenen Leib und unsere Gesundheit. Der gewöhnliche Mensch braucht eine Übersetzung, um zu begreifen, was in ihm vorgeht. Ist das so gewollt? Dient das unserem Schutz?

Es gab Zeiten, da war das Heilen verboten bzw. Gott vorbehalten. Später verlagerte sich die göttliche Macht des Heilens auf den Berufsstand der Ärzte. Wie viel Interesse hatten sie wohl daran, dieses Alleinstellungsmerkmal mit wenig standesgemäßen Vertretern ihrer Zunft zu teilen oder gar mit dem schnöden Pöbel?

Warum werden Nicht-Akademiker mit medizinischem Wissen bekämpft? Warum will man die Hebammen seit Jahrzehnten ins Abseits stellen? Während der Jahrhundertpandemie 2020 hat unser Gesundheitsminister ein Rechtsgutachten zur Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs in Auftrag gegeben. Das Ergebnis sollte im Sommer erscheinen, wurde auf Herbst vertagt und dann mit dem Mantel des Schweigens verdeckt.

Wäre es möglich, dass hinter diesen Maßnahmen “zum Schutze der Volksgesundheit” noch ganz andere Interessen stehen? Interessen, die es schon zu Hahnemanns Zeiten gab und die damals wie heute ihren Einfluss geltend machen? Gegen seine Heilkunst ziehen die Lobbyisten mit aller Medienmacht zu Felde. Sie führen absurde Klagen vor Gericht. Man dürfe die Ursubstanz, aus der ein potenziertes Arzneimittel entstanden ist, nicht mehr auf die Verpackung schreiben, weil sie chemisch nicht nachweisbar sei – zum Schutz der Verbraucher. Was hätte es praktisch bedeutet, wenn der Richter sich auf den Unfug eingelassen hätte? Das Urteil war in der Klarheit seiner Begründung eine schallende Ohrfeige für die Zusammenrottung aus Vertretern von Pharma-gesteuerten Institutionen. Haben Sie davon etwas in den Medien gehört? Nein? Sie hätten überall davon gelesen, wenn die Klage Erfolg gehabt hätte.

Die Homöopathie betrachtet den Menschen als Ganzes. Leibliche Erscheinungen und Gemütsregungen stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Mentale und seelische Vorgänge werden sogar höher gewertet als körperliche Beschwerden. Wir würden heute Körper, Seele und Geist oder neudeutsch Body-Mind-Medizin sagen.

Möglicherweise ist es Samuel Hahnemann ähnlich ergangen wie Ärzten mit eigenen Meinungen zu unserer Zeit: Zuerst ignoriert man sie, dann belächelt man sie, dann bekämpft man sie und am Ende gewinnen sie (frei nach Mahatma Gandhi). Das sprichwörtliche gute Ende ist leider nicht gewiss und es kann manchmal sehr lange auf sich warten lassen. Die Langmut kann sich aber lohnen.

Bleiben Sie wachsam, wenn Ihnen jemand einen erfahrenen Fachmann mit fadenscheinigen Argumenten madig machen will, insbesondere, wenn sich die Angriffe mehr gegen seine Person richten als auf die Sache. Dann hat man vielleicht nur noch giftige Pfeile im Köcher, die mit der Reputation des Menschen seine Ideen töten sollen. Das hatten wir schon mal.

Es hat nicht funktioniert. Die Homöopathie ist eine der gefragtesten Methoden in der Naturheilkunde. Tausende Ärzte und Heilpraktiker sind darin gewissenhaft ausgebildet. In Indien wird Homöopathie gleichrangig zur Schulmedizin an der Universität gelehrt. Ungeachtet der ausgeklügelten Rufmordkampagne finden die Menschen durch praktische Erfahrungen letztlich ihre eigene Sicht auf die Wahrheit. Immer.

Text: Petra Weiß
Fotograf: Thomas Kämpf, Copyright: Petra Weiß

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Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Sie ist ausgebildet in klassischer Homöopathie und hat sich ein breites Wissen über verschiedene Weiterentwicklungen von Hahnemanns Heilweise im Selbststudium erarbeitet. Konstitutionelle Betrachtungen der Arzneimittel nutzt sie in der psychologischen Beratung.

Der Quecksilber-Narzisst – ein homöopathischer Erklärungsversuch

Hermes der Götterbote

Lesedauer ~22 Minuten

Homöopathische Arzneimittelbilder entstehen so, dass man dem Prüfling eine bestimmte Substanz verabreicht und haarklein alle Besonderheiten aufschreibt, die sich nach der Gabe zeigen. Sie betreffen nicht nur Krankheitssymptome, sondern auch Änderungen im Gemütszustand, neue Abneigungen und Vorlieben, Empfindsamkeiten gegenüber spezifischen Reizen und vieles mehr. Aus der Gesamtschau der Prüfberichte werden typische Erscheinungen herausgearbeitet und zu einem Arzneimittelbild zusammengefasst. Homöopathische Arzneimittelprüfungen werden weltweit nach einem strengen standardisierten Verfahren durchgeführt.

Darüber hinaus sammeln praktische Ärzte und Heilpraktiker klinische Erfahrungen, die diesen Wissensschatz fortlaufend ergänzen. Manche von ihnen veröffentlichen ihre Erkenntnisse.

Homöopathie ist eine Heilweise für die Behandlung von körperlichen und psychischen Leiden. Gleichzeitig sind die Charakterisierungen über die Konstitutionstypen für psychologische Erkenntnisse von großem Nutzen. Durch sie gelangen wir zu einem tieferen Verständnis für die Beweggründe und Verhaltensweisen der Menschen. Die hier beschriebenen Muster bieten aufschlussreiche Einblicke in die menschliche Psyche, die sich ohne homöopathische Bezüge nur schwer erschließen.

Der Ego-Tripp als Lifestyle

Narzissmus gerät immer mehr in den Blickpunkt der Fachkreise und der Allgemeinheit: der weit verbreitete Alltagsnarzissmus ebenso wie seine behandlungsbedürftigen Formen. Es gibt unzählige Veröffentlichungen darüber.

Viele verschiedene Quellen habe ich gesichtet, um Eindrücke zu gewinnen, die Informationen mit meinem Vorwissen zu verknüpfen und mit meinem persönlichen Erleben zu verbinden. So konnte ich interessante Schlüsse ziehen, die ich mit Ihnen teilen will.

Meine Forschung begann mit der Beobachtung, dass mir das Phänomen Narzissmus bei meiner Arbeit und in meinem privaten Umfeld in unterschiedlichen Ausprägungen immer häufiger begegnet und dass ich mich damit unbehaglich fühle. Gleichzeitig werden narzisstische Verhaltensweisen in der künstlichen Welt der Medien häufig als erstrebenswert und vorbildlich dargestellt, ja als Voraussetzung für Glück und Erfolg verkauft. Viele machen mit beim Ringen um Aufmerksamkeit und Applaus für ihre Heldentaten oder um Bewunderung für ihre Leiden.

Was mich umtrieb war die Frage: Warum hat das Erscheinen narzisstischer Muster in unserer Gesellschaft eine solch hohe Präsenz gewonnen? Es musste einen Grund geben. Wie kann es zu Narzissmus-Exzessen kommen, ohne dass die Gemeinschaft dem Größenwahn und der Rücksichtslosigkeit beizeiten Einhalt gebietet? Das Massenphänomen dem Zeitgeist zuzuschreiben, war keine ausreichende Erklärung für mich.

Beobachtungen und Erkenntnisse

2020 beobachtete ich ein erschreckendes Maß an paranoider Angst gepaart mit einem Mangel an Mitgefühl und in der Folge einen Rückfall in archaische Verhaltensweisen, welche unsere Menschheitsfamilie längst überwunden glaubte. Ich suchte nach einer Ursache.

Aus meiner Warte als Traumatherapeutin konnte ich mir einige Reaktionen schlüssig erklären: Die Schrecken des Krieges mit all ihren Entbehrungen und teilweise katastrophalen hygienischen Verhältnissen sowie die Diktaturen vor und im Osten auch nach 1945 haben Traumata hinterlassen, die unbewusst von Generation zu Generation weitergereicht wurden und heute noch reaktiviert werden können. Die Verunmöglichung einer Flucht aus einer bedrohlichen Situation ruft Angst hervor. Wenn wir von Angst beherrscht sind, handeln wir instinktiv. Das vernünftige Denken ist eingeschränkt durch eine biochemische Reaktion: Adrenalin setzt Verstand außer Kraft.

Als Enneagramm-Kennerin erschließen sich mir Dynamiken, die in der Mentalität eines Landes liegen. Deutschland gilt als SECHSer Land. Die Enneagramm-SECHS ist ein Angst-Typ. Er ist über alle Maßen loyal und erhofft sich Schutz von einer starken Führung. Im Stress wechselt die SECHS in ein DREIer Muster: Man folgt nicht mehr seinen Überzeugungen, sondern tut, was notwendig ist, um ein Ziel zu erreichen. In Krisensituationen verbindet sich rückgratlose Anpassung mit dem Mangel an Verantwortungsbereitschaft. Diese Mischung kann zu einer Unterwürfigkeit im Radfahren-Design führen: nach oben buckeln, nach unten treten. Das meine ich mit archaisch.

Durch die Brille der systemischen Beraterin sah ich weitere Zusammenhänge. Wir sind traditionell so mit eingeredeten und übernommenen Schuldgefühlen belastet, dass wir uns alles mögliche antun lassen. Um nur nicht zum Täter zu werden, bleiben wir lieber Opfer. Und wenn wir anderen absichtlich oder aus Versehen etwas antun, sind wir für die Folgen der Tat lieber blind, als weitere Schuldgefühle aushalten zu müssen.

Doch wie ich die Sache auch drehte und wendete, ganz schlau wurde ich aus all dem nicht. Und dann stellte mir mein Mann die entscheidende Frage am Kaffeetisch, zu der ich am Ende dieses Beitrags kommen werde.

Homöopathische Betrachtung

Narzisstische Züge finden wir in mehreren Konstitutionen. Man könnte nun noch die Angst vor Krankheit, Angst vor dem Tod und Angst vor Menschen hinzufügen. Vielleicht käme man dann in der homöopathischen Auswertung schon auf Quecksilber. Mein Weg zum Mittel war ein anderer.

