Entwicklung in Zyklen

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In der Biographie-Arbeit gibt es das Konzept der Jahrsiebte. Alle sieben Jahre treten wir in einen neuen Entwicklungszyklus ein. In jedem Lebensjahrsiebt haben wir ein spezielles Thema in unserer Entwicklung zu bewältigen. Es kann sehr nützlich sein, sich über diese Themen zu informieren.

Vielleicht lässt sich das Konzept der Jahrsiebte auch auf Beziehungen, Unternehmen, Vereine oder Staaten anwenden. Lassen Sie Ihrer Phantasie einmal freien Lauf…

In den ersten drei Jahrsiebten (0 bis 7 Jahre, 7 bis 14 Jahre und 14 bis 21 Jahre) lernen wir das Gute, Schöne und Wahre (in dieser Reihenfolge) kennen. Was gut ist, sagt uns unser Herz. Diese Instanz entscheidet auch zwischen den beiden anderen, wenn Verstand und Bauch sich nicht einig sind.

Ob etwas schön ist oder nicht, erfahren wir durch (Bauch-)Gefühle von Lust oder Unlust. Das Wahre erkennt unser Verstand, wenn er in seiner Kraft ist.

Wir befinden uns während der ersten 21 Jahre in Abhängigkeit, das ist diesem Alter gemäß. Die Entwicklung erfolgt insbesondere im Körperlichen. Im ersten Jahrsiebt liegt ihr Schwerpunkt auf den Sinnen, mit denen wir die Welt wahrnehmen, im zweiten auf den natürlichen Rhythmen in und um uns, die wir annehmen (müssen), im dritten dann gelangt mit der Hormontätigkeit der Stoffwechsel zur vollen Entfaltung.

Erwähnenswert ist in diese Zeit die erste Pubertät. Hier prüfen wir, ob unsere Eltern praktizieren, was sie uns beibringen wollen. Und wehe, sie predigen Wasser und trinken Wein! Je größer die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, desto holpriger die Pubertätskrise.

In den folgenden 21 Jahren bilden sich unsere Empfindung, unser Verstand und unser Bewusstsein aus. Diese Phase wird auch als „Krise der Talente“ bezeichnet. Es geht darum, das Selbst in die Welt zu bringen. Wir sind dabei allerdings mit der Realität konfrontiert und müssen „mit dem Wind segeln“, damit wir voran kommen. Die Zeit von 21 bis 42 ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Du. Unsere Beziehungen spielen eine wichtige Rolle als Spiegel und Verstärker für die Selbstreflexion. Das ist nicht immer angenehm und nicht alle (wollen) verstehen, dass sie durch Beziehungsprobleme wertvolle Hinweise auf ihre eigenen ungelösten Lebensthemen und inneren Konflikte erhalten.

Schauen wir auf die drei Jahrsiebte von 42 bis 63. Während dieser Phase geht es darum, den Geist zu entwickeln und sich selbst zu befreien: Ab dem 7. Jahrsiebt erleben wir eine zweite Pubertät, auch Midlifecrisis genannt. Hier vergleichen wir unsere eigenen Ansprüche mit unserem eigenen Leben. Autsch. Das kann schmerzhaft sein. Während wir zuvor der Spur gefolgt sind, kommen wir jetzt ins Zweifeln, ob das der richtige Weg ist. Durch die Korrektur der Lebensumstände in Richtung Authentizität kommt es häufig zu Trennungen, Umzügen oder Berufswechseln. Zwar nimmt die körperliche Energie in dieser Zeit ab, doch steigt die seelische Energie und gewinnt zunehmend an Kraft. Hier liegt jetzt der Schwerpunkt unsere Entwicklung.

Zwischen 42 und 49 geht es folglich darum, Mut zu entwickeln. Das heißt nicht, wir hätten in der Zeit keine Angst. Oft ist das Gegenteil der Fall. Mut ist die Fähigkeit, die wir benötigen, um etwas mit Angst zu tun, weil es wichtigeres gibt als die Angst.

Zwischen 49 und 56 dürfen wir dann zur Gelassenheit finden. Gründe für Aufregung gibt es in dieser Zeit meist genug, um die Kunst der Gelassenheit zu üben. Insbesondere können wir aus unserem Größen- und Machbarkeitswahn herausfinden und stattdessen unsere Demut entdecken. Nein, wir haben nicht alles unter Kontrolle und das müssen wir auch nicht. Das Wir wird wichtig. Wir lernen, uns in der Gruppe sicher zu fühlen und ihr zu dienen. Wir fangen an, weiterzugeben, was uns zu teil wurde, unsere Erfahrung und unser Wissen.

Das führt uns in das Jahrsiebt zwischen 56 und 63, in dem es um Weisheit geht, also um die Fähigkeit, Wissen und Erfahrung zu kombinieren. Mit dem Abschluss dieses Zyklus lösen wir uns immer mehr von unseren materiellen Vorstellungen von der Welt. Wir schließen viele Themen ab.

Ab 63 wird es noch einmal spannend. Erneut bewegen wir uns in den Themen „gut, schön und wahr“. In den sieben Jahren zwischen 63 und 70 erleben wir das Gute in der Welt mit gereiftem Blick. Unsere Werte sind befreit von Introjekten (Eingeimpftes von anderen), Erwartungen und Verstrickungen. Zwischen 70 und 77 gewinnen wir eine schöne Lust daran, für andere als Ratgeber zu fungieren. Wir finden heraus, wer jetzt wie viel unseres Rates wirklich braucht und haben will und welcher Rat der Gemeinschaft dient. Ab 77 ist der Weg frei für die Versöhnung mit der Wahrheit von allem was ist und war. Verletzungen, die vorher keine Vergebung finden konnten, haben jetzt eine Chance auf Heilung.

Über all diese Stufen entwickeln wir uns stetig aus dem „Erbstrom“ (Mitgebrachtes aus der Familie) heraus und in die Individualität hinein.

Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 2020 genau 71 Jahre alt. Bemerkenswert ist, welche Rolle Ratgeber in dieser Zeit spielen und wie wir unsere Funktion in verschiedenen Räten heute leben. Da ist noch Entwicklungspotenzial zu entfalten. Die Zeit ist reif. Wir wollen ja alle noch erleben, wie in sechs Jahren die Versöhnung mit der ganzen Wahrheit von allem, was ist und war in diesem Land, beginnt.