Arsen im Grundwasser. Eine Kollegin hatte mich einmal darauf hingewiesen, dass in einer bestimmten Region unseres Landes von Natur aus ein hoher Anteil an Arsen im Grundwasser vorhanden ist. Die Menschen, die dort leben, gelten in der allgemeinen Wahrnehmung als besonders gottesfürchtig, fleißig und ordentlich. Darüber hinaus sagt man ihnen nach, die Früchte ihrer eifrigen Arbeit für den Erwerb von Immobilien einzusetzen. Vielleicht haben Sie eine Idee, wer da gemeint sein könnte. Spannend dabei ist: Genau diese geradezu sprichwörtlichen Eigenschaften der betreffenden Bevölkerungsgruppe gehören zur Essenz des homöopathischen Mittels Arsenicum album. Könnte es sein, dass das Arsen im Grundwasser über die Jahrzehnte so etwas wie eine Arsenicum-Mentalität in der Region geschaffen hat?

Warum erwähne ich das hier? Weil ganze Gruppen von Menschen bestimmten Substanzen über eine längere Zeit ausgesetzt sind, die nicht nur toxisch auf sie wirken, sondern möglicherweise auch im homöopathischen Sinne.

Quecksilber in Medizinprodukten. Jahrzehntelang wurde Quecksilber im Rahmen medizinischer Behandlungen in den menschlichen Organismus eingebracht. Es gab Gründe, das Schwermetall zu verwenden, und Argumente, welche man gegen seinen Einsatz vorbringen könnte. Beide werde ich hier nicht besprechen. Mir geht es nicht um den medizinischen Schaden oder Nutzen, sondern um die Hypothese, dass wir so einer unfreiwilligen Arzneimittelprüfung unterzogen wurden, und um die Frage, welche Konsequenzen das haben kann.

Angst und Zwangsverhalten. Werfen wir einen Blick in die Leitsymptome (nach Morrison) von Mercurius (Quecksilber), finden wir dort die oben erwähnten Ängste vor Krankheit und Tod. Diese sind für sich betrachtet noch nicht wirklich ungewöhnlich. Besonders finde ich allerdings die Angst vor Menschen. Wenn sich nun jemand in einem Zustand von Mercurius befindet, dann triggern diese Auslöser seine Angst bis hin zur Panik. Sie führen möglicherweise zu zwanghaftem Verhalten. Dann versucht er seine Angst durch ein bestimmtes Ritual zu lindern. Das muss nicht unbedingt sinnhaft oder logisch sein. Oder er zieht sich zurück und wird depressiv. Beide Varianten habe ich in den vergangenen Monaten beobachten können.

Grippale Infekte. Nicht nur für bestimmte Emotionen ist man unter Einfluss von Quecksilber empfänglich, man ist auch anfällig für Erkältungen. Ich will nicht alle Symptome aufzählen, die für das Mittel sprechen, sondern nur solche, die in der aktuellen Situation eine besondere Rolle spielen könnten.

Psychologische Homöopathie. Um mich tiefer in das Arzneimittel einzuarbeiten, habe ich es auch aus Sicht der Psychologischen Homöopathie nach Bailey betrachtet. Und da wurde ich fündig, was die Verbindung von Quecksilber mit dem Narzissmus angeht.

Philip M. Bailey ist ein Praktiker, mit einem wachen Verstand und einer scharfen Beobachtungsgabe gesegnet ist. Außerdem stellt er bildhafte Bezüge her, was das Studium der charakteristischen Eigenschaften erleichtert.

Im Namen des Herrn. Die Beschreibung von Mercurius startet er daher mit dem Verweis auf den Götterboten Merkur. Das narzisstische Muster ist hier schwer zu übersehen: Es gibt Vertreter dieser Konstitution, die sich für Abgesandte der Götter halten. Sie glauben, sie brächten göttliche Kunde ins gemeine Volk, auf das dieses die Bestimmung erfülle. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Meister der Masken. Im weiteren beschreibt Bailey einen Mangel an eigener Persönlichkeit. Dadurch ist Mercurius in hohem Maße von außen beeinflussbar. Das deckt sich mit meiner Deutung, dass pathologische Narzissten den Kontakt zu ihrem Selbst verloren haben und sich für die Fassade halten, die sie als Image mühsam aufgebaut haben. Wehe, wenn das Trugbild in sich zusammenbricht – Wer sind sie dann?

Die weiße Weste. Kein Mensch will erleben, dass seine Identität infrage steht. Um den drohenden Identitätsverlust nicht zu erleiden, wird dem Zusammenbruch mit allen Mitteln vorgebeugt. Typisch narzisstische Abwehrmechanismen finden sich ebenfalls in der Beschreibung von Bailey zu Mercurius: „…eine seltsame Mischung aus Verletzlichkeit und arroganter Empfindungslosigkeit. Er hält sich für den Besten, braucht aber Bestätigung. Er nimmt den Mund voll, ohne an die Konsequenzen zu denken, aber er ist zutiefst verletzt, wenn jemand Kritik äußert, die zutreffend ist.“ und an anderer Stelle führt er fort „…denkt ständig über sich selbst nach, aber alles, was er sieht, ist seine oberflächliche Brillanz.“

Haben Sie zufällig jemanden gehört oder gesehen, der sich seine Fehler ums Verrecken nicht eingestehen will, obwohl seine gravierenden Verfehlungen jeden auf den allerersten Blick anspringen?

Elitäre Kreise. Mercurius-Menschen umgeben sich gerne mit ihresgleichen. Das ist Ausdruck ihrer Selbstverliebtheit. Tiefe Bindungen aufzubauen liegt ihnen eher nicht.

Die Blindheit des Narzissten gegenüber seinen eigenen Versäumnissen und Fehlentscheidungen, die verblendete Selbsterhöhung durch skrupellose Erniedrigung anderer und sein Mangel an Empathie für die Gefühle seiner Mitmenschen, die er bedenkenlos verletzt, machen das Bild für mich rund.

Hausgemacht. Die kluge Frage, die mein Mann gestellt hatte, war: „Ist es möglich, dass wir das Problem mit dem Narzissmus irgendwie selbst eingeimpft haben?“ Ja, ich glaube, das haben wir. Seit Jahrzehnten gibt es eine unfreiwillige Arzneimittelprüfung für Mercurius, deren Prüflinge sich nicht für das Experiment gemeldet haben und deren Wirkungen nicht dokumentiert sind.

Meine Vermutung ist, dass wir durch den weit verbreiteten Kontakt mit Quecksilber eine Welt geschaffen haben, in der Narzissmus blühen kann.

Welch skurrile Früchte die Quecksilber-Dauer-Exposition tragen kann, finden wir beim weiteren Studium von Mercurius in den Rubriken „Rituale und magisches Denken“ sowie „Größenwahn und Grausamkeit“.

Der Zahlen-Wahn. Fixe Ideen und Zwangshandlungen, die mit Zahlen zu tun haben, gehören zur merkurischen Konstitution. Das klingt für mich so als starre man auf Zahlen, die keine Aussagekraft hätten und interpretiere hinein, dass das Ende der Menschheit bevorsteht. Zum Schutz vor der Apokalypse vollführe man ein Ritual, dessen Wirkung keiner logischen Prüfung standhält. Meinen Sie, so ein abscheulicher Aberglaube könnte in unserer aufgeklärten Gesellschaft nicht Fuß fassen?

Dictator’s wet dream. Wirklich erschrocken bin ich an der Stelle, wo diktatorisches Verhalten in Zusammenhang mit Mercurius erläutert wird. Bailey beschreibt, dass Mercurius „den Trend hat, stets seinen Kopf durchsetzen zu wollen. Und wenn (er) nicht bekommt, was er will, sorgt er für Chaos.“ Diese Eigenschaft verbindet sich mit einem inneren Abstand zu den Mitmenschen bis hin zu vollkommener Gleichgültigkeit und dem scharfen Intellekt einer rascher Auffassungsgabe. Absurde Drohungen im Wechsel mit Versprechen auszustoßen, nennt der Homöopath zusätzlich als Mercurius Merkmale. Puh, da könnte einem schon der ein oder andere Tyrann einfallen.

Freiwilliger Gehorsam. Gefährlich sind Herrscher dann, wenn man ihrer Manipulation auf den Leim geht und längst an ihrem Gängelband läuft, bevor man merkt, was eigentlich passiert. Dazu dienen Menschen mit Mercurius-Konstitution ihre außerordentliche Redegewandtheit und ihre Gabe, andere trickreich an der Nase herumzuführen, sie zu verwirren und sich blitzschnell zu verwandeln.

Wolf im Schafspelz. Bailey verwendet Fallbeispiele aus seiner Praxis und aus dem öffentlichen Leben. Er berichtet z.B. von einem jugendlichen Mann und dessen „Potenzial, für Gott und den Teufel offen zu sein“. Diese extreme Polarität kommt bei Quecksilber-Menschen bzw. im Quecksilber-Zustand besonders stark zum Ausdruck.

In dieser Verfassung kann man ein edler Ritter sein und im nächsten Moment das Verderben über ein ganzes Land bringen. „Mercurius hat im allgemeinen keine Moral.“ Und so ist es für ihn selbst auch wenig störend, wenn er seine wechselhafte Meinung täglich umkehrt so wie das Quecksilber im Thermometer sinkt und steigt.

Bailey vergleicht die Charakteristik von Quecksilber mit dem Rattenfänger von Hameln: „Wenn man ihm in die Quere kommt, wird er zum herzlosen Dämon.“

Vielleicht fallen Ihnen ein paar Biotope ein, wo solche Eigenschaften besonders förderlich sind.

Menschlichkeit bekämpfen. Und nun hören Sie sich das noch an: Mercurius ist fasziniert von fortgeschrittener Computertechnologie. Er träumt von der Verbindung zwischen Mensch und Maschine. Mir persönlich jagt der Anblick eines „Borg“ (Anm. Menschmaschine aus der Star Trek Serie) kalte Schauer über den Rücken. Für Mercurius ist das Unpersönliche und Künstliche des Transhumanismus sympathisch. Da könnte man schon mal den scheinbar genialen Einfall haben, den Menschen einen Computer-Chip in den Kopf zu implantieren, um – WAS? – Musik herunterzuladen. Am Ende kommt noch jemand auf die Idee, das menschliche Erbgut technologisch verbessern zu wollen…

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich einige der absurden Entwicklungen, denen die Menschheit derzeit zustrebt, durch eine homöopathische Auswirkung der langfristigen Vergiftung durch Quecksilber erklären lassen. Der allgegenwärtige Wahn ist möglicherweise ein hausgemachtes Problem.