Im Jin Shin Jyutsu ist ausgerechnet das Sicherheitsenergieschloss SIEBEN SES7 der Energiepunkt, der uns dabei unterstützt, einen Entwicklungszyklus abzuschließen. Wenn das mal nicht passend ist!

Sie finden das SES7 an der Unterseite des großen Fußzehs. Halten Sie diesen Punkt, wenn Sie einen Entwicklungszyklus abschließen wollen. Der Punkt ganz unten harmonisiert Dysbalancen ganz oben, also im Kopfbereich, z.B. Kopfschmerzen oder epileptische Anfälle.

Der allerletzte Zyklus in unserem Leben wird übrigens auch mithilfe von SES7 abgeschlossen. Sterbenden hält man die großen Zehen, damit das Bewusstsein leichter aus dem Körper entweichen kann. Aus Sicht des Jin Shin Jyutsu tritt es durch das Fenster (SES4) in den Körper ein und dort auch wieder aus, nachdem es ganz unten (SES7) zuerst losgelassen worden ist.

Sie wissen ja: Beim Jin Shin Jyutsu können Sie sich strömen, indem Sie einfach nur die Punkte halten. Sie dürfen auch drücken, aber das müssen Sie nicht. Machen Sie es sich bequem. Probieren Sie es einfach aus, ob Sie den Punkt lieber mit den Händen oder mit den Füßen berühren wollen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Positionen. Manche Punkte hält man am Besten im Liegen, andere im Sitzen. Oder man stellt die Füße auf. Und vielleicht findet sich auch ein lieber Mensch, der gerne Ihre großen Zehen für Sie strömt.




Zur Serie

Die Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint im Online-Magazin „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und Februar 2021 wird jede Woche ein Beitrag gepostet. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt harmonisieren können. Ein gut balanciertes Energiesystem fördert Ihre Gesundheit, dient der emotionalen Regulation und unterstützt Ihren Bewusstseinsprozess. Grundlegende Informationen zur Methode und zur Anwendung der Griffe erhalten Sie aus dem…

Pilot-Artikel:

Jin Shin Jyutsu: japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

28.08.2020 Pilot-Artikel zur Serie. Lesedauer ~ 10 Minuten.
Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

In unserem kollektiven Entwicklungsprozess kommen wir Menschen immer stärker in unsere Kraft. Wir werden uns darüber bewusst, dass wir sehr viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser ganzes Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer versuchten Eingriffe in unsere persönlichen Entscheidungen der Lebensführung, sondern durch unsere Selbstermächtigung in medizinischen Angelegenheiten.

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SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Huskyherz / pixelio.de

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur
Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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SES4 Weise Entscheidungen treffen

23.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Im Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Die Kunst dabei ist, das Unwesentliche zu ignorieren.

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SES 5 Bereit für den Wandel

01.10.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Bild zum Beitrag Bereit für den Wandel
Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Unsere Welt ist in einem weiträumigen Veränderungsprozess. Wie erleben Sie diese Bewegung? Freuen Sie sich auf den bevorstehenden Wandel? Oder machen Sie sich Sorgen, wie es dann weitergehen wird? Möchten Sie gar, dass alles so bleibt wie es immer war?

Menschen sind konstitutionell unterschiedlich gut dafür gewappnet, mit Veränderungen umzugehen. Was für den einen ein Bedürfnis ist, bereitet dem anderen großes Ungemach. Doch Leben ist Entwicklung, ist Veränderung. Wir Menschen können das prinzipiell, wir haben uns immer den Umständen angepasst, sonst wäre unsere Spezies längst ausgestorben.

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Zur Person

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein in ihrem Genesungsprozess von einer angeblich unheilbaren Erkrankung. Sie ist seit 2014 als Jin Shin Jyutsu Praktikerin zertifiziert, hält Vorträge für Therapeuten und Laien, gibt Selbsthilfekurse und hat mehrere eigene Themen-Workshops gestaltet.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

 

In jeden meiner Beiträge fließen etwa drei Stunden Arbeit, nicht gerechnet die Zeit, in der mein Wissen und meine Erfahrung zu dem Thema wachsen durften.

Nun sind Sie an der Reihe, sich zu äußern: Wie geht es Ihnen mit der Jin Shin Jyutsu Serie? Haben Sie schon einen der Griffe ausprobiert? Was haben Sie dabei erlebt? Konnte ich Sie mit meinen Gedanken zum jeweiligen Thema inspirieren?

Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar, wenn Sie Ihre Erfahrungen teilen wollen:

Im Schatten der Einheit

Kommentar von Petra Weiß. Lesedauer ~ 7 Minuten
Rubrik: Im Lichte der Geschichte

Während sich Politiker gegenseitig (und selbst) anerkennend auf die Schulter klopfen, denke ich an die psychologischen Folgen historischer Ereignisse und möchte sie aus meinem ganz persönlichen Blickwinkel beleuchten.

Ich erinnere mich genau, wie mein Lehrer im Politik Leistungskurs im Schuljahr 1988/1989 die Klasse fragte, für wie wahrscheinlich wir eine Wiedervereinigung hielten. Meine Antwort war klar: Wünschenswert, aber unwahrscheinlich. Vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, da müsste sich aber noch vieles ändern.

Wir hatten gerade das Grundgesetz studiert und die Unterschiede zwischen dem freiheitlich demokratischen System im Westen und der kommunistischen Knechtschaft im Osten gelernt. Das schien mir so gar nicht zusammengehen zu wollen.

Wenige Monate später fiel die Mauer. Ich war tief berührt und habe geweint. In meiner jugendlichen Naivität war die Grenzöffnung für mich ein Symbol der Brüderlichkeit. Die Erleichterung der vormals gewaltsam getrennten Menschen erfasste mich wie eine Woge der Euphorie. Ein Wunder war geschehen. Endlich waren Familien wieder vereint, eine Diktatur war beendet und Menschen wieder frei. Den 3. Oktober habe ich viele Jahre lang in diesem Sinne als Feiertag erlebt.

Später habe ich einigen Menschen „aus dem Osten“ kennengelernt. Durch sie gewann ich Einblicke in Schicksale, die eine andere Seite der Medaille zeigen.

Die Tochter eines Stasi-Mitarbeiters erzählte mir, wie ihre Familie aus heiterem Himmel alle Privilegien verlor. Zu Recht, werden Sie vielleicht sagen. Dennoch ist das für ein Kind verstörend. Sie musste ohne Vorlauf das Internat verlassen und wusste nicht, wie es weitergehen würde. Der Vater wurde inhaftiert. Mit der Wende fehlten der Familie von jetzt auf gleich die Existenzgrundlage und der gesellschaftliche Status. Aus psychologischer Sicht ist dieser Bruch in der Biografie prägend. Eben gehört man noch zur Elite und erlebt das als Alltagsnormalität, im nächsten Moment findet man sich am Rand der Gesellschaft wieder. Wie mag sich das auf das Mädchen ausgewirkt haben?

Der Sohn eines Arbeiters berichtete davon, dass er als Teenager an den Montagsdemonstrationen teilgenommen hatte. Als dann die ersehnte Wende kam, hat sein Vater die Veränderungen nicht verkraftet. Sein hart verdientes Geld war plötzlich nichts mehr wert. Alles, woran er geglaubt hatte, zerfiel von einem Tag auf den nächsten zu Staub. Die Ideologie, welche sein ganzes Leben lang Grundlage seiner Welt war, galt plötzlich als falsch. Der Mann wurde alkoholkrank und lebte zeitweise obdachlos auf der Straße, während seine Frau putzen ging, um die beiden Kinder durchzubringen. Wie mag sich das auf den jungen Mann ausgewirkt haben, der selbst daran mitgewirkt hatte, dass genau diese Veränderung erreicht wurde, an der sein Vater zerbrach?

Das Ende der DDR war nicht für alle ein Grund zum Feiern.

Am Tag der Wiedervereinigung gedenke ich derjenigen, die Opfer gebracht haben, um in Einigkeit und Recht und Freiheit zu leben. In meiner traumatherapeutischen Praxis erfahre ich, wie es manchen von ihnen heute geht:

Die Tochter einer Republikflüchtigen beschrieb ihr Leid, als Teenager von der Mutter verlassen worden zu sein. Sie ist wütend und verzweifelt, weil ihr dieses Opfer nun sinnlos erscheint in Anbetracht der politischen Entwicklungen.

Das Kind eines Widerständlers hatte immer wieder einschüchternde Hausdurchsuchungen miterleben müssen. Diese Grenzverletzungserfahrungen sitzen tief. Als erwachsener Mensch hat es jetzt Angst vor Kontrollen durch das Ordnungsamt.

Eine Frau, die als Jugendliche ohne jeglichen Besitz mit ihrer Familie in den Westen geflüchtet war, schaltet in den Anpassungsmodus um. Sie denkt, dass sie jetzt wieder zwei Meinungen braucht: eine öffentliche und eine private.

Ich finde das traurig. Heute. 30 Jahre danach. Wir dürfen alle gespannt sein, welche Spuren die jetzige Zeit hinterlassen wird.

In meiner Praxis beobachte ich, dass aktuell viele Traumareaktivierungen stattfinden. Das kann sehr krisenhaft sein, aber darin liegt auch eine Chance. Zu mir kommen immer mehr Menschen, die ihre schlimmen Erlebnisse jahrzehntelang gedeckelt hatten. Jetzt geht das nicht mehr. Bedrohungen – reale und eingeredete – lauern an jeder Ecke. Als Folge ergreifen Wut, Angst oder Lähmung die Menschen mit der vollen Wucht von damals. In diesem akuten Zustand drängen die chronischen Verletzungen auf Heilung.

Ich wünsche mir, dass diese Krise als Katalysator für die Entwicklung des Einzelnen und somit auch für den Bewusstseinsprozess der Menschheit dient. Wenn wir jetzt aus der Not heraus gezwungen sind, den alten Schmerz anzuschauen und die Wunden sauber zu versorgen, dann hat das Ganze langfristig einen Sinn. Lösen wir unsere Traumata, dann müssen wir das Leid nicht von Generation zu Generation immer weiterreichen. Diese Aussicht gibt mir Hoffnung.

Falls Sie nach dem schweren Stoff etwas zur Erheiterung brauchen, lege ich Ihnen den Film „Good bye Lenin“ ans Herz. Es ist wichtig, dass wir unseren Humor nicht verlieren.




 

Das Ende der Spaltung

Schreibkunst Texter Ghostwriter

Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten
Folge 2 der Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein“

Menschen bei einer tatsächlichen oder angeblichen Verfehlung zu ertappen, ist zum Volkssport geworden. Es gibt uns ein gutes Gefühl der moralischen Überlegenheit. Über gut oder schlecht entscheidet häufig nicht der innere Kompass des Einzelnen, sondern das aktuell gültige Wertesystem. Die Konvention gibt nicht nur vor, welchen Werten wir zu folgen haben, sondern auch in welcher Weise sie sich in unseren Handlungen spiegeln müssen.

Wir können uns mit breiter Rückendeckung über abweichendes Verhalten empören und wähnen uns vollkommen im Recht. Wir tun dann so, als seien wir selbst frei von Makel. Und manchmal glauben wir das sogar. Auf jeden Fall sind wir bemüht, der Welt eine blütenweiße Weste zu zeigen. Aus gutem Grund: Der kleinste Schmutzfleck könnte uns von der ungnädigen Gemeinschaft der Unfehlbaren ausschließen. Wenn wir uns dann nicht in vorauseilendem Gehorsam selbst geißeln, bewerfen uns dieselben Menschen mit Dreck, die eben noch gemeinsam mit uns Seite an Seite gegen andere vorgegangen sind.

Uns mit unseren eigenen Schwächen zu konfrontieren, ist hingegen völlig aus der Mode geraten.

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

Wir leiden kollektiv unter einem besorgniserregenden Selbsthass oder zumindest an einem Mangel an Selbstliebe. Die Schokoladenseiten zu lieben, ist kein Kunststück. Selbstliebe bedeutet, auch die weniger populären Eigenschaften als Teil unseres liebenswerten Selbst zu betrachten, statt sie mit aller Macht verbannen oder mit Gutmenschentum übertünchen zu wollen.

Befassen wir uns etwas näher mit der Frage, was mit dem Wort „böse“ gemeint ist. Darüber gibt es einige philosophische Abhandlungen. Mich interessiert vor allem die psychologische Sicht. Böse ist das Gegenteil von gut. Was als gut gewertet wird, variiert von Kulturkreis zu Kulturkreis und von Epoche zu Epoche. Der jeweils aktuell Zeitgeist bildet sich oft in der Gesetzgebung ab. Suchen wir also nach Gemeinsamkeiten.