Was wir jetzt tun können

Statt dass wir in narzisstischer Grandiosität die Welt retten, fangen wir ganz klein und pragmatisch bei uns selbst an. Zuerst müssen wir neue Belastungen vermeiden. Wie Quecksilber in den menschlichen Körper gelangt, werden Sie sehr einfach herausfinden können, wenn es Sie interessiert. Es gibt gesündere Alternativen. Lassen Sie Schwermetalle fachgerecht entfernen. Wichtig ist eine begleitende Ausleitungstherapie unter der Kontrolle eines erfahrenen Mediziners. Er wird Ihnen verschiedene Mittel zur Auswahl anbieten und Ihren die Vor- und Nachteile verständlich erklären.

Ziehen Sie eine homöopathische Behandlung in Betracht. Aus meiner Sicht ist es vorstellbar, dass sich die Anlage zu Quecksilber-Symptomatik durch die weiträumige Verbreitung und langanhaltende Belastung wie ein Miasma (Anm. erbliche Vorbelastung) transgenerational auswirkt, so dass man auch ohne eigene Quecksilber-Kontakte merkurische Merkwürdigkeiten an den Tag legen kann.

Begeben Sie sich nur in fachkundige Hände. Nach dem Resonanzprinzip würde es mich nicht wundern, wenn Sie an einen sich selbst maßlos überschätzenden, wortgewandten und wenig einfühlsamen Geschäftemacher geraten. Mercurius gibt es in allen Berufsgruppen, auch unter den Therapeuten. Ich nenne sie die Quecksilber-Quacksalber. Bleiben Sie wachsam.

Lassen Sie uns bewusst wieder mehr Menschlichkeit kultivieren. Maschinen sind dazu da, unsere Leben zu erleichtern, nicht um uns das Denken abzunehmen oder uns in künstlichen Scheinwelten gefangen zu halten. Die naturgegebene Verbindung unserer sinnlichen Erfahrungen mit unserem emotionalen Erleben und unserem Verstand ist es, was unser Leben einzigartig macht.

Text: Petra Weiß
Foto: JaWa73 / pixelio.de

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Zur Autorin

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Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Sie ist ausgebildet in klassischer Homöopathie und hat sich ein breites Wissen über verschiedene Weiterentwicklungen von Hahnemanns Heilweise im Selbststudium erarbeitet. Konstitutionelle Betrachtungen der Arzneimittel nutzt sie in der psychologischen Beratung.

Verbunden mit dem wissenden Feld

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Lesedauer ~19 Minuten

Wir alle sind miteinander und mit jedem Wesen in der Natur verbunden. Das meine ich nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz greifbar. Die Wissenschaft weiß das schon lange. Leider ist die Erkenntnis weder in das Bewusstsein der Allgemeinheit vorgedrungen noch hat sie die Hochschulen erreicht. Insbesondere für die Lehre von Krankheit und Gesundheit hat sie keine nennenswerten Folgen gehabt. Wir machen einfach weiter, als wüssten wir von nichts.

Ich möchte Ihnen von Rupert Shaldrake erzählen. Lassen Sie mich Ihnen den Klappentext zu „Das Gedächtnis der Natur“ (2003 schon im Taschenbuch) vorlesen:

„Sheldrake studierte in Cambridge Biologie und Biochemie, später an der Harvard University Philosophie. An der Universität Cambridge promovierte er 1967 in Biochemie, lehrte am dortigen Clare College und war bis zum Jahr 1973 Forschungsleiter für Biochemie und Zellbiologie. Er befasste sich während seines siebenjährigen Stipendiums am Clare College in Cambridge sowie bei der Royal Society mit der holistischen (A.d.R.: das heißt „ganzheitlichen“) Tradition in der Biologie, führte Forschungen zur Entwicklung von Pflanzen und zur Zellalterung durch und formulierte die Theorie der von ihm so genannten morphischen Felder, seine Grundlage der Hypothese eines Gedächtnisses der Natur.“

Sheldrakes Annahme wurde nie widerlegt.

Der Naturforscher hat beobachtet, dass Stammzellen sich während ihres Wachstums mal zu Leberzellen und mal zu Hautzellen entwickeln mit vollkommen unterschiedlichen Merkmalen und Aufgaben. Er hat sich gefragt, woher die Zelle WEISS, was aus ihr werden soll.

Irgendwoher muss jede Zelle eine Information erhalten, an welche Stelle im Leib sie hingehört und welche Gestalt sie annehmen muss, um dort ihren Zweck zu erfüllen. Den Vorgang der Formentstehung nennt man Morpho-genese. Quelle und Übertragungsweg der Information sind ungeklärt. Sheldrake nahm an, die Information stammt aus einem Bewusstseinsfeld, das die Zelle umgibt: einem morpho-genetischen oder kurz morphischen Feld.

Das morphische Feld enthält den Bauplan – so wie ein winziges Samenkorn offenkundig “die Blaupause” z.B. für einen Mammutbaum beinhaltet. Aus dem Samen eines Mammutbaums wird keine Primel, egal wie stark sich die Samen vielleicht ähneln und möglicherweise in ihrer Zellstruktur sogar übereinstimmend sind. Wie die Pflanzen in-formiert, also in die Form gebracht sind, bestimmt ihre spätere Erscheinung. Die Information ist wesentlich.

Im Zeitalter der Informationstechnologie sollte man meinen, diesem Gedanken könnten alle folgen. Leider ist das nicht so. Magnetismus ist seit 200 vor Christus bekannt. Damals gab es vermutlich keine physikalischen Geräte zu seiner Messung. Unsichtbare Kräfte zu nutzen, war für Menschen früherer Epochen eine Alltäglichkeit. Der Ausschluss von Dingen, die wir (noch) nicht erklären können, aus unserer Denk- und Vorstellungswelt ist eine Unsitte der Neuzeit. Wissenschaftlich im eigentlichen Sinne ist diese Haltung nicht. Und förderlich für das Vorankommen der Menschheit in ihrer Entwicklung wohl kaum.

Dass es noch etwas geben könnte, was zwar momentan nicht bekannt ist, aber dennoch vorhanden sein könnte, sollte eine herkömmliche Grundannahme in der Wissenschaft sein – was sonst sollte sie erforschen?! Wir dürfen hoffen, dass sich dieser wahrhafte Forschergeist eines Tages (wieder) durchsetzt.

Zurück nach Cambridge.

Der Biologe Sheldrake hatte beobachtet, wie gleichgerichtet sich Vögel in ihren Bewegungsmustern verhalten. Aus den bisherigen Sichtweisen gab es keine vernünftige Erklärung dafür, wie die Abstimmung im Schwarm ohne nennenswerte Verzögerung vonstattengeht. Die geschmeidigen Änderungen der Flugbahn erfolgen in einer Geschwindigkeit, die man mit den uns bekannten Sinneswahrnehmungen nicht erklären kann.

So kam es, dass er das Konzept seiner morphischen Felder vom Mikrokosmos (Zellebene) auf den Makrokosmos (Vogelschwarm) übertrug. Womöglich gab es ein Bewusstseinsfeld um den ganzen Schwarm herum, aus dem alle zeitgleich die Information abrufen konnten, dass JETZT die Richtung geändert wird. Sie fliegen in Formationen.

Nehmen wir doch einmal an, der Zugriff auf „wissende Felder“ sei nicht den Vögeln und anderen Schwarmtieren wie Bienen oder Fischen vorbehalten. Dann wären damit weitere merkwürdige Beobachtungen erklärlich.

Unsere tägliche Begegnung mit dem morphischen Feld

Kennen Sie das? Sie kommen nach Hause und Ihr Hund wartet bereits an der Eingangstür auf Sie. Nun ja, man könnte sagen, er hat ein Zeitgefühl und weiß aus Erfahrung, wann Sie von der Arbeit kommen. Oder er erkennt den Klang Ihres Fahrzeugs, Ihrer Schritte im Treppenhaus etc. Das wären durchaus nachvollziehbare Erklärungen. Untersuchungen mit Kameras belegen, dass der Hund da sitzt, auch wenn sein Herrchen zu ungewöhnlichen Zeiten nach Hause kommt, mit ungewohnten Mitteln anreist und bevor der Mensch das Treppenhaus betritt. Ein morphisches Feld, das Mensch und Hund verbindet, ist eine mögliche Erklärung.

Haben Sie schon einmal an jemanden gedacht, den Sie lange nicht gesprochen haben, und plötzlich klingelt das Fernsprechgerät mit seinem Anruf? Woher nehmen wir diese Eingebung?

Versuche mit Mäusen zeigen, dass Eltern mit ihren Kindern unabhängig von der räumlichen Entfernung verbunden sind. Woher wissen Mütter, dass ihren Kindern gerade etwas zustößt – und umgekehrt?

Wie kommt es, dass wir uns an Orten auskennen, die wir nie zuvor besucht haben?

Warum werden Sprachen, die seit Generationen von Millionen von Menschen gesprochen werden, schneller erlernt als die logisch aufgebaute und daher eigentlich einfacher erlernbare Kunstsprache Esperanto?

Wieso berühren uns Texte nicht, die vor Fremdwörtern oder Fachausdrücken nur so strotzen, selbst wenn wir ihre Bedeutungen kennen?

Sie finden für viele dieser Phänomene ganz unterschiedliche Erklärungen. Das Konzept der morphischen Felder hat den Charme, dass es für zahlreiche Rätsel dieselbe Lösung anbietet.

Wenn ein wissendes Feld die Menschen verbindet, wie gewinnen wir Zugriff auf dieses Meer an Informationen? Und wie kommen die Daten überhaupt in das Feld?

Sheldrake ist der Überzeugung, dass wir mit unserem Denken und unserer Empfindungen das Feld ständig füttern. Die Information über jeden Gedanken und jedes Empfinden wird Teil des Feldes.

Manche Gedanken werden häufiger gedacht als andere. Die entsprechenden Bereiche des Feldes sind stark ausgeprägt. Denken also Millionen von Menschen gleichzeitig „Heute ist ein schöner Tag“, dann ist diese Informationen leichter verfügbar als andere. Und noch mehr Menschen werden so denken und fühlen, weil sie mit dem Feld verbunden sind. Das ist ein sich selbst verstärkender Kreisvorgang. Das Wohlgefühl werden auch Menschen abrufen können, die das Wetter gar nicht im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit haben. Auf diese Weise übertragen sich Gemütszustände rund um den Erdball. Stellen Sie sich einmal vor, was das für die Inhalte unserer Zeitungen, Rundfunk-Nachrichten oder Fernsehbeiträge bedeutet.

Die Schaltstelle mitten im Kopf

Der Zirbeldrüse in der Mitte des Kopfes wird nachgesagt, dass sie unsere Verbindung zum Kosmos darstellt, unsere Anbindung an die geistige Welt – oder in Sheldrakes Worten: den Zugang zum morphischen Feld.

Diesen Zugang zu stören, ist töricht. Verschiedene Einflüsse stehen in Verdacht, die Zirbeldrüse zu beeinträchtigen, wie zum Beispiel Quecksilber, Strahlung (Handy, WLAN, etc.) und blaustichiges Licht. Für LED-Lampen ist schlüssig erwiesen, dass sie den natürlichen Tag-Nacht-Wechsel und das fein abgestimmte Uhrwerk unseres Leibes aus dem Takt bringen. Sie bremsen die Zirbeldrüse, die dann das Schlafhormon Melatonin nicht in ausreichender Menge bildet. Ein gesunder Schlaf allerdings ist für die Erneuerung unserer Zellen und für die Belebung unserer seelisch-geistigen Kräfte in der Nacht entscheidend.

Falls Sie jetzt meinen: „Na gut, dann schlafe ich halt nicht so tief, was soll‘s?!“: Regeneration spendet Gesundheit und Lebenskraft. Während der Nacht geschehen Wachstum und Heilung. Auf der Zellebene heißt das z.B. auch, dass Krebszellen aussortiert werden, dass die Abwehr Erreger erkennt und ihnen angemessen begegnet – also genau gesundheitsfördernd und nicht mit einer überschießenden Entzündung.

Mittlerweile hat man entdeckt, dass Melatonin in Tablettenform zugeführt, das Einschlafen begünstigen kann. Der Zirbeldrüse mit ihren vielen noch weitgehend unerforschten Aufgaben dient diese schnelle Lösung von außen leider nur bedingt.

Das Organ braucht eine Schwingung von knapp 8 Herz, um den Unterschied zwischen Schlafen und Wachen herbeizuführen. Ob die Schwingung sich mit dem künstlichen Hormon verändert, darf bezweifelt werden. Ursache und Wirkung sind hier bitte nicht zu vertauschen. Vielleicht gleiten wir in tiefen Schlummer, der uns aber keine seelisch-geistige Erholung im Land der Träume beschert.

Zugang zur geistigen Welt

In manchen Kulturen wähnt man ein „Drittes Auge“ in der Mitte der Stirn. Inder malen sich einen Punkt auf die Haut, um es zu kennzeichnen. Es dient dem Schauen in die geistige Welt. Manche Menschen gehen davon aus, dass das christliche Ritual des Sich-Bekreuzigens das Dritte Auge verschließt. Diese These kann ich weder bestätigen noch verleugnen. Aufgrund der Geschichte kann ich verstehen, dass manche bezweifeln, ob es im Interesse der Kirche ist, ihr Monopol der Anbidung an Gott zu teilen, so dass die Menschen sich frei entwickeln können. Auf jeden Fall ist es hilfreich, die Zirbeldrüse zu unterstützen. Gerade jetzt.

Im Jin Shin Jyutsu gibt es einen Energiepunkt, der genau diesen Zweck erfüllt: das Sicherheitsenergieschloss SES20. Es verbindet das Bewusstsein des Einzelnen mit dem kosmischen Bewusstseinsfeld und erlaubt so einen Blick auf die zeitlose Ewigkeit. Das ist der Zugang zur geistigen Welt, zu Ihrem eigenen wissenden Feld und zu den wissenden Feldern all der Gruppen, zu denen Sie gehören. Modern würde man sagen: die morphischen Felder Ihrer Systeme, also Ihrer Sippe, Ihres Volkes, Ihres Vereins, Ihrer Nachbarschaft, Ihres Berufsstandes, Ihrer Kollegen, Ihrer Gleichgesinnten, aller Menschen oder Erdenbewohner und so weiter.

Und so geht’s!

Sie öffnen sich für diese Verbindung, indem Sie eine Hand auf die Stirn legen. Was? So einfach ist das? Ja. Genau. Die beiden SES20 befindet sich zwei Fingerbreit oberhalb der Augenbrauen auf der rechten und linken Stirnhälfte. Berühren Sie eines davon oder beide zeitgleich mit einer oder mit beiden Händen. Sie können das Dritte Auge und damit die Zirbeldrüse unterstützen und gleichzeitig Ihr Gemüt beruhigen, indem Sie eine Hand auf die Stirn und eine in den Nacken legen (SES4+12). Dieser Griff wird in der Kinesiologie ESR genannt: emotionale Stressregulation. Seine wohltuende Wirkung wird also auch in anderen Verfahren anerkannt und genutzt.

Dank SES20 erkennen wir die Wahrheit hinter den vordergründigen Erscheinungen. Der Schleier all der Lügen und des Betrugs, die mit kleinen Schwindeleien und Unaufrichtigkeiten gegenüber uns selbst beginnen, hebt sich. Wir begreifen uns als Teil der Schöpfung im ewigen Strom des Lebens. Die Einheit wird erlebbar. So wie wir sie im Familienstellen erfahren. Wir haben Zugriff auf Informationen aus früheren Leben, aus fremden Familien und von weit entfernten Orten, ohne das wir diese Phänomene mit unseren herkömmlichen physikalischen Modellen erklären können.

Ich bin mir sicher, dass SES20 eine bedeutsame Rolle beim Remote Viewing spielt, einer Technik, die im Rahmen des Projekts Spyglass von der CIA entwickelt worden ist, um das Bewusstsein der Agenten zu Spionagezwecken hinter feindliche Linien zu schicken.

Seine Lage sagt schon viel über die Aufgaben von SES20:

SES20 fördert das klare Denken und den gesunden Menschenverstand. Die geistigen Vorgänge kommen ins Gleichgewicht. Kopfschmerz und Schwindel können sich auflösen. Der Druck auf die Augen lässt nach, was viele Beschwerden der Augen lindern kann.

SES20 befreit die Nasennebenhöhlen, insbesondere die Stirnhöhlen. Diese haben die Aufgabe von Energiespeichern, weshalb es dem Kopf insgesamt ausgesprochen hilfreich ist, die Nebenhöhlen gut zu belüften. Mit einer chronischen Entzündung Ihrer Stirnhöhlen werden Sie Schwierigkeiten haben, Ihre seelisch-geistige Entwicklung zu vollenden. Vielleicht brauchen Sie zusätzlich naturheilkundliche Maßnahmen wie eine pflanzliche Reinigung von Erregern mithilfe von Kapuzinerkresse und Meerrettich oder das Meiden von Milchprodukten und von bestimmten Allergenen oder ein homöopathisches Mittel aus der Kalium-Reihe.

Neben der Öffnung für die geistige Welt wird durch SES20 auch das Herz geöffnet. Der Griff bringt den Brustkorb in Harmonie.

Herz und Verstand brauchen wir, um – wie eingangs beschrieben die Stammzelle – unseren Platz im Leben, in der Schöpfung zu finden und alle Fähigkeiten herauszubilden, die wir benötigen, um dort unsere einzigartigen Gaben in die Welt zu bringen.

Text und Foto: Petra Weiß

Zur Reihe

Die Reihe „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint in der Online-Zeitschrift „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und März 2021 werden insgesamt 26 Beiträge veröffentlicht. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt ins Gleichgewicht bringen können. Das fördert Ihre Gesundheit, beruhigt Ihr Gemüt und unterstützt Ihre Bewusstwerdung. Grundlegendes zur Heilweise Jin Shin Jyutsu und zur Anwendung der Griffe erfahren Sie aus dem Beitrag…

Jin Shin Jyutsu: japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

28.08.2020 Auftakt zur Reihe. Lesedauer ~ 10 Minuten.
Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

Die Entwicklung der Menschheit als Ganzes führt jeden Einzelnen immer stärker in seine Kraft. Wir werden uns bewusst, dass wir viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer bevormundenden Eingriffe in unsere Entscheidungen der Lebensführung, sondern dadurch, dass wir die Verantwortung für unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen.

Es gibt verschiedene Heilweisen, die jeder für sich nutzen kann. Jin Shin Jyutsu ist frei von unerwünschten Wirkungen, leicht erlernbar und ohne Hilfsmittel anzuwenden.

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SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: günther gumhold / pixelio

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur
Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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SES4 Weise Entscheidungen treffen

23.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Die Kunst dabei ist, das Unwesentliche zu ignorieren.

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SES 5 Bereit für den Wandel

01.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Bild zum Beitrag Bereit für den Wandel
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Unsere Welt ist in einem weiträumigen Veränderungsprozess. Wie erleben Sie diese Bewegung? Freuen Sie sich auf den bevorstehenden Wandel? Oder machen Sie sich Sorgen, wie es dann weitergehen wird? Möchten Sie gar, dass alles so bleibt wie es immer war?

Menschen sind konstitutionell unterschiedlich gut dafür gewappnet, mit Veränderungen umzugehen. Was für den einen ein Bedürfnis ist, bereitet dem anderen großes Ungemach. Doch Leben ist Entwicklung, ist Veränderung. Wir Menschen können das prinzipiell, wir haben uns immer den Umständen angepasst, sonst wäre unsere Spezies längst ausgestorben.

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SES 6 Einen ausgewogenen Standpunkt finden

Video von Petra Weiß. Spieldauer ~10 Minuten

Zum Sicherheitsenergieschloss 6 habe ich ein Video für Sie erstellt. Sie finden es auf BitChute:

In diesem Video erfahren Sie, wie Sie einen ausgewogenen Standpunkt finden und andere Standpunkte besser tolerieren können. Dabei unterstützt Sie ein einfacher Griff aus der Japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu.

SES7 Entwicklung in Zyklen

20.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~12 MinutenBild zum Beitrag Entwicklung in Zyklen

Foto: Walter Eberl / pixelio.deIn der Biographie-Arbeit gibt es das Konzept der Jahrsiebte. Alle sieben Jahre treten wir in einen neuen Entwicklungszyklus ein. In jedem Lebensjahrsiebt haben wir ein spezielles Thema in unserer Entwicklung zu bewältigen. Es kann sehr nützlich sein, sich über diese Themen zu informieren.