Der kleinste gemeinsame Nenner ist das Leben. Was dem Leben dient, wird allgemein als gut anerkannt. Was dem Leben schadet, zumindest als schlecht, häufig auch als böse, und wird bestraft. Eine objektive Einschätzung zu treffen, ist oft kniffelig bis unmöglich. Daher blicken wir auf das Extrem, an dem das Leben Schaden nehmen kann: Wenn jemand das Leben eines anderen beendet.

Wir werden fündig bei der Gerichtspsychologie. Als böse eingestuft werden Täter, die hinter Gittern sitzen, weil sie jemanden ermordet haben. Insbesondere, wenn sie keine Reue und kein Mitgefühl zeigen. Der Mangel an Empathie ist mitentscheidend für das Strafmaß. Diese Beobachtung deckt sich mit dem Satz „Das Böse beginnt da, wo das Mitgefühl endet.“ Und in der Tat gibt es Verbrechen, die kann man nur bei vollkommener Abwesenheit jedes Mitgefühls begehen. Ist also das Einfühlungsvermögen ein wichtiger Faktor bei der Suche nach dem „Bösen“?

Wenn das so ist, müssen wir uns fragen, wovon das Maß unseres Einfühlungsvermögens abhängt. Wieder gibt es verwirrend viele Faktoren und Betrachtungsweisen. Schauen wir uns zur Klärung das Ende der Empathie-Skala an: Menschen ganz ohne Mitgefühl.

Schätzungen zufolge haben etwa 1 % der Bevölkerung keinen Zugang zu ihren Gefühlen und können somit auch kein Mitgefühl empfinden. Wir bezeichnen diese Menschen als Psychopathen. Ein Prozent kling wenig. Das sind allein in Deutschland aber 830.000 Menschen. Ihr Anteil in Gefängnissen ist bei großer Gewaltbereitschaft und geringem IQ hoch. Sind die Vorzeichen umgekehrt, finden wir sie häufiger in den Top-Führungspositionen: von 14,5 % Psychopathen im Management ist die Rede. Wieso sind die Führungs-Eliten Sammelbecken für Leute ohne Emotionen?

Unbelastet von quälenden Gewissensbissen können diese Menschen ihre Agenda verfolgen. Sie plagt keine Angst – weder vor Entdeckung noch vor Strafe. Warum sollten sie redlich arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Sie können andere manipulieren und absahnen. Ihr Entscheidungskriterium heißt: Nützt mir das? Und nicht: Dient das dem Wohl der Gemeinschaft?

Auf diese Menschen können wir gut mit Fingern zeigen. Sie sind ja ganz anders als wir. Sie manipulieren uns und beuten uns aus. Und warum? Weil sie kein Mitgefühl besitzen! Deshalb fühlen wir uns berechtigt, Ihnen das Mitgefühl zu entziehen. Merken Sie was?

Haben Sie Mitleid mit Menschen, die mitleidlos sind. Auch sie gehören zur Menschheitsfamilie. Sie haben sich das Leben ohne Emotionen nicht ausgesucht. Psychopathie ist sozusagen ein „Geburtsfehler“ oder neutraler formuliert „eine Laune der Natur“. Niemand ist schuld. Und keiner kann etwas dagegen unternehmen.

Natürlich müssen wir ihren Untaten ein juristisches und gesellschaftliches STOPP-Schild entgegensetzen, aber als Monster abwerten dürfen wir diese Menschen nicht. Sie verdienen unser Mitgefühl. Schauen Sie in jedes beliebige Gremium und rechnen Sie aus, wie viele der Mitglieder keinen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen haben. So ein armes Leben! Und wenn es Ihnen gelungen ist, Mitgefühl zu empfinden mit jenen, die skrupellos jedes beliebige Verbrechen begehen können, das ihnen Macht oder Reichtum beschert, dann sind Sie reif für die nächste Stufe: Mitgefühl mit sich selbst.

Hören Sie endlich damit auf, sich für Ihre vermeintlichen Schwächen zu verurteilen. Anerkennen Sie, dass Sie nicht perfekt sind. Betrachten Sie Ihre Schattenseiten, auch wenn es weh tut. Der Blick auf das „Böse“ in uns verleiht Demut und Gnade. Ja, wir sind Menschen. Das Gute und das Böse gehören zum Menschsein dazu. Wir können uns dem stellen und wachsen. Oder es verleugnen und unsere schönes Image polieren, bis uns die Hände krampfen.

Beenden Sie die Spaltung in sich. Begreifen Sie, dass Ihnen Ihr scheinbar untolerierbares Gegenüber ungeliebte Facetten Ihrer eigene Persönlichkeit vor Augen hält, und wenn es nur Ihre Unvollkommenheit ist. Werden Sie sich der Projektion bewusst. Erst dann können Sie sie verhindern.

Integrieren Sie Ihre gesellschaftlich weniger erwünschten Qualitäten. Lieben Sie sich nicht trotz Ihrer Schwächen, sondern mit ihnen. Werden Sie sich aller Facetten Ihrer Persönlichkeit bewusst. Erkennen Sie sich selbst. Gewinnen Sie Verständnis für Ihr So-Sein. Vergeben Sie Ihrem jüngeren Ich, das vielleicht unverzeihliche Fehler gemacht hat (mehr dazu bei SES13). Und dann änZum Weiterlesen:dern Sie, was Sie von sich aus verbessern wollen – aber nicht aus einem Gruppendruck heraus, sondern weil es Ihren tiefen Überzeugungen entspricht (mehr dazu bei SES5 und SES16).

Den Prozess der Selbsterkenntnis unterstützt das Sicherheitsschloss SES2. Es befindet sich am Rücken am oberen Rand des Hüftknochens rechts und links der Wirbelsäule. Mit dem Balancieren von SES2 werden Zweifel, Verzweiflung und Zweitracht gelindert. SES2 schickt den „Richter im Rucksack“ in Urlaub und hilft uns aus dem Drang heraus, mit anderen konkurrieren zu müssen. Dadurch werden Erschöpfungszustände aufgelöst. Ganz nebenbei befreit der Griff Energie, die sich in den Beinen staut, und entlastet allgemein den Rücken. Auf der emotionalen Ebene reguliert SES2 Traurigkeit und Sorgen.