Vielleicht lässt sich das Konzept der Jahrsiebte auch auf Beziehungen, Unternehmen, Vereine oder Staaten anwenden…

Weiterlesen…

SES8 Rhythmus ist Leben

26. Oktober 2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~8 Minuten

Foto zum Beitrag Rhythmus ist Leben
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir begegnen von Anbeginn unseres Lebens verschiedenen Rhythmen in uns und um uns herum. Die rhythmischen Prozesse in unserem Körper stehen in Verbindung miteinander und mit den Vorgängen in unserer Umwelt.

Vielleicht erahnen Sie, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten eines Jin Shin Jyutsu Griffs sind, der uns dabei unterstützt, uns den inneren und äußeren Rhythmen des Lebens harmonisch anzupassen.

Weiterlesen…

SES9 Vom toten Gaul absteigen

28.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~6 Minuten

Bild zum Beitrag Vom toten Gaul absteigen
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Es gibt Situationen, in denen ist es ratsam, eine Investition an Geld, Zeit, Emotion oder Energie abzuschreiben, um nicht noch weitere Verluste zu riskieren. Aber das fällt schwer. Lieber zerren und reißen wir an einer Lösung, die keine Chance mehr hat, richtig gut zu werden, nur damit nicht alles umsonst gewesen ist. Vielleicht auch, um das Gesicht nicht zu verlieren. Oder um uns nicht der Schmach auszusetzen, einen gravierenden Fehler begangen zu haben.

Wie kommt man dann aus der Nummer bloß wieder raus?

SES10 Das Erleben von Fülle statt Mangelgefühle

04.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Bild zum Beitrag Fülle statt Mangel
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Wir haben alles, was wir brauchen. Um uns herum ist genügend Luft, wir können so viel davon einatmen, wie wir wollen. Die Erde schenkt uns Wasser und Nahrung. Unser Körper ist perfekt. Er funktioniert als Wunderwerk der Natur: Tausende biochemischer Prozesse greifen geschmeidig ineinander, wenn man sie nicht stört. Wir verfügen von Geburt an über ein wirksames Abwehrsystem, dass sich mit jeder neuen Herausforderung noch weiterentwickelt. Wir haben viele verschiedene Menschen um uns herum, mit denen wir uns verbinden können. Es ist alles da.

Wieso glauben wir, dass es uns an irgendetwas mangelt?

Heute wird mein Beitrag ein bisschen weniger spirituell und etwas mehr faktenbasiert. Ich möchte Ihr Bewusstsein dafür wecken, wie kostbar Ihre Lebensleistung ist.

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SES11 Loslassen und leichter leben

16.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~13 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Es ist nicht immer leicht, präsent zu sein. Häufig weilen unsere Gedanken bekümmert in der Vergangenheit oder sorgenvoll in der Zukunft. Das hält uns davon ab, mit unserem Bewusstsein im Hier und Jetzt zu sein – da wo das Leben stattfindet.

Das Loslassen richtet sich zeitlich in zwei Richtungen: Vergebung – auch für sich selbst – ist eine Form des Loslassens, welche die Vergangenheit betrifft. Sorgen loszulassen, betrifft hingegen die Zukunft. Der Beitrag gibt Ihnen Anregungen zu beiden Seiten.

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SES12 Die Sache mit dem freien Willen

19.11.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~14 Minuten

Foto zum Beitrag Die Sache mit dem freien Willen.
Foto: pixplosion / pixelio.de

Wir leben in einer infantilen Gesellschaft. Wie wir heute deutlicher denn je sehen, ist bei vielen Menschen ein psychischer Anteil im Kleinkindalter abgespalten worden. Als Traumatherapeutin kann ich das gut verstehen. Unsere Standard-Abläufe lassen kaum eine Gelegenheit aus, schon die Kleinsten zu überfordern.

Die Willensbildung ist ein komplexer Vorgang. Ein Wille, der auf falschen Informationen, kritiklos übernommenen Meinungen und kindlichen Entscheidungsmustern beruht, ist kein freier Wille im eigentlichen Sinne.

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SES 14 Integrieren oder loslassen?

11.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~12 Minuten

Bild zum Beitrag Integrieren oder Loslassen?
Foto: Petra Weiß

Viele von uns müssen im Moment mit ihren Kapazitäten klug haushalten. Achten Sie also darauf, was Ihre Bedürfnisse stillt. Manchmal ist eine halbe Stunde in der Hängematte oder die Umarmung einer guten Freundin oder ein mit Liebe gebackener Kuchen nahrhafter als das beste bio-vegane Fairtrade-Menü.

Den Verdauungsprozess unterstützen wir auf der energetischen Ebene mit dem Sicherheitsschloss SES14. Es liegt auf dem vorderen unteren Rippenbogen, rechts also direkt über der Leber und ihrer Gallenblase. Die anatomische Nähe zu Magen, Bauchspeicheldrüse und Milz ist sinnig.

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SES15 Heitere Gelassenheit

17.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~8 Minuten

Foto zum Beitrag Heitere Gelassenheit
Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ein ausgeglichenes Luft-Element zeigt sich im Gemüt als heitere Gelassenheit. Doch wer erlebt diese gerade? Unser Gelassenheits-Element wird durch eine behinderte Atmung, durch Ausgangssperren, durch Beschränkungen in der Reisefreiheit und in der freien Gestaltung unseres Alltags sowie durch die Furcht vor realen und eingebildeten Gefahren reduziert. Um so wichtiger ist es, dass wir jetzt gut für unser Luft-Element sorgen.

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SES16 Die große Metamorphose

23.12.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Michael Otterbach / pixelio.de

Was ist der Unterschied zwischen einer Veränderung und einer Transformation? Die Transformation verändert uns elementar und fundamental. Jedes Lebewesen wächst und entwickelt sich. Schmetterlinge allerdings durchleben eine Metamorphose. Sie beginnen ihren Weg als kriechende Raupe und verwandeln sich später in ein Tier der Lüfte! Ihr wundersamer Wandel ist das Paradebeispiel einer Transformation.

Wir durchlaufen im Moment alle eine Metamorphose. Der aktuelle Stillstand ist notwendig, auch wenn er schwer auszuhalten ist. Die meisten befinden sich im Puppenstadium, einige kriechen noch umher und andere sind schon am Schlüpfen. Klopfen Sie nicht an den Kokon Ihres Nachbarn. Er wird davon nicht schneller reifen. Ihren eigenen Prozess können Sie aktiv unterstützen. Dieser Beitrag gibt Ihren ein paar praktische Tipps.

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SES17 Fruchten und Reifen dank stabiler Nerven

17.01.2021 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~14 Minuten
Bild zu Fruchten und Reifen mit stabilen Nerven

In einem gesunden Organismus laufen Nerven und Energiebahnen parallel. Wenn wir uns erschrecken oder einen Schock erleiden, lösen sich die beiden Systeme (vorübergehend) voneinander. Dadurch ist man im Wortsinne „außer sich“.

Was Sie in den vergangenen Monaten erlebt haben und möglicherweise in den kommenden Tagen erfahren werden, kann die Reaktivierung von kleinen, mittleren und größeren Traumata auslösen. Bitte seien Sie sich dessen bewusst. Sorgen Sie jetzt besonders gut für sich – und für Ihr Nervensystem.

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SES18 Den Körper spüren

05.02.2021 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Content
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Die Integrität von Körper und Bewusstsein ist bei vielen Menschen verloren gegangen. Sie spüren sich in ihrer Leiblichkeit nicht mehr richtig. Das Phänomen hat viele Ursachen – von einem handfesten Trauma bis zum alltäglichen Ignorieren der eigenen Bedürfnisse.

Leider nehmen die meisten Menschen ihre körperlichen Empfindungen nicht wahr. Deshalb habe ich eine kleine Übung für Sie mitgebracht, die den Fokus der Aufmerksamkeit nach innen lenkt und Ihnen gleichzeitig ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermittelt.

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SES19 Freie Selbstbestimmung und natürliche Führung

12.02.2021 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~12 Minuten

Schreibkunst Texter Redaktion
Foto: paukereks / pixelio.de

Die einzige Instanz, der wir Rechenschaft schulden, ist unser eigenes höheres Selbst. Vor unserem Gewissen müssen wir verantworten, was wir getan haben und was nicht. An unseren eigenen Werten werden wir gemessen. Sie sind die Richtschnur unseres Lebens. Folgen wir ihr, werden wir unser Sein als sinnstiftend und erfüllt empfinden. Das sind die Früchte der Aufrichtigkeit.

Dieser Führung können wir uns anvertrauen. Wir müssen nicht nach Gurus oder Lehren suchen. Kein Fachmann ist vonnöten, um uns irgendwelche Verantwortung abzunehmen. Wir brauchen niemandens Erwartungen zu erfüllen als die eigenen.

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Zur Autorin

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Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein ihrer Genesung von einer angeblich unheilbaren Krankheit.

Gemäß ihrer Ausbildung darf sie die Bezeichnung Jin Shin Jyutsu Praktikerin seit 2007 mit dem Segen der Grande Dame des JSJ, Mary Burmeister, führen. Jin Shin Jyutsu ist seither ein Grundpfeiler ihrer naturheilkundlichen Beratung. Petra Weiß unterrichtet Fachleute und Laien in der japanischen Heilkunst. Sie teilt ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Heilpraktikern, Ernährungsberatern und anderen Berufsgruppen und gibt Selbsthilfekurse mit verschiedenen Schwerpunkten für jedermann.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

Es ist doch nur eine Armbinde.

Bild zum Beitrag Es ist doch nur eine Armbinde

Lesedauer ~10 Minuten
Rubrik: Im Lichte der Geschichte

Vergangene Nacht jährten sich die November-Progrome von 1938. Menschen wurden ermordet, eingesperrt und bestohlen. Viele verloren ihre wirtschaftliche Existenz, ihre Freiheit und ihr Leben. Geschäfte und Privatwohnungen wurden zerstört. Gotteshäuser verwüstet und Friedhöfe geschändet. Mindestens 300 Menschen nahmen sich – aus Verzweiflung oder Weitsicht – das Leben. Danach begann der systematische Völkermord.

Wie konnte es so weit kommen? Das fragt man sich heute und man wird sich dieselbe Frage immer wieder stellen, wenn große Krisen die Eigenschaften der Menschen sichtbar machen: die guten wie die üblen. Ich möchte ein Licht aus meiner psychologischen Sicht auf die Entwicklungen werfen, die zu diesen Geschehnissen führten. Es wäre vermessen, die komplexen Zusammenhänge im Rahmen eines Beitrags umfänglich darstellen zu wollen. Daher richte ich mein Augenmerk auf ein paar wenige Aspekte, die mich dieser Tage besonders beschäftigen.