Zur Serie

Die Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint im Online-Magazin „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und Februar 2021 wird jede Woche ein Beitrag gepostet. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt harmonisieren können. Ein gut balanciertes Energiesystem fördert Ihre Gesundheit, dient der emotionalen Regulation und unterstützt Ihren Bewusstseinsprozess. Grundlegende Informationen zur Methode und zur Anwendung der Griffe erhalten Sie aus dem…

Pilot-Artikel zur Serie Jin shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

Weitere Beiträge aus der Serie:

SES1 Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

01.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Foto: Huskyherz / pixelio.de

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur

Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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SES4 Weise Entscheidungen treffen

23.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Foto: Oliver Mohr / pixelio.deIm Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Die Kunst dabei ist, das Unwesentliche zu ignorieren.

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Zur Person

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein in ihrem Genesungsprozess von einer angeblich unheilbaren Erkrankung. Sie ist seit 2014 als Jin Shin Jyutsu Praktikerin zertifiziert, hält Vorträge für Therapeuten und Laien, gibt Selbsthilfekurse und hat mehrere eigene Themen-Workshops gestaltet.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Schreibkunst Redakteur Text

Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~5 Minuten
Folge 1 der Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

Kennen Sie das? Sie wissen genau, was Sie tun müssten, und finden keinen Anfang. Egal, ob es sich um einen Arbeitsauftrag, das Aussortieren Ihrer Kleider oder eine überfällige Bewerbungsaktion handelt. Vielleicht ist die Fülle an Möglichkeiten zu groß, so dass Sie sich nicht entscheiden können. Oder Sie fürchten, einen Fehler zu machen. Oder das Ganze überfordert Sie. Oder Ihr Kopf und Ihr Bauch sind unterschiedlicher Meinung. An vielen Punkten kann man ansetzen, um innere und äußere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Immer notwendig ist der zündende Funke, der gefühlte Startschuss, das Freisetzen der Energie.

Wenn wir in einer Situation feststecken – gesundheitlich, privat, dienstlich oder in unserer persönlichen Entwicklung – benötigen wir die Qualität von Bewegung. Um in Bewegung zu kommen, brauchen wir einen Impuls. Das kann ein Fingertipp oder eine Mondrakete sein.

Jedes Projekt beginnt mit einer kleinen Geburt. Man kann auch ein Buch oder eine Firma gebären. Je nachdem wie bedeutend das geistige Kind für Sie ist, will dieser Moment gut vorbereitet sein.

Dem Wiegenfest geht eine Schwangerschaft voran: eine Zeit des Reifens, deren Entwicklungen nicht immer sichtbar sind. Oft wird diese Phase von Hoffen und Bangen begleitet. Wir kommen mit unseren tiefen Themen in Berührung. Manchmal haben sie mit unserer eigenen Geburt und mit der Zeit im Mutterleib zu tun. Im Bewusstwerden solcher (vor-)geburtlichen Traumata liegt eine kostbare Chance auf Heilung früher Verletzungen.

Nicht jede Geburt verläuft sanft, manchmal muss die Hebamme unterstützend eingreifen. Suchen Sie sich für Ihr Projekt eine passende Hebamme, z.B. eine erfahrene Kollegin, einen kompetenten Berater, eine zuverlässige Freundin oder wer auch immer Ihnen als Begleiter angemessen erscheint.

Wählen Sie mit Bedacht, wer bei dem Ereignis selbst zugegen sein darf. So eine Geburt ist ein heiliger Moment. Richten Sie die äußeren und inneren Umstände so ein, dass der Start ins Leben gut gelingen kann.

Gibt es genügend Raum – im Wortsinn, aber auch zeitlich gesehen? Steht genug Aufmerksamkeit und Energie zur Verfügung? Muss ich noch Wissen erwerben? Was brauche ich, um mich in der Situation sicher zu fühlen? Habe ich alles Wesentliche arrangiert? Wodurch kann ich gut für mich sorgen – davor, währenddessen und danach? Wie werden die ersten Tage ablaufen? Wer unterstützt mich gerne und wirksam?

Zur Zeit der Entbindung verlässt ein Wesen den Zustand der Einheit, den es als Erinnerung weiter in sich trägt. Die EINS ist eine Symbol für diese Einheit.

Das Sicherheitsenergieschloss SES1 befindet sich an der Innenseite der Knie. Es wird tatsächlich bei Babys häufig verwendet – und bei ihren Müttern. SES1 hilft, ins Leben hineinzukommen, den rechten Platz zu finden und sich zu zentrieren. Diese Schritte sind bei vielen Erwachsenen nachzuholen, insbesondere wenn Sie aufgrund traumatischer Erlebnisse noch nicht richtig lebendig geworden sind. Dann sind nicht Faulheit oder ein phlegmatisches Temperament für ihre Antriebslosigkeit verantwortlich, sondern die Nachwirkungen belastender Erfahrungen.

Bewegung ist das Gegenteil von Starre und Lähmung. Beides kann aus Schreck oder Schock entstanden sein und sich körperlich und/oder seelisch-geistig bemerkbar machen. Zum Auflösen von solchen Zuständen gibt es viele hilfreiche Methoden. Mit Jin Shin Jyutsu bereiten Sie die energetische Grundlage, damit diese bestmöglich wirken können.

Praxistipp:
Sich körperlich zu bewegen ist eine gute Möglichkeit, um sich aus einer seelischen Schockstarre zu lösen.




Zur Serie

Die Serie „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impuls für das Bewusstsein“ erscheint im Online-Magazin „Weißheiten: vom Ich zum Selbst“. Zwischen September 2020 und Februar 2021 wird jede Woche ein Beitrag gepostet. Sie erfahren, wie Sie mit einfachen Griffen Ihren Energiefluss gezielt harmonisieren können. Ein gut balanciertes Energiesystem fördert Ihre Gesundheit, dient der emotionalen Regulation und unterstützt Ihren Bewusstseinsprozess. Grundlegende Informationen zur Methode und zur Anwendung der Griffe erhalten Sie aus dem Pilot-Artikel zur Serie:
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Weitere Beiträge aus der Serie:

SES2 Das Ende der Spaltung

09.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~9 Minuten

Schreibkunst Texter Ghostwriter
Foto: p.kopf / pixelio.de

Wenn wir die schmerzhafte Spaltung in unserer Gesellschaft überwinden wollen, müssen wir die Spaltung in uns erkennen: Welche Anteile habe ich abgespalten, weil sie mir so böse erscheinen, dass ich nicht einmal im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein hinschauen kann? Und genau diesen Teil integrieren.