Im Vorfeld der Ereignisse hatten die politischen Akteure eine passende Rechtsgrundlage geschaffen. Wer Jude war, definierte ein Gesetz. Die Beweislast wurde umgekehrt: Man musste einen Ariernachweis erbringen, im Volksmund „Persilschein“ genannt, um sich von dem Verdacht reinzuwaschen, jüdisch zu sein. Den Juden und auch anderen Gruppen wurden nach und nach ihre Menschenrechte aberkannt. Das meiste Unrecht geschah gemäß geltendem Recht.

Gute Menschen halten sich prinzipiell an Gesetze – wie absurd ihr Inhalt auch sein mag. Ihre Beweggründe liegen auf der Hand: Die Alternative zu verbindlichen Regeln ist Anarchie. Im Chaos will niemand leben. Besser alle halten sich an fragwürdige Vorgaben als an gar keine. Die Menschen stehen unter sozialem Druck, sich so zu gebärden wie die anderen Gesetzestreuen, um dazu zu gehören. Sie haben Angst vor einer Strafe, die sie selbst oder ihre Familie in Schwierigkeiten bringen könnte. Und sie können sich der Illusion hingeben, sie hätten keine Verantwortung für ihr Handeln, was in jeder Lebenslage ein fataler Irrtum ist. Handeln auf Befehl war noch nie frei von Verantwortung – unabhängig von der Rechtsprechung.

Zum Zwecke der Kennzeichnung mussten Juden Armbinden tragen. Diese im Vergleich zu den späteren Entwicklungen scheinbar harmlose Verordnung war der Anfang vom Ende. So waren die „Aussätzigen“ für jeden schon von weitem leicht erkennbar. Repressalien durch die allgegenwärtigen Staatsdiener und Diskriminierung durch die selbsternannten Hüter der Ordnung waren alltäglich.

Natürlich gab es auch Nicht-Juden, die das als Ungerechtigkeit empfanden. Die Sympathisanten standen in dem Risiko, ebenfalls bestraft und aus ihren bürgerlichen Kreisen ausgeschlossen zu werden. Man nannte sie abwertend „Judenfreunde“. Es gab eine Kontaktschuld: Man konnte sich mit diesen Menschen nicht treffen, ohne sich selbst schuldig zu machen. Sogar die „falsche“ Gesinnung von Freunden der Freunde barg eine latente Gefahr für Leib und Leben.

Das Prinzip „DIE und WIR“ spaltete Familien, Freunde, Kollegen und Nachbarn. Diese Spaltung ist die Grundlage eines jeden Terrors. Ohne sie wäre es nicht möglich, Menschen zu quälen, damit ein paar empathielose Psychopathen daraus irgendeinen Nutzen ziehen.

Die Propaganda hatte ganze Arbeit geleistet. Das ständige Wiederholen derselben Narrative hatte dafür gesorgt, dass Juden als Ursache allen Übels bei einem großen Teil der Gesellschaft verhasst waren. Sie waren schuld – am Krieg, an der Armut, an der politischen Krise. Einfach an allem. Hier wurde die berechtigte Empörung der Menschen über ganz andere Probleme gezielt gelenkt. Der Trick ist genauso alt wie effektiv. Er funktioniert immer wieder. Das Wir-Gefühl erstarkt mit einem gemeinsamen Gegner. Man bestätigt sich gegenseitig die Berechtigung für das vereinte Handeln und trägt die Flagge der „Solidarität“ als Rechtfertigung für grausame Taten vor sich her. Der staatstreue Bürger fühlte sich im Recht, wenn er Juden ausgrenzte oder beschimpfte. Später sah man folgerichtig weg, wenn die zuvor Diffamierten weggebracht wurden oder man hielt es sogar für eine gute Sache.

Statt sich zu fragen, ob all diese Behauptungen stimmten, waren die Leute damit beschäftigt, ihre Existenz zu sichern, entlastende Dokumente zu beschaffen und für Lebensmittel anzustehen. Zum Hinterfragen war keine Zeit. Außerdem war es gefährlich, die Autoritäten infrage zu stellen.

Man hatte zwei Meinungen: eine private und eine öffentliche. Zensur erfolgte überall. Wie viele Wahrheit damals verloren ging, werden wir wohl nie erfahren. Ironischerweise darf betreffend dieser Epoche heute keine vom offiziellen Narrativ abweichende Meinung geäußert werden. Das wäre strafbar. Manchmal hat das Schicksal einen schrägen Humor.

Weil so viel Normales verboten war, wurden normale Bürger zu Gesetzesbrechern. Diese konnte man jetzt mit reinem Gewissen anzeigen. Als Denunziant fühlt man sich moralisch überlegen, während man jemanden für ein im Grunde unwesentliches Vergehen in die Pfanne haut.

Je ohnmächtiger sich der einfache Mann fühlte, desto verlockender war es, am Machtsystem teilzunehmen. Ein kleiner Hinweis an den Blockwart und der unliebsame Nachbar, der Konkurrent um einen Arbeitsplatz oder der Ehemann der Geliebten konnte in Schwierigkeiten gebracht werden. Wie überaus praktisch! Der Betroffene musste noch nicht einmal wirklich etwas falsch gemacht haben. Es reichte, wenn man etwas völlig aus der Luft Gegriffenes behauptete, um eine Lawine der Schikane loszutreten. Für falsche Anschuldigungen wurde niemand zur Rechenschaft gezogen.

Ein psychologisch brillanter Schachzug der NS-Regierung – vielleicht sogar der entscheidende – war es, die Allgemeinbevölkerung am Raub zu beteiligen. Die von Juden gestohlenen Gegenstände, ihre Häuser, die Geschäftsbetriebe wurden spottbillig verkauft. Der Pelzmantel und die Lederhandschuhe der jüdischen Nachbarin, das edle Porzellan des jüdischen Chefs, Kunsthandwerk aus jüdischem Familienbesitz – plötzlich konnten sich Lieschen Müller und Franz Meier die begehrten Dinge leisten. Viele nutzten das einmalige Angebot und labten sich an den Überresten jüdischen Wohlstands. Ein Großteil der Bevölkerung lebte in existenzieller Abhängigkeit. Man fand Arbeit in den Giftgasfabriken, als Spitzel oder bei der SS. So macht man Mitläufer zu Profiteuren. Sie würden sich niemals gegen das Unrecht wenden oder es als solches überhaupt anerkennen, denn dann wären sie selbst Verbrecher und ihre Beute in Gefahr.

Es dient niemandem, dass wir in Gefühlen von Scham und Schuld versinken, wenn wir heute an die Opfer, Täter und Mitläufer denken. Lassen Sie uns lieber wachsam nach den Unterschieden zwischen damals und heute schauen.

“Wenn man eines aus der Menschheitsgeschichte lernen kann, dann ist es die Tatsache, dass Menschen aus ihrer Geschichte nichts lernen.” sagt angeblich ein Chinesisches Sprichwort. Mir wäre es sehr recht, diesen Text durch mein praktisches Erleben zu widerlegen.

Wir alle brauchen Antworten, wenn wir uns später fragen, was wir in unserem Leben getan haben und warum. Das nennt man Verantwortung. Unser Tun in Einklang mit den eigene Werten zu bringen, macht es leichter, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Dazu müssen wir uns unserer Werte bewusst werden, unsere Überzeugungen überprüfen und bereit sein, aus alten Denkmustern auszusteigen. Dieser Prozess bringt uns als Menschheitsfamilie weiter beim Erforschen unseres Bewusstseins. Wir können Perspektiven nachvollziehen, die uns vorher fremd waren. So halten Gnade und Vergebung Einzug in unsere Seelen – für andere und für uns selbst.

Der Blick in die Geschichte lohnt sich immer dann, wenn er uns dabei hilft, unser Bewusstsein zu wecken für das was heute und in Zukunft geschieht.

Text: Petra Weiß
Foto: Huskyherz / pixelio.de

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Zur Person

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Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Parallel zu ihrer therapeutischen Arbeit ist sie als freie Journalistin im Ressort Medizin & Gesundheit tätig. Sie hat sich auf Naturheilkunde und Psychologie spezialisiert. Seit 2020 gibt sie das Online-Magazin Weißheiten: vom Ich zum Selbst heraus. Es dient der Entwicklung des Einzelnen in eine freies und selbstbestimmtes Leben und unterstützt somit den Bewusstseinsprozess der Menschheit.

Weise Entscheidungen treffen

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Weisheit entsteht durch die Verbindung von Wissen und Erfahrung. Das eine ohne das andere kann niemals weise sein. Wissen ohne Erfahrung bleibt theoretisch, ihm fehlt das Lebendige, der Bezug zum sinnlich Erlebten. Erfahrung ohne Wissen, bleibt instinktiv und oberflächlich. Allzu leicht verleitet sie zu voreiligen Schlüssen und unbedachten Handlungen.

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Wollten wir uns immer mit einer inneren Entscheidungsmatrix plagen, Gewichtungsfaktoren bestimmen und Ausschlusskriterien definieren, kämen wir mit unseren täglichen Beschlüssen nicht zu Potte. Stattdessen entscheidet in den meisten Fällen unser sogenanntes Bauchhirn. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Das Bauchhirn verarbeitet diese Informationen um ein Vielfaches schneller als es unser Verstand jemals könnte.

Die Kunst dabei ist, „das Unwesentliche zu ignorieren“, wie es der Psychologe Professor Gerd Giegerenzer, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in seinem gleichnamigen Buch beschreibt. (Link zu meinem Artikel „Gefühltes Wissen“ über einen Vortrag von Prof. Giegerenzer in der Rubrik „Seelische Aspekte“: www.schreibkunst.online/berichte )

Unsere Bauchhirn ist immer dann ein guter Ratgeber, wenn die Möglichkeiten zahlreich sind und die Informationen unüberschaubar viele. Genau dann kommt es darauf an, das Wesentliche herauszufiltern. Und das machen wir automatisch, wenn unser Kopf uns nicht dazwischenfunkt.

Basis dieser Entscheidungen sind also die subjektiven Erfahrungen und das, was wir für unser Wissen halten. Über die Objektivität von Informationen habe ich an anderer Stelle philosophiert. Hier ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich Entscheidungen stimmig anfühlen, wenn Wissen und Erfahrung zusammenpassen, auch wenn das „Wissen“ nicht der Wahrheit entspricht.

Vor dreißig Jahren hörte ich eine Frau sagen: „Das Revolverblatt lese ich nicht. Eines Tages erzähle ich das womöglich meinem Kind, weil ich nicht mehr weiß, aus welcher Quelle die Information stammt.“ Der Satz hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich mich heute noch lebhaft daran erinnern kann – und ich weiß übrigens auch noch, wer ihn gesagt hat. Ja, wir sollten mit Bedacht wählen, woher wir unser Informationen beziehen und nicht alles in uns aufnehmen, das wir vorgesetzt bekommen. Denn auch diese Infos fließen in unsere (unbewussten) Entscheidungen ein. So entstehen beispielsweise Vorurteile und Ressentiments, die wir für das berechtigte Resultat von Erfahrungswerten halten.

Ganz häufig hat der Bauch längst entschieden, während der Kopf noch Argumente sammelt, um die Entscheidung zu begründen. Am Ende denkt man dann, man hätte eine vernünftige Entscheidung getroffen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Auch im Jin Shin Jyutsu findet sich ein Griff für diesen Zweck.

Haben Sie schon einmal einen Manager gesehen, der die Hände im Nacken verschränkt während er in seinem Chefsessel sitzend nachdenkt? Diese Pose ist gut gewählt. Dabei aktiviert er sein Sicherheitsenergieschloss 4.

Das SES4 an der Schädelbasis rechts und links der Wirbelsäule lässt das Licht der Weisheit und den lebensspendenden Atem in uns einfließen. Es wird als das „das Fenster“ bezeichnet. Weisheit und Lebendigkeit, können wir im Moment alle gut brauchen.

Die Bedeutung dieses Energie-Punktes wird bestätigt, wenn wir andere therapeutische Verfahren betrachten: In der Kinesiologie wird eine Hand in den Nacken gelegt und die andere auf die Stirn, um emotionalen Stress zu reduzieren. Und auch das dient vielen Menschen in der aktuellen Lage.

Probieren Sie das Halten des SES4 einfach aus, wenn Sie Ihre Entscheidungsfindung auf stabile Füße stellen wollen (eine Hand in den Nacken legen oder beide Hände im Nacken verschränken), oder um Ihre Emotionen zu regulieren (eine Hand in den Nacken, die andere auf die Stirn legen). Jin Shin Jyutsu wirkt nur dann nicht, wenn Sie es nicht anwenden. Jeder Griff unterstützt Ihre Balance. Es gibt weder Risiken noch Nebenwirkungen. Viel Freude beim Üben.

Text: Petra Weiß
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Zur Reihe

Die Reihe „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint in der Online-Zeitschrift „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und März 2021 werden insgesamt 26 Beiträge veröffentlicht. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt ins Gleichgewicht bringen können. Das fördert Ihre Gesundheit, beruhigt Ihr Gemüt und unterstützt Ihre Bewusstwerdung. Grundlegendes zur Heilweise Jin Shin Jyutsu und zur Anwendung der Griffe erfahren Sie aus dem Beitrag…

Jin Shin Jyutsu: japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

28.08.2020 Auftakt zur Reihe. Lesedauer ~ 10 Minuten.
Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

Die Entwicklung der Menschheit als Ganzes führt jeden Einzelnen immer stärker in seine Kraft. Wir werden uns bewusst, dass wir viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer bevormundenden Eingriffe in unsere Entscheidungen der Lebensführung, sondern dadurch, dass wir die Verantwortung für unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen.

Es gibt verschiedene Heilweisen, die jeder für sich nutzen kann. Jin Shin Jyutsu ist frei von unerwünschten Wirkungen, leicht erlernbar und ohne Hilfsmittel anzuwenden.

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SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Huskyherz / pixelio.de

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur
Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein ihrer Genesung von einer angeblich unheilbaren Krankheit.

Gemäß ihrer Ausbildung darf sie die Bezeichnung Jin Shin Jyutsu Praktikerin seit 2007 mit dem Segen der Grande Dame des JSJ, Mary Burmeister, führen. Jin Shin Jyutsu ist seither ein Grundpfeiler ihrer naturheilkundlichen Beratung. Petra Weiß unterrichtet Fachleute und Laien in der japanischen Heilkunst. Sie teilt ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Heilpraktikern, Ernährungsberatern und anderen Berufsgruppen und gibt Selbsthilfekurse mit verschiedenen Schwerpunkten für jedermann.

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Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

Woher wissen wir, was wir wissen?

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Lesedauer ~ 17 Minuten
Rubrik: Umdenken

Viele Dinge erfahren wir im Laufe unseres Lebens. Wir nehmen etwas wahr: ein Bild, ein Geräusch, einen Geschmack, einen Duft, eine Bewegung oder eine Berührung. Diese Erfahrungen sind sinnliche Wahrnehmungen. Wir nehmen sie mit unseren Sinnen wahr. Sie erscheinen uns als objektive Wahrheiten. Sind sie das wirklich? Oder ist Objektivität in der Wahrnehmung eine Illusion?

Wenn zwei Menschen dasselbe Bild gezeigt bekommen, beschreiben sie es womöglich mit ähnlichen Worten. „Drei grüne Scheiben und ein rotes Rechteck“, sagt ein Betrachter. Ein anderer meint zu erkennen, hier seien „ein rotes Quadrat und drei grün gefüllte Kreise“. Im Wesentlichen scheinen die Wahrnehmungen übereinzustimmen. Die Zahlen sind identisch, die Formen zumindest ähnlich und die Farben werden gleich beschrieben. Woher wissen wir aber, dass ein anderer Mensch die Farbe Rot in gleicher Weise wahrnimmt wie wir selbst?

Wir alle haben gelernt, eine bestimmte Farbe als Rot zu bezeichnen. Ihre Frequenz ist physikalisch messbar, unsere Wahrnehmung von ihr kann identisch oder unterschiedlich sein. Dass Menschen Farben individuell wahrnehmen, wissen wir spätestens seit Bekanntwerden der Rot-Grün-Blindheit. Sie wird anhand eines einfachen Sehtests festgestellt. Bevor aber diese Menschen einen entsprechenden Test machen oder man die Frequenzen von Rot und Grün gemessen hat: Woher wussten die Betroffenen, dass sie Rot und Grün anders wahrnehmen als ihre Mitmenschen?

Und wenn umgekehrt 99 % aller Menschen eine Rot-Grün-Schwäche hätten, wie würden wir mit denjenigen umgehen, die Rot und Grün unterscheiden können? Hätten wir Angst vor ihrer „übersinnlichen“ Wahrnehmung? Würden wir sie als psychisch krank einstufen und versuchen, sie zu heilen?

Eine Erdbeere ist eine Erdbeere ist eine Erdbeere.

Manchen Sinneswahrnehmungen billigen wir eher zu, subjektiver Natur zu sein. Woher glauben wir zu wissen, dass ein anderer Mensch den Geschmack einer Erdbeere auf die gleiche Weise erlebt wie wir selbst? Vielleicht weil wir das Erlebnis mit denselben Worten beschreiben wie er, z.B. als „süß und fruchtig“. Was genau ein anderer Mensch erlebt, wenn er in eine Erdbeere beißt oder überhaupt etwas Süßes und Fruchtiges isst, können wir nicht wissen, auch wenn wir Zuckergehalt und Fruchtsäure exakt bestimmen können.

Wir geben ihm eine reife Aprikose und freuen uns, dass er auch diese als „süß und fruchtig“ beschreibt. Damit wissen wir, dass in seiner Wahrnehmung beide Früchte ähnliche Erfahrungen verursachen. Ob sie dieselben sind wie bei uns wissen wir immer noch nicht.

Aus diesen Betrachtungen gewinnen wir eine wichtige Erkenntnis: Ich kann nur wissen, wie süß und fruchtig für mich schmeckt und wie Rot für mich ausschaut. Das ist meine subjektive Wirklichkeit. Wir können vermuten, dass andere Menschen ähnliches erleben, wissen können wir das nicht. Ihre subjektive Wirklichkeit ist möglicherweise der unseren gleich, aber vielleicht ja auch ganz anders.

In fremde Köpfe blicken

Dank moderner Technologie können wir beobachten, welche Regionen im Gehirn aktiv sind, während ein Mensch in eine Frucht beißt – was er dabei erlebt, kann uns der Apparat nicht sagen. Vor lauter Begeisterung über den Fortschritt dürfen wir unsere Bescheidenheit nicht verlieren.

Den sokratischen Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, hielt ich lange Zeit für den Ausdruck von Demut eines antiken Philosophen. Erst spät habe ich verstanden, dass man die Aussage durchaus wörtlich nehmen darf: Wer glaubt, etwas zu wissen, befindet sich im Irrtum. Wer hingegen weiß, dass er nur glaubt, der ist weise.

Wir verwechseln häufig unsere subjektive Wahrnehmung mit objektivem Wissen um die sogenannte Wahrheit oder Wirklichkeit. Wenn wir schon im als gesund eingestuften Zustand im Unklaren sind, ob unsere Wahrnehmungen denen der anderen entsprechen, wie schaut das bei Wahrnehmungen außerhalb der Norm aus?

Wahn und Illusion

Die Psychiatrie diagnostiziert eine Wahnwahrnehmung oder Illusion, wenn jemand etwas anderes mit seinen Sinnen zu erfassen glaubt als die meisten anderen Menschen, die sogenannten Gesunden. So als sei Wahrnehmung etwas Objektives. Dabei wissen wir längst, dass manche Menschen besondere Fähigkeiten haben, sozusagen das Gegenteil einer Rot-Grün-Schwäche.

Es gibt zum Beispiel Personen mit einem extrem feinen Gehör, die Töne oberhalb oder unterhalb des üblicherweise wahrgenommenen Frequenzspektrums hören können. Oder elektrosensible, die Spannungsschwankungen wahrnehmen. Nur weil ihre Fähigkeiten nicht der Allgemeinheit entsprechen, heißt das nicht, dass ihre Wahrnehmungen „falsch“ sind. Bei Strom und Ton können wir die Frequenzen messen und ein Gerät sagt uns, dass die Wahrnehmung eine nachvollziehbare ist, auch wenn sie der allgemeinen nicht entspricht. Da haben die Betreffenden aber Glück gehabt! Könnte man die physikalische Frequenzen nicht messen, würden sie vermutlich als Spinner verlacht.