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SES 3 Die Aikido-Abwehr – Angriffe transformieren

15.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~7 Minuten

Schreibkunst Texter Redakteur

Foto: Kurt / pixelio.de

Haben Sie schon einmal eine asiatische Kampfkunst beobachtet? Das schaut ganz anders aus als Boxen. Die Bewegungsabläufe erscheinen anmutig und fließend. Angriffe werden nicht durch eine abwehrende Gegenbewegung gestoppt, sondern geschmeidig in die eigene Bewegung überführt. So nutzt man die Energie des Gegners. Nach diesem Prinzip stärken wir mit Jin Shin Jytsu Ihre Abwehr auf körperlicher und seelischer Ebene.

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SES4 Weise Entscheidungen treffen

23.09.2020 Beitrag von Petra Weiß. Lesedauer ~ 6 Minuten

Schreibkunst Redakteur PR-Text

Foto: Oliver Mohr / pixelio.deIm Alltag treffen wir viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Hier fließen Millionen von Daten aus unserem Wissen und unseren Erfahrungen in Bruchteilen von Sekunden zusammen. Die Kunst dabei ist, das Unwesentliche zu ignorieren.

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Zur Person

Schreibkunst Redakteur PR-Text
Petra Weiß ist als Heilpraktikerin mit ihrer Praxis für Homöopathie, Ganzheitsmedizin und Psychotherapie (HeilprG) in Weinheim niedergelassen. Jin Shin Jyutsu war ab 2003 ein wesentlicher Mosaikstein in ihrem Genesungsprozess von einer angeblich unheilbaren Erkrankung. Sie ist seit 2014 als Jin Shin Jyutsu Praktikerin zertifiziert, hält Vorträge für Therapeuten und Laien, gibt Selbsthilfekurse und hat mehrere eigene Themen-Workshops gestaltet.

Zum Weiterlesen

Riegger-Krause, Waltraud: Jin Shin Jyutsu: Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. IRISANA 2012
Burmeister, Alice: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. KNAUR.LEBEN 2019

Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein

Pilot-Artikel zur gleichnamigen Serie von Petra Weiß. Lesedauer ~10 Minuten

Schreibkunst Redakteur
Foto: Petra Weiß

In unserem kollektiven Entwicklungsprozess kommen wir Menschen immer stärker in unsere Kraft. Wir werden uns darüber bewusst, dass wir sehr viel mehr zu unserer Gesunderhaltung und Genesung beitragen können, als uns die „alte Medizin“ unser ganzes Leben lang erzählt hat. Und zwar nicht durch das Befolgen ihrer versuchten Eingriffe in unsere persönlichen Entscheidungen der Lebensführung, sondern durch unsere Selbstermächtigung in medizinischen Angelegenheiten.

Das Narrativ vom „Gott in Weiß“ ist überholt. Statt uns von oben herab etwas zu verordnen, das wir nicht verstehen und auch nicht hinterfragen dürfen, wird der moderne Arzt zum fachkundigen Berater, der uns über unsere Möglichkeiten aufklärt und Empfehlungen ausspricht. Er stellt uns seinen Wissensschatz und seine Berufserfahrung zur Verfügung. Diesem Rollenbild nähert sich Berufsstand der Heilpraktiker ebenfalls.

Wir werden mündig als Patienten und begreifen das Wunder unseres Körpers. Mehr und mehr vertrauen wir wieder auf unsere Selbstheilungskräfte, auf das Potenzial der Heilung, das in jedem von uns angelegt ist. Wir erforschen die Wechselwirkungen zwischen unserem psychischen Leib, der Seele und dem Geist. Mit diesen Erfahrungen entwickeln wir ein Gespür für unsere wahren Bedürfnisse. Dieser inneren Weisheit folgen wir und machen uns damit unabhängig von äußeren Autoritäten. Die Menschen im 21. Jahrhundert sind breit, mehr Verantwortung für sich und ihr Wohlbefinden zu übernehmen, sie machen sich schlau und finden individuell passende Wege.

Energiebalance zum Selbermachen. Vor diesem Hintergrund beleuchte ich eine bewährte Selbsthilfemethode: das Jin Shin Jyutsu. Ihre Grundzüge sind wirklich einfach zu erlernen, man kann rein gar nichts falsch machen. Und allzeit verfügbar ist die Methode auch, da sie ganz ohne Hilfsmittel auskommt. Sie brauchen nur Ihre Hände. Durch das Berühren bestimmter Punkte entlang der Meridiane (Energiebahnen) sorgen Sie für Balance.

Jin Shin Jyutsu fußt auf der Idee, dass der Energiefluss manuell reguliert werden kann. Auf der linken und rechten Körperhälfte gibt es dafür je 26 Sicherheitsenergieschlösser. Der Einfachheit halber kürzen wir den Begriff im Weiteren ab mit „SES“. Die SES sind durchnummeriert. Sie funktionieren nach dem Prinzip einer Sicherung: Bei Überlast unterbrechen sie den Kreislauf, um das System vor Schaden zu bewahren. Solche Spannungsspitzen kommen in vielerlei Gestalt: dauerhafter Stress, schwelende Konflikte, individuell unpassende Ernährung, körperliche Verletzungen, emotionale Fixierungen und einiges mehr.

Emotionen regulieren. Für den Ausgleich von emotionalen Dysharmonien ist es hilfreich und in vielen Fällen sogar vollkommen ausreichend, sich einen bestimmten Finger zu halten, man sagt auch „zu strömen“:

Sind Sie in Sorge, dann halten Sie sich den Daumen – ganz locker und ohne Druck, so wie es für Sie angenehm ist. Nach ein paar Minuten haben Sie schon einen wirksamen Impuls gesetzt. Vielleicht fühlen Sie, dass die berührte Stelle kribbelt oder warm wird, möglicherweise können Sie den Energiepuls spüren. Oder Sie haben solche Empfindungen an anderen Stellen entlang des Meridians. Anfänger brauchen häufig etwas Übung bis sie die feinen Veränderungen wahrnehmen können. Keine Sorge: Auch ohne die genannten Effekte wirkt die Behandlung.

Angst harmonisieren Sie durch das Strömen des Zeigefingers, bei Wut halten Sie den Mittelfinger, für Trauer steht der Ringfinger. Der kleine Finger hilft uns aus dem „Bemühen“ heraus. Das ist der Zustand, in dem wir uns befinden, wenn wir versuchen, jemand anders zu sein als der, der wir sind. Der kleine Finger dient uns also besonders gut in unseren Entwicklungsprozessen. In Momenten der Verzweiflung berühren wir die Mitte der Handflächen, wahlweise mit einem oder mehreren Fingern, oder wir falten die Hände.