Letztlich sind alle Annehmen, die wir treffen, Konstrukte unseres Verstandes, um die Welt zu begreifen. Menschen bedienen sich geistiger Konzepte, um sich zu orientieren, um sich sicher zu fühlen, um Entscheidungen zu treffen und manchmal auch, um danach zu handeln. Unsere Annahmen gleichen wir mit den Annahmen unserer Mitmenschen ab.

Glauben viele Menschen dasselbe, halten sie diesen Glauben für Wissen. Diese Verwechslung kann Folgen haben.

Wenn schon unsere direkten sinnlichen Wahrnehmungen weit weg von einer  Objektivität sind, wie kommen wir dann auf die Idee, komplexere Zusammenhänge verobjektivieren zu wollen und damit Wahrheit zu erzeugen, was wir Wissenschaft nennen?

Wie schafft man Wissen?

Gibt es so etwas überhaupt: eine objektive Wahrheit? Sind Menschen in der Lage, sie zu ergründen? Oder können wir uns ihr immer nur nähern? Und welche Disziplin sucht wahrhaftig nach ihr?

„Die Naturwissenschaften!“, werden Sie vielleicht vermuten. Nun ja, hier werden Beobachtungen gemacht, die Fragen aufwerfen. Als mögliche Antwort stellt man eine These auf, die man versucht zu beweisen. Also findet man ein Argument, das für diese These spricht, und nennt das einen Beweis. Auch die Anti-These wird aufgestellt und in gleicher Weise beleuchtet. Am Ende wird aus der Gesamtschau eine Synthese gebildet. Wollen wir das Resultat dieser Abläufe als objektives Wissen bezeichnen? Wenn schon die anfängliche Beobachtung etwas Subjektives ist, von der Fragestellung und den entwickelten Thesen ganz zu schweigen.

Wie gehen wir als Menschheitsfamilie mit den sogenannten Wahrheiten um, die uns unsere Wissenschaft beschert? Wozu dienen ihre Erkenntnisse, wenn sie keinen Einfluss auf unsere Leben haben?

Sensationelle Erkenntnisse ohne Auswirkung

Die Quantenphysik hat schon vor Jahrzehnten bewiesen, dass der Beobachter das Experiment beeinflusst, und damit eigentlich die bisher angenommene Objektivität wissenschaftlicher Experimente wissenschaftlich widerlegt. Die Erkenntnis dringt nicht in die Köpfe der Menschen vor: Es gibt keine Objektivität – weder im Labor noch im richtigen Leben.

Und noch etwas hat die Quantenphysik festgestellt: ein und derselbe Partikel kann sowohl Teilchen als auch Welle sein und sich auch noch an zwei Orten gleichzeitig befinden. Wird Ihnen schwindelig? Nein? Dann haben Sie die Tragweite dieser wissenschaftlich belegten Tatsache noch nicht begriffen: Unsere physische Welt, wie wir sie erleben, kann so und auch ganz anders sein.

Um noch das Sahnehäubchen draufzusetzen, könnte man an dieser Stelle eine weitere sensationelle Erkenntnis aus der Quantenphysik erwähnen: Zwei Teilchen desselben Ursprungs bleiben miteinander in Verbindung, auch wenn man sie räumlich voneinander trennt. Materie ist auf der Quantenebene miteinander verbunden!!!

Und was machen wir? Wir leben unser Leben weiter in den Ansichten der alten Physik, ohne von den neuen Erkenntnissen zu profitieren.

Sinnvolle Einsichten

Wenn Materie gleichzeitig mehrere Varianten von räumlichen Positionen und Zuständen einnehmen kann, ist unser 3-D-Modell der Realität überholt. Und in der Tat sprechen Experten von weit mehr als den bekannten 3 oder 4 (incl.Zeit) Dimensionen. Dann ist Materie nicht das, wofür wir sie bisher gehalten haben.

Und wenn ein Beobachter als Faktor in sein Experiment einfließt, dann ist das ein klarer Hinweis darauf, dass Bewusstsein Materie beeinflusst. Wir dürfen also hoffnungsfroh sein, zumindest unseren eigenen Körper durch unser Bewusstsein beeinflussen zu können. Von diesem Maß an Selbstwirksamkeit sollte jeder Mensch Kenntnis erhalten, entsprechende Fähigkeiten sollten erforscht und geschult werden.

Wo erfahren wir davon? Welche Veränderungen finden wir im Lehrplan der Schulen und Universitäten seit diesen umwälzenden Forschungsergebnissen? Und wer nutzt diese spektakuläre Erkenntnis zum Wohle der Menschheit?

Wenig genutztes Potenzial

In den 1980er Jahren kam die sogenannte Psychosomatik in Mode und erreichte sogar die Schulmedizin. Die Beteiligung psychischer Ursachen wurde für ein paar auserwählte Krankheiten offiziell anerkannt. Heute forscht die Psychoneuroimmunologie an den generellen Wechselwirkungen zwischen der Psyche und dem Nervensystem, der Abwehr sowie den Hormonen. Hier gibt es bereits beeindruckende Untersuchungen, die darauf hinweisen, wie wichtig ein guter Gemütszustand für die körperliche Gesundheit ist.

Hören Sie davon täglich in den Medien? Legt man Ihnen Yoga oder Entspannungstechniken ans Herz und ruft jemand Sie dazu auf, Ihre Traumata zu bearbeiten, wenn Sie gesund bleiben oder werden wollen? Ist Ihnen bewusst, wie schädlich Angst für Ihr Immunsystem ist?

Da sind wir wieder bei unserer Wahrnehmung und der Frage nach der Wahrheit. Nur wenn wir uns Gelegenheit geben, den Einfluss unseres Seelenlebens auf unser körperliches Wohlbefinden zu erfahren, wird die Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche erlebte Wirklichkeit. Sonst glauben wir, was wir oft genug und von vielen Seiten hören und halten das auch noch für objektives Wissen: Die alleinige Herrschaft über unser aller Gesundheit liegt anscheinend bei den medizinischen Fachleuten.

Nur sie wissen angeblich, wie wir gesund bleiben oder werden können. Sie dürfen uns folglich vorschreiben, was wir wie und wann essen sollen, wie oft und in welcher Weise wir uns bewegen müssen und so weiter. Schließlich gibt es wissenschaftliche Studien! Es wird Zeit, dass wir alle uns über das Wesen von Studien bewusst werden und sie ihren falschen Heiligenschein der Objektivität verlieren.

Verzerrte Wahrheit mit Nachkommastellen

Wer sich ausführlich mit Statistik befasst, dem wird irgendwann klar: Studien beweisen, was auch immer der Studiendesigner beweisen will. Man muss die Kriterien für die Gruppen nur geschickt auswählen oder die Daten in einen entsprechenden Rahmen setzen. Zahlen haben das Image von harten Fakten, daher eignen sie sich am Besten dazu, Menschen etwas glauben zu machen, insbesondere, wenn man sie mit Balken- oder Tortendiagrammen grafisch aufbereitet. Damit erzeugt man die scheinbar objektive Vermittlung eines Sachverhalts: geometrische Formen und Farben. Erinnern Sie sich an unser Anfangsbeispiel?

Wer prüft schon im Detail, ob ein Studiendesign dazu geeignet ist, das herauszufinden, was ihr Ergebnis angeblich belegt? Machen Sie das doch mal zum Spaß in einem Fachbereich, mit dem Sie sich wirklich gut auskennen. Und dann seien Sie sich gewiss, dass solche Zahlentricksereien allgegenwärtig sind.

Wenn unser gesamtes Weltbild auf einer Objektivität fußt, die es gar nicht gibt, wie können wir dann herausfinden, was wirklich wahr ist?

Zunächst einmal müssen wir begreifen, dass wir keine Sicherheit durch äußere Impulse erlangen werden. Das ist hart für unsere Dauerangst-geplagte und daher auf Sicherheit getrimmte Gesellschaft. Warum sind wir so abhängig von der Sicherheit, die uns irgendjemand im Außen anbietet? Weil wir verlernt haben, Sicherheit in uns zu suchen und zu finden. Niemand kann Ihnen sagen, was Ihre subjektive Wirklichkeit ist. Sie müssen sie selbst erfahren.

Wahrnehmen statt Denken

Woher wissen Sie, dass etwas wahr ist? Sie haben es mit eigenen Sinnen wahrgenommen. So wird es zu ihrer Wirklichkeit. Oft bekommen Sie aber etwas aus zweiter oder dritter Hand vermittelt. Wie prüfen Sie den Wahrheitsgehalt solcher Botschaften? Wann halten Sie eine Information für vertrauenswürdig? Hat der Überbringer selbst eine Erfahrung gemacht, von der er erzählt? Oder berichtet er von etwas, das auch er irgendwo gehört oder gelesen hat?

Wir halten Informationen für wahr, wenn sie in unser bisheriges Weltbild passen und wenn wir dieselbe Aussage mehrfach aus verschiedenen Quellen hören. Dann denken wir, etwas zu wissen. Und haben wir uns erst einmal dafür entschieden, etwas zu glauben, haben gegenteilige Informationen kaum mehr Zugang zu unserem Kopf.

Haben Sie Ihr eigenes Wissen jemals hinterfragt? Ich empfehle Ihnen, in den nächsten Tagen immer wieder ein inneres Stopp-Schild zu setzen und sich zu fragen „Woher WEISS ich das?“. Vielleicht fällt Ihnen dann in dem ein oder anderen Zusammenhang auf, dass sie verschiedenen „Glaubensgemeinschaften“ angehören. Das ist vollkommen in Ordnung, solange Sie sich dessen bewusst sind oder werden. Aber bitte halten Sie Ihren Glauben nicht für die Wahrheit.

Wirklichkeit ist der Teil der Realität, der wirkt, das ist Ihr subjektiver Blick auf die Wahrheit. Es kann dienlich sein, wenn Sie das Denken hin und wieder zugunsten direkter Wahrnehmung hintenanstellen. Gehen Sie in die Natur, riechen Sie an einer Blume, erfreuen Sie sich an ihrer Schönheit, spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen, genießen Sie das Aroma einer Erdbeere und geben Sie jemanden einen Kuss. Damit sind Sie nicht in irgendeiner Objektivität. Und das macht gar nichts. Ihre Subjektivität ist für Ihr Leben wesentlich.

Text: Petra Weiß
Foto: Carsten Przygoda / pixelio.de