Wählen Sie die jeweilige Position ganz nach Ihrem persönlichen Bedarf. Sie können das intuitiv entscheiden. Oder Sie strömen alle fünf Finger nacheinander. Fangen Sie beim Daumen an. Auf diese Weise harmonisieren Sie Ihr ganzes Energiesystem.

Organe gezielt unterstützen. Wie in der Traditionell Chinesischen Medizin, in der Kinesiologie, in der Akupressur etc. arbeiten wir im JSJ mit Organströmen. Das sind 12 Meridiane, welche die Funktion des entsprechenden Organsystems unterstützen. Jedem Finger und der Handfläche sind zwei Organströme zugeordnet, die Meridiane werden durch einfaches Berühren ebenfalls in Balance gebracht.

Zuordnung der Finger zu den Organströmen:

    • Daumen: Magen und Milz
    • Zeigefinger: Niere und Blase
    • Mittelfinger: Leber und Gallenblase
    • Ringfinger: Dickdarm und Lunge
    • kl. Finger: Dünndarm und Herz
    • Mitte der Handfläche: Nabel und Zwerchfell

Wer Jin Shin Jyutsu kennt, dem ist nie wieder langweilig. Nutzen Sie Wartezeiten im Supermarkt, beim Arzt oder in der Bahn zum Üben. Sie können JSJ bequem auch unterwegs anwenden.

Wundheilung fördern. Bei Wunden legt man die rechte Hand auf die verletzte Stelle und die linke auf die rechte. So wird der Energiefluss der Verletzung zugeleitet und steht dort für den Heilungsprozess zur Verfügung. Falls eine direkte Berührung schmerzhaft sein sollte, müssen Sie die Stelle nicht anfassen, sondern halten Sie die Hand mit etwas Abstand darüber. Jin Shin Jyutsu Griffe sind auch wirksam, wenn sie nicht direkt auf der nackten Haut angewendet werden. Der Energiefluss stört sich wenig an Textilien oder Verbänden. Selbst ein Gipsverband behindert die Behandlung nicht im Geringsten.

Ich wünsche Ihnen von Herzen die Erfahrung, dass Sie selbst Ihre körperliche und seelische Gesundheit wirksam unterstützen können. Meiner Meinung nach gehört JSJ an jede Grundschule – schon allein als effektive Möglichkeit zur emotionalen Regulation und für die individuelle Gesundheitsvorsorge. Erfahrungsgemäß lernen Kinder sehr schnell, welche Griffe Ihnen dienlich sind. Das Erleben der Selbstwirksamkeit gibt ihnen ein Gefühl von Eigenkompetenz. Sie sind nicht machtlos ausgeliefert, sondern können aktiv etwas bewirken. JSJ fördert auf diese Weise das Selbstvertrauen, gut für sich sorgen zu können. Eine solche Grundhaltung ist für uns alle hilfreich.

Die SES und ihre Themen. Das Energiesystem auf diese Art zu balancieren ebnen den Weg zum Bearbeiten der zugrundeliegenden Seelenthemen, die den einzelnen SES zugeordnet sind. Die Behandlung eines SES bereitet die energetische Basis dafür vor, sich der entsprechenden Entwicklung zu öffnen und schärft unsere Wahrnehmung für Situationen, in denen wir unsere noch ungenutzten Potenziale erkennen. So trägt Jin Shin Jyutsu nicht nur dazu bei, gesund zu bleiben oder zu werden und unsere Emotionen zu regulieren, sondern es dient auch unserem Bewusstseinsprozess.

Aus diesem Grund starte ich die Serie: „Jin Shin Jyutsu – japanische Heilkunst als Impulsgeber für das Bewusstsein“. Freuen Sie sich auf Beiträge, die Ihnen die Griffe zur Selbsthilfe zeigen und Anregungen zu den entsprechenden Themen geben. Wir starten Anfang September mit dem SES1 – der Urbeweger. Sie erhalten jede Woche einen Artikel zu einem Sicherheitsenergieschloss. Zu manchen Schlössern drehe ich ein Video im Format „Mikrolehrstoffe“ für Sie.

Freuen Sie sich also gemeinsam mit mir auf die neue Serie. Zur Einstimmung können Sie sich auf meiner Praxisseite ein Video anschauen: „Ich atme frei. 36 bewusste Atemzüge“

https://praxis-lichtblick.eu/videos-und-andere-veroeffentlichungen/




Alle Beiträge aus der Serie finden Sie hier.

01.09.2020 SES 1: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne….

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Foto: Huskyherz / pixelio.de

Konstruktiver Journalismus – vom Fastfood-Junkie zum Nachrichten-Gourmet

Kommentar von Petra Weiß. 

Lesedauer ~ 7 Minuten 

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Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Nachrichten können unser Wohlbefinden fördern oder uns krank machen. Übersteigt der Medienkonsum zu belastenden Themen ein bestimmtes Maß, dann zeigen die Zuschauer mitunter sogar mehr Stresssymptome als Menschen, die von dem Problem direkt betroffen sind. Zu diesem Ergebnis kam eine US-amerikanische Studie mit 4.500 Teilnehmern.  Sie hatte den Zusammenhang von Nachrichtenkonsum und Stress nach dem Anschlag auf den Boston Marathon 2013 untersucht.

Unser Nervensystem kann auf bedrohliche Szenen, deren Zeuge wir werden, so reagieren als sei unser eigenes Leben in Gefahr. Die entsprechende Traumakategorie heißt „Horror“. Posttraumatische Belastungsstörungen und emotionaler Stress wie Angst oder Depressionen können die Folge sein, selbst wenn wir das Geschehen vom sicheren Fernsehsessel aus verfolgen.

Gespiegelte Empfindungen. Unsere Spiegelneuronen sorgen dafür, dass wir mitfühlen. Auf diese Funktion des autonomen Nervensystems haben wir keinen willentlichen Einfluss. Sobald wir in ein ängstliches Gesicht sehen oder eine gramgebeugte Körperhaltung wahrnehmen, wissen wir sofort, wie es dem anderen geht.

Ebenso funktioniert die Empathie in der entgegengesetzten Richtung: Der Blick in fröhliche Gesichter hebt die Stimmung, das Beobachten von spielenden Kindern kann in uns ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit wecken. Schon ein Smiley wirkt positiv auf die seelische Verfassung. Daher sollten wir genau überlegen, welchen Einflüssen wir uns freiwillig aussetzen.

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Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Szenen, die Ohnmacht und Verzweiflung spiegeln, lösen beim Miterleben ebensolche Empfindungen in uns aus. Viele Nachrichten sind geprägt von Furcht und Schrecken. Wir holen uns Krieg und Terror täglich über TV, Radio, Zeitung oder andere Medien ins Haus. Auch wenn es gerade keinen aktuellen Anlass gibt, wird die drohende Gefahr dennoch ständig im Bewusstsein gehalten. Fortwährend sind wir mit bevorstehenden Katastrophen konfrontiert: mit politischen, gesundheitlichen, finanziellen und ökologischen.

Solche Nachrichten lassen uns mit dem Eindruck zurück, die Lage sei ausweglos oder werde wahrscheinlich in einen Desaster enden und wir könnten rein gar nichts daran ändern.  Wir werden in eine passive Opferrolle gepresst, die unsere Grundhaltung prägt. „Da kann man nichts machen“ wird zum Credo. Wir jammern zwar, aber wir bewegen nichts zum Besseren.

Bad news is good news. Woher kommt der Slogan der Sensationspresse eigentlich? Ganz einfach: Schlechte Nachrichten zwingen uns zum Hinsehen. Sie fesseln unsere Aufmerksamkeit. Unser Blick richtet sich automatisch auf die mögliche Bedrohung. So fängt man zuverlässig Leser, Hörer und Zuschauer. Das ist gut für Einschaltquoten, Auflagen und Klicks. Für die Menschen ist es das nicht.

Die gute Nachricht ist: Auch auf mögliche Auswege richtet sich unser Augenmerk vollautomatisch. Sie müssen nur sichtbar sein. Wenn also innovative Nachrichtenleute zum „Konstruktiven Journalismus“ aufrufen, der nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsansätze aufzeigt, dann ist das ein hoffnungsfrohes Unterfangen: für Einschaltquoten, Auflagen, Klicks UND Menschen.

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Foto: RainerSturm / pixelio.de

Die Welt sieht nämlich nicht halb so düster aus, wie man mit Blick auf die konventionellen Nachrichten glauben könnte.  Positive Informationen fallen häufig unter den Tisch. Dabei gibt es sie durchaus.

Der Film Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen ist ein Paradebeispiel für Konstruktiven Journalismus. Probleme unserer Zeit werden nicht verschwiegen oder schöngeredet, aber auch nicht dramatisiert. Im gleichen Atemzug werden für jeden Themenbereich Lösungen vorgestellt. Und zwar nicht theoretische Ansätze, sondern bereits erfolgreich umgesetzte Maßnahmen. Die Beispiele sind Mut machend: Wenn nicht ein Dorf in der Pampas, sondern die Stadt San Francisco ihren Müll zu 80 % wiederverwerten kann, dann ist das prinzipiell möglich. Und diese prinzipielle Möglichkeit ist es, was den Film zu einem wichtigen Impulsgeber macht.

Es kommt nicht darauf an, zu welchem Prozentsatz wir Müll recyceln, sondern dass wir endlich begreifen, dass unser Verhalten Konsequenzen hat. Damit meine ich nicht das Jüngste Gericht. Ich spreche von einem Gefühl der Selbstwirksamkeit und dem eigenen Gewissen als höchste Instanz.

Konstruktiver Journalismus begegnet uns auch im Netz. Die Online-Plattform www.goodimpact.org stellt seit 2013 eine Auswahl an Nachrichten zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Umwelt, Wirtschaft und Bildung in deutscher Sprache zusammen. Sie beleuchtet neue Ideen, kreative Lösungsansätze und positive Entwicklungen. Entsprechende Artikel in unterschiedlichen Online-Medien sind verlinkt. Hier erfährt man beispielsweise nicht nur, dass der Regenwald in Gefahr ist, sondern auch, dass eine Umweltschutzorganisation gerade Regenwald von einer Fläche so groß wie 218 Fußballfelder gekauft hat.

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir haben die Wahl, aus welchen Quellen wir unser Informationsbedürfnis speisen. Bei ihrer körperlichen Ernährung werden die Verbraucher immer bewusster. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich bei geistiger Nahrung ab. Achten Sie auch hier auf unnötige Geschmacksverstärker und künstliche Aromen und meiden Sie Schadstoffe so gut es geht. Verschlingen Sie nicht hastig möglichst viele Informationen, sondern entscheiden Sie bewusst, was Sie in sich aufnehmen wollen. Lassen Sie sich Zeit für diesen Prozess. Lesen Sie lieber in Ruhe einen ausgewogenen Artikel bis zum Schluss als zwei Duzend Schlagzeilen zu überfliegen.

Ein guter Maßstab dafür, ob Ihnen Ihr Medienkonsum wohltut, ist Ihr Körper. Spüren Sie nach, was die Nachrichten mit Ihnen machen. Lauschen Sie in Ihren Körper hinein: Ist da ein Anflug von Ohnmacht oder Lähmung? Fühlt Ihr Körper sich noch lebendig an? Spüren Sie einen Handlungsimpuls? Empfinden Sie Freude oder Zuversicht? Sie sind ein erwachsener Mensch, der nicht klaglos akzeptieren muss, was man ihm vorsetzt – weder auf dem Teller noch auf dem Bildschirm.  Vielleicht nehmen Sie jetzt die Pressemeldungen etwas bewusster wahr, möglicherweise werden Sie auch zum Nachrichten-Gourmet.

Bleiben Sie online. Ziehen Sie sich nicht aus dem Zeitgeschehen zurück. Wenn es Ihnen an der Frittenbude nicht schmeckt, hören sie ja auch nicht auf zu essen, sondern gehen zum netten Restaurant um die Ecke oder bereiten sich selbst ein bekömmliches und schmackhaftes Mahl zu. Und natürlich kann Ihnen keiner sagen, was Ihnen zu munden hat. Das entscheiden Sie schon selbst. Es gibt so viele Lösungsmöglichkeiten – lassen Sie uns gemeinsam hinsehen. Und wenn Sie dann einen Handlungsimpuls in sich spüren, mit dem Sie vielleicht nicht als Superheld die Menschheit retten, aber im Rahmen Ihres Alltags dazu beitragen, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird: Nur zu